Neato Botvac Connected Staubsaugerroboter

Testbericht des Neato Botvac Connected

Neato stellt beim ersten WLAN-fähigen Staubsauger aus dem eigenen Hause im Jahre 2015 die Steuerung und Konfiguration per App in den Vordergrund: Einstellungen am Zeitplan, Reinigungshistorie inkl. Kartenansicht, Starten einer zweifachen Reinigung eines Bereichs im Sinne besonderer Gründlichkeit, Ein- und Ausschalten des Roboters, Status-Informationen per Push-Mitteilung. Des Weiteren wirbt der US-Konzern mit präziser Navigation via Laser-Einheit, Eco- und Power-Modus sowie Ultra-Leistungsfilter inkl. vorgelagertem Filtersieb. Der bis dato leistungsfähigste Staubsaugerroboter Neato Botvac Connected scheint auf den ersten Blick ein Alleskönner. Wie schlägt er sich aber im realen Test?

Neato Robotics, das in Newark im Bundesstaat Kalifornien ansässige US-amerikanische Unternehmen, wurde 2017 erfolgreich in die Vorwerk & Co. KG Unternehmensgruppe eingegliedert. Dies war ein logischer, nachvollziehbarer weiterer evolutionärer Schritt auf dem Wege der jahrelangen engen Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen. Im Jahre 2015, als man im 4. Quartal das neue Spitzenmodell aus den Produktionsreihen des kalifornischen Spezialisten für Serviceroboter im Markt platzierte, stellte der Neato Botvac Connected noch direkte Konkurrenz zum Vorwerk Kobold VR200 der Wuppertaler dar und musste sich alsbald gegen den überaus erfolgreichen iRobot Roomba 980 behaupten. Die Steuerung und Konfiguration per WLAN-Verbindung inkl. einer App, welche gleichermaßen für beide Ökosysteme Android und iOS verfügbar war, galt als ein großer Schritt in Richtung Automatisierung und nicht zuletzt als ein hinreichender Zugewinn von Komfort und Bedienfreundlichkeit. Neatos Steilvorlage folgten in den kommenden Monaten weitere Hersteller, die ihre Produkte alsbald in gleichem Maße mit App-Steuerung und WLAN-Konnektivität ausstatteten.

Das Marktsegment netzwerkfähiger Haushaltsroboter, deren eigentlicher Mehrwert die Integration in das heimische WLAN darstellte, inkl. aller daraus entstehenden Vor- und Nachteile, wuchs schnell. Smart-Home galt 2015 anlässlich der IFA als das Schlagwort des Jahres. Neatos Plan ging auf. In den ersten Monaten nach der Präsentation des neuen Botvac fanden die Bemühungen des Herstellers ein breites Echo in den Medien. Neato war es gelungen, das Spitzenmodell mit Begriffen wie „zukunftsweisend“ und „fortschrittlich“ zu verknüpfen und sich als Vorreiter im Bereich des Segments vernetzter und fernsteuerbarer Endgeräte (Smart-Home) zu positionieren. Der überarbeitete Entwurf eines Staubsaugerroboters, welcher sich komfortabel vom Sofa aus jederzeit bedienen und einstellen ließ, bescherte den Kalifornieren nach zahlreichen Produktupdates ihrer erfolgreichen Botvac- und Botvac-D-Plattform wiederholt den Nimbus des Innovationsträgers. Dem Neato Botvac Connected folgten im Jahr 2016 die Modelle D5 und D3 Conneted, ebenfalls per App (fern)steuer- und konfigurierbar. Von Ihnen hebt sich das Flaggschiff Connected hinsichtlich einiger weniger Merkmale noch immer ab.

Lasertriangulation mittels eines preiswerten Laser-Distanz-Sensors mit hoher Genauigkeit (Abweichung max. 3 cm auf 6 m Reichweite, 360-Grad-Messung), zentimetergenaue Kartierung, zuverlässige Abstandsmessung und hieraus resultierende wirksame Kollisionsvermeidung – Neatos methodische Navigation namens Botvision, basierend auf SLAM (Simultane Lokalisierung und Kartenerstellung) verhalf auch dem Neato Botvac Connected bereits in den ersten Monaten nach Markteinführung zu nachhaltig wachsenden Absatzzahlen. Konzipiert ist das Topmodell laut Herstellerangabe für Haushalte bis max. 120 m². Mit aktueller Akku-Technologie ausgestattet (Lithium-Ionen-Akkupack), agiert der Connected im umkämpften Markt- respektive Preissegment der Oberklasse, welches durch Produkte einiger weniger Hersteller, darunter auch zwei Modellen des Marktführers iRobot, besetzt ist. Hierzulande erhältlich ist der Neato Connected über unterschiedliche Versandhändler, teils inklusive einer mehrjährigen Garantieerweiterung. Preislich startet der Botvac bei ca. 650 Euro inklusive Versand, einem nach wie vor gerechtfertigten Endpreis. Im folgenden Test soll hinreichend erörtert werden, wie sich das Modell Connected in Bezug auf Ausstattung, Zuverlässigkeit, Reinigungsqualität und Bedienfreundlichkeit schlägt.

Neatos Topmodell
Neatos Topmodell

Überblick

Im Folgenden wird der Staubsaugerroboter hinsichtlich seiner Stärken und Schwächen Schritt für Schritt analysiert und beschrieben. Diese Einschätzungen wurden unter dem Gebot der Objektivität verfasst, enthalten möglicherweise zudem subjektive Eindrücke. Des Weiteren beziehen sich diese Erfahrungswerte auf lediglich ein Exemplar des Modells, basieren ausschließlich auf dem mehrwöchigen Betrieb im Haushalt des Autors, welcher sich in Größe, Ausstattung, Wahl des Bodenbelags, der Raumaufteilung usw. mitunter stark von dem anderer InteressentInnen unterscheidet. Dies gilt es beim Lesen der nächsten Abschnitte unbedingt zu bedenken.

Inhaltsverzeichnis

  1. Bestellung & Versand
  2. Verpackung & Lieferumfang
  3. Optik & Haptik
  4. Schmutzbehälter
  5. Pflege & Wartung
  6. Hardware & Software
  7. Grundsätzliches
  8. Bedienung
  9. Navigation
  10. Saugstufen
  11. Sensorik
  12. Reinigungsleistung
  13. Akkukapazität
  14. App-Unterstützung
  15. Widrigkeiten
  16. Fazit

Bestellung & Versand

Neato bietet den Connected wie auch seine Schwestermodelle D3 und D5 Connected über verschiedene Onlineshops sowie auch lokal in entsprechenden Elektronikfachmärkten an. Zur Zeit meines Tests des Roboters wurde der Botvac mindestens von einem Onlineshop inkl. zusätzlichem Zubehörpaket und fünfjähriger Garantieerweiterung angeboten. Rabattaktionen in jüngster Vergangenheit legen offen, wie stark der jeweils aufgerufene Endpreis mitunter schwankt. Zahlreiche erste Erfahrungsberichte, die bereits Ende 2015 entstanden, wiesen dem Roboter eine hohe Qualität zu. Es lag daher auf der Hand, das Flaggschiff des US-amerikanischen Konzerns möglichst noch vor Antritt des D7 Connected ausgiebig zu testen. Zur Verfügung gestellt wurde mir das Textexemplar dankenswerterweise von Neatos Marketingabteilung. Sollten Sie den Roboter bei einem der Händler online bestellen wollen, dürfte der Versand aufgrund der innereuropäischen Verfügbarkeit schnell von statten gehen. Einen Direktvertrieb, wie man ihn beispielsweise vom Anbieter Vorwerk kennt, existiert bei dessen Tochter Neato nicht. Dies hat den erfreulichen Nebeneffekt, dass KundInnen von etwaigen Preisschwankungen profitieren können. Auch beim Neato Botvac Connected bietet der Rückgriff auf eine Garantieverlängerung sinnvollen Schutz vor Ausfall funktionsrelevanter Bauteile.

Egal ob zum normalen oder rabattierten Preis erworben – über die Jahre der Nutzung hinweg dürfte sich diese schnell bezahlt machen. Erfahrungswerte mit unterschiedlichen Produkte verschiedener Hersteller entlarven die Anfälligkeit eines solch komplexen, kleinen technischen Systems. Zu viele Teile an einem Staubsaugerroboter wie etwa die Motoren der Radantriebe, die Plastikgetriebe, der LDS-Motor, die Laser-Diode oder aber der Gebläsemotor unterliegen hoher Beanspruchung. Diese über Jahre hinweg je nach Verwendungshäufigkeit mehr oder minder belasteten Bestandteile unterliegen einem gewissen Verschleiß. Ausfälle nach zwei bis drei Jahren liegen im Bereich des Erwartbaren, bestenfalls Möglichen. Hier sollte keinesfalls am falschen Ende gespart und auf eine derartige Absicherung verzichtet werden. Ein Ausfall, eine Reparatur bei einem europäischen Dienstleister, der Versand hin und zurück, alle diese Faktoren summieren sich im ungünstigsten Fall auf mehrere Wochen, hohe Rechnungsbeträge für die Instandsetzung inbegriffen. Eine entsprechende Gerätegarantie kann den Ausfall zumindest aus finanzieller Sicht leidlicher gestalten und einem die Freude am Roboter auch über solch ärgerliche Zwischenfälle hinweg erhalten. Andere Bauteile des Connected hingegen dürften über viele Jahre zuverlässig arbeiten, ein solcher Roboter kann somit über mehr als 5 Jahre zuverlässig seinen Dienst verrichten, eine Reparatur ist auch in Bezug auf den eigenen ökologischen Fußabdruck sinnvoll.

Verpackung & Lieferumfang

Der Roboter wurde in gewohnt sicherer und stabiler Kartonage verstaut in einer ansprechenden, sicheren Verpackung geliefert. Der eigentliche Staubsauger lagerte wie schon das Modell D5 umrandet von einem Pappring mehr oder minder erschütterungssicher, eingehüllt in eine dickere Folie. Neben dem Serviceroboter befanden sich eine Basisstation samt zweier ca. 1,8 Meter langer Kaltgerätekabel für europäische und amerikanische Norm, eine weitere Hauptbürste, eine Rolle Magnetband, ein zusätzlicher Filter sowie eine Bedienungsanleitung im Lieferumfang. Nach Auspacken der Einzelteile nahm das Inbetriebnehmen des Roboters nur wenig Zeit in Anspruch. Während iRobot seine Saugroboter der Topmodellreihe 900 mit Infrarotlicht-gesteuerten Absperrvorrichtungen versieht, setzt Neato gleichfalls wie Vorwerk oder Xiaomi auf die Verwendung bewährter Magnetsensorik sowie ein entsprechendes Band, welches den Roboter vor Abstürzen an Gefahrenstellen bewahren soll. Derlei Magnetband ist beiliegend, 4 Meter lang und kann durch das Original von Neato oder aber durch Vorwerk-Magnetband, welches zum Teil deutlich günstiger ist, ergänzt werden, bspw. zum Abgrenzen einer Spielecke, eines hochflorigen Teppichs oder eines Geländerbereichs.

Optik & Haptik

Der Neato Botvac Connected wirkt robust und gut verarbeitet, die Optik ist dem Preis angemessen. Während man bei den neueren Modellen D3 und D5 sinnvollerweise gänzlich auf glänzende Oberflächen verzichtete, wartet der Connected mit einem derartig gestalteten Schmutzbehälter auf. Die restliche Oberseite des Chassis ist in mattem Schwarz gehalten. Das Gerät wirkt auf den ersten Blick hochwertig. Der im vorderen Bereich integrierte Tragegriff, welcher sich bereits bei Vorgängermodellen der Botvac-Serie als auch beim VR100 und VR200 von Vorwerk von großem Nutzen zeigte, ist beim Connected ebenfalls vorhanden und sorgt so für ein stressfreies Transportieren des Modells auch über mehrere Stockwerke. Neatos Produktentwicklung hat bei der Connected-Serie ganze Arbeit geleistet. Zwar wirkt das Mittelklasse-Modell D5 im Vergleich zum etwas teureren Topmodell der Reihe insgesamt etwas hochwertiger, dennoch zeigt sich das Flaggschiff ansehnlich, wenn auch etwas altbacken. Gleiches gilt für die Ergonomie, welche Neato über die letzten Jahre stetig optimierte. Dem Connected mangelt es an nichts. Das zentrale Display samt der vier Soft-Touch-Bedienknöpfe bietet auch bei Nicht-Integration in das heimische Netzwerk umfassende Konfigurationsmöglichkeiten in gut ablesbarer Form, dank dessen Beleuchtung sogar bei Nacht.  Dennoch empfiehlt sich bei Vorhandensein einer WLAN-Schnittstelle im Roboter immer eine zumindest vorübergehende Einbindung in ein vorhandenes Netzwerk, um selbigen vor äußeren Eingriffen zu schützen. Weitere Details zu diesem Thema finden Sie unter anderem im Beitrag über die Hack-Erfolge bezüglich des Xiaomi Mi Vacuum Robot. Diese Form der direkten Bedienung und Einstellung des Roboters am Gerät selbst ist einzig dem Spitzenmodell Connected der gleichnamigen Reihe vorbehalten, ein Ärgernis für viele D5- oder D3-Besitzer. Es bleibt zu hoffen, dass man dieses Feature dem kommenden D7 nicht vorenthält. Bis dato erhältiche Produktbilder zeigen jedoch einen Roboter ohne ein solches Bedieninterface. Neato scheint dem eingeschlagenen Weg der Konfiguration einzig über die App, welchen der Hersteller erstmals mit den Modellen D5 und D3 einschlug, weiterhin treu zu bleiben – mit allen Vor- und Nachteilen, die eine solche Option bietet.

Bumper, Rück- und Unterseite sowie das Chassis des Staubsaugerroboters bestehen aus mattem, schwarzem Polymer. Insgesamt wirkt der Roboter in großen Teilen hochwertig, robust und bis auf die Schmutzbehälterabdeckung unverwüstlich. Die Verarbeitung zeigt sich angesichts des Preises angemessen und der Funktion zuträglich. Die verwendeten Kunststoffe wirken bis auf die glänzende Abdeckung des Schmutzbehälters stabil, lassen sich größtenteils gut reinigen, zeigen insbesondere bei weißen bzw. hellen Möbeln, heller Wand- oder Fußleistenfarbe alsbald aber deutliche Spuren vergangener Berührungen. Nach mehrjährigem Betrieb dürfte der Connected zahllose Kratzer und Striemen auf der durchgehend matten Oberflächenstruktur des Chassis aufweisen, dies beeinträchtigt seine Funktion jedoch in keiner Weise. Insbesondere die Glanzfläche des Behälters scheint sehr empfindlich. Warum Neato an dieser Stelle ein derart sensibles Oberflächen-Finish gewählt hat, ist mir auch nach mehrwöchiger Nutzung ein Rätsel. Beim Unterfahren wird der Roboter an dieser Stelle des Häufigeren an Möbelunterseiten, Geländern und sonstiger Einrichtung hängen bleiben und unausweichlich deutlich wahrnehmbar verkratzen. Zwar wäre dies lediglich ein optischer Mangel, in Anbetracht der restlichen Materialien wirkt die Wahl des Kunststoffs des Schmutzbehälters dennoch wenig logisch und nicht ausreichend durchdacht, verschandelt den Roboter bereits nach kurzer Laufzeit zusehends und vollkommen unnötig. Die Konzeptionierung der Nachfolger D3 und D5 macht deutlich, dass Neato diesbezüglich dazu gelernt zu haben scheint.

Schmutzbehälter

Der bis auf den Deckel zum größten Teil aus transparentem Kunststoff bestehende Schmutzbehälter lässt sich anwenderfreundlich über die Oberseite des Gerätes entnehmen und gibt hiernach sofort einen hinreichenden Blick auf seinen Füllstand wieder, einer täglichen, einfachen Kontrolle steht somit nichts im Wege. Im Vergleich zum D5 Connected wirkt der verwendete Kunststoff flexibler, rastet nicht ebenso zielgerichtet ein, scheint sich leicht zu verbiegen und führt dazu, dass man teils mehrfach auf die Schließ- und Arretierungspunkte des Deckels drücken muss, bis der gesamte Behälter korrekt in seinen Halterungspunkten sitzt und der Roboter auf weitere akustische Fehlermeldungen verzichtet sowie bereit für den nächsten Reinigungsvorgang ist. Das Einsetzen des Schmutzbehälters leidet somit unter dem biegsamen Werkstoff des Deckels. Dies liegt eindeutig nicht an der überzeugend konzipierten Aufnahme, welche sich auch im Modell D5 wiederfindet und dort dank des härteren Kunststoffs vorbildlich funktioniert. Dicke Kunststoffmaterialien zeigt dieser vor allem im unteren, transparenten Bereich. Die Reinigung des Gebildes geht leicht und anwenderfreundlich von statten. Durch die große Öffnung kann der Schmutzbehälter bequem ausgesaugt werden, auch ein feuchtes Auswischen ist ohne Weiteres möglich. Aufgrund der umlaufenden Dichtungen am Zugang zum Saugkanal und Filterausgang (rückseitig am Schmutzbehälter) sitzt er fest und dicht.

Im Vergleich zum VR100 weist der Behälter des Connected ein deutlich größeres Volumen auf. Die Filterentnahme gestaltet sich dank der Arretierung einfach. Dessen Fläche über die gesamte Behälterbreite ermöglicht auch bei höheren Verschmutzungsgraden bzw. Füllstand einen überzeugenden Luftdurchsatz. Dank des durchdachten Aufbaus lässt sich der Filtereinsatz auch im Betrieb schnell reinigen, durch Absaugen, Ausklopfen oder einfache Entleerung. Im Gegensatz zum Roomba 980 besitzt der Connected-Behälter keinerlei Kontakte, welche gereinigt werden müssten. Der Verzicht, das Sauggebläse in diesem unterzubringen, macht die Reinigung somit zum Kinderspiel.

Großvolumiger Schmutzbehälter des Neato Botvac Connected
Großvolumiger Schmutzbehälter des Neato Botvac Connected

Pflege & Wartung

Einsicht in Fehlermeldungen erhält man über textbasierte Hinweise bei Blick auf das Display des Roboters oder über Status- sowie akustische Mitteilungen Sekunden nach Auftreten eines Problems innerhalb der Neato-App. So bleibt man selbst unterwegs hinsichtlich typischer Unterbrechungen durch Kabel, Festfahren oder sonstige Störmeldungen immer auf dem Laufenden. Im Bereich rechts vorne unterhalb der Abdeckung des Schmutzbehälters befindet sich ein physischer Ein-Aus-Schalter, welcher insbesondere bei längerer Nichtbenutzung oder bei Auftreten von Gerätefehlern zur Anwendung kommt. Die auf der rechten Seite gelagerte viergliedrige Seitenbürste ist mit im Vergleich zu anderen Robotern eher kurzen Borsten ausgestattet, welche es dem Connected dennoch aufgrund der D-Form erlauben, auch in Ecken und bei Kantenfahrt Schmutzpartikel zum Saugkanal sowie der Kombibürste (Borsten und Lamellen) zu geleiten.

Letztere ist wie bei einigen Konkurrenzprodukten bspw. von Neato mit Borsten und Lamellen ausgestattet. Eine reine Lamellenbürste liegt ebenfalls bei. Die im Vergleich zum Xiaomi längeren Elemente tragen zur hervorragenden Reinigungsleistung bei. Indem die Borsten als auch die Lamellen den jeweiligen Bodenbelag bürsten, werden selbst größere Schmutzpartikel ohne weiteres aufgenommen und zur Mitte des Saugschachtes transportiert. Nicht nur werden Teppichflächen äußerst effektiv gereinigt, die Hauptbürste hinterlässt ferner sichtbare Spuren im Teppich, welche auf die gründliche Reinigung hinweisen – ähnlich denen eines Vowerk Kobold VR100 oder Neato Botvac D5 Connected. Die Hauptbürste als auch die per magnetischem Sechskantkopf fixierte Seitenbürste lassen sich leicht entnehmen, um diese von Haar- und Flusenrückständen zu befreien. Es ist ausdrücklich kein Werkzeug notwendig, um beide Verschleißteile zu säubern. Neato hat demnach den sinnvollen Spagat zwischen größtmöglicher Haltbarkeit und einfacher Gerätepflege auch beim Connected erfolgreich umgesetzt, zum Vorteil der Kunden.

Hardware & Software

Die Ladestation des Roboters ist, obgleich das Netzteil innerhalb des Gehäuses integriert ist, relativ leicht und verhältnismäßig groß. Dies bedingt eine trotz unterseitig angebrachter Gummierungsflächen hohe Wahrscheinlichkeit des Verschiebens selbiger im Betrieb. Um dies zu verhindern, empfiehlt sich auch beim Botvac Connected eine Fixierung mittels doppelseitigem Klebeband am endgültigen Aufstellungsort des Roboters über die Unterseite der Basisstation (Klebestreifen auf gummierten Flächen ausreichend). So kann die Ladestation auch nach mehrmaliger Kollision oder einem vereitelten  rückwärtigen Andockversuch nicht verschoben werden, was die Wahrscheinlichkeit des Roboters, diese nach erfolgreichem Reinigungsprozess nicht mehr wiederzufinden, nachhaltig ausschließt. Die Basis wirkt hinsichtlich ihrer Breite und Tiefe ähnlich ausladend wie die des VR100, bietet jedoch dank der großflächigen Ladekontakte viel Raum, welcher es dem Roboter einfach machen sollte, erfolgreich anzudocken. Dies geschieht rückwärtig, indem der Connected nach Positionsbestimmung die Ladestation anvisiert, ca. 30 cm vor ihr hält, um sich um 180 Grad zu drehen und hiernach rückwärts die letzten Zentimeter zu bestreiten. Neato hat beim Optimieren des Andockalgorithmus des D5 ganze Arbeit geleistet. Dem Connected gelingt dies nicht ohne Weiteres derart zuverlässig. Insbesondere in Nischen, in denen wenig Raum zum Navigieren bleibt, scheitert der Große schon mal beim Versuch, die Basis zu erreichen. In diesen Fällen gelang es dem Roboter zuvor erfolgreich, diese zu orten. Lediglich der Andockvorgang schlug fehl.

Ein Reinigen der Kontaktflächen am Roboter als auch an der Basis bei täglichem Betrieb ist zumindest in größeren Abständen durchaus zu empfehlen. Durch diese fließen beim Aufladen teils hohe Ströme. Ein Andocken kann wie bei anderen Modellen auch nur dann erfolgen, wenn die Basis am Stromnetz angeschlossen ist. Nutzer, welche eine Zeitschaltuhr verwenden, sollten sicherstellen, dass zur Zeit der Reinigung die Ladestation in jedem Fall mit Strom versorgt wird, da ansonsten der Roboter diese finden, anschließend ziellos im Haushalt umher irren würde, auf der Suche nach einer alternativen Station.

Grundsätzliches

Einmal angedockt, lädt der Roboter den Akku zu 100% Prozent auf, insofern Strom anliegt. Kann das Gerät die Ladestation nicht erreichen, erzeugt es einen akustischen Hinweis in Form eines Signaltons und signalisiert über die Status-LEDs in den beiden vorderen Tasten an der Oberseite einen Fehler. Ein Nachvollziehen dieser Fehlermeldung ist gleichermaßen über das Display als auch die hauseigene App-Anwendung möglich. Ein Blick auf die vielfältigen Hinweise und Informationen innerhalb der App schadet insbesondere bei Erstinbetriebnahme und nach dem Liegenbleiben bei Unerfahrenheit nicht. Neben bebilderten Hilfestellungen gewährt diese hinreichende Einblicke in die Programmierung des Roboters und verweist auf zahlreiche Tipps zum Reinigen und Pflegen des Geräts. Der Roboter signalisiert gleichfalls Komplikationen während des Reinigungsvorgangs, bspw. beim Einsaugen von größeren Gegenständen (Kleidung, Kabel, hochflorige oder leichte Teppiche), welche die Haupt- und/oder Seitenbürste blockieren, bei Steckenbleiben unter Möbelstücken oder Hängenbleiben auf Türschwellen akustisch sowie über das integrierte Display. Gleichfalls gibt der Roboter über diese Status-LED Rückmeldung zum Aktualisierungsfortschritt der Firmware. Letztere wurde seit Markteinführung im 4. Quartal 2015 nach meiner Kenntnis mehrfach aktualisiert. Dies funktioniert zuverlässig per OTA-Update über die bestehende WLAN-Verbindung. Leicht verständlich macht der Connected in jedem Fall per Push-Mitteilung oder Fehlermeldung am LCD-Display auf Probleme aufmerksam, informiert über den eigenen Status und gewährt Einblick in die Funktionsweise. Lautstärke und Häufigkeit des akustischen Hinweises bei Unterbrechung des Reinigungs- oder Ladevorgangs sind gewöhnungsbedürftig. Der Neato Botvac Connected weist recht nachdrücklich auf Probleme hin. Eine Möglichkeit, diese Informationsebene zu deaktivieren, besteht meiner Kenntnis nach nicht.

Farbiges Display des Neato Botvac Connected
Farbiges Display des Neato Botvac Connected

Bedienung

Über die Geräteoberseite zugänglich sind die insgesamt 6 Bedienknöpfe des Roboters, die für unterschiedliche Funktionen herangezogen werden können. Im vorderen Bereich sitzen die beiden Tasten für Start, Stop und Pause bzw. Rückkehr zur Basis (rechte Taste mit Haus-Symbol) sowie die Spot-Reinigung (linke Taste mit Felder-Symbol). Ein- und ausschalten lässt sich der Connected entweder über den Knopf mit dem Haus-Symbol oder über das Menü, welches auf dem ca. 1,7 Zoll großen LCD-Display angezeigt und über die benachbart gelegenen Soft-Touch-Knöpfe bedient werden kann. Neben zwei Pfeiltasten, einer Ok- bzw. Bestätigungstaste befindet sich an dieser Stelle auch eine Zurücktaste. Gemeinsam ermöglichen die vier Touch-Flächen ein bedienfreundliches Navigieren zwischen den einzelnen Menüpunkten, hat man sich an dessen Struktur bzw. Aufbau erst einmal gewöhnt. Das beleuchtete Display bietet gute Blickwinkelstabilität, lässt sich auch in Tageslichtumgebung bei direkter Sonneneinstrahlung einsehen. Das Konzept der Gerätebedienung über die Knöpfe und Tasten wirkt gänzlich durchdacht und wirft bei anderen Modellen die hinreichende Frage auf, warum dort auf ein ebensolches zusätzliches Bedieninterface verzichtet wurde. Display und Tasten hätten auch einem D5 gut gestanden und dessen Konfiguration in manchen Momenten, in denen ein Tablet oder Smartphone mit installierter App nicht griffbereit waren, deutlich vereinfacht.

Zwei Hinweis-LEDs, integriert in die beiden vorderen Knöpfe (Start-Stopp-Pause/Rückkehr-zur-Basis und Spot-Reinigung) weisen auf den Status des Roboters hin und informieren über den Akkustand (beständiges Leuchten bei vollem Akku, Blinken bei zur Neige gehender Kapazität) und Ladevorgang des Geräts (Pulsieren bis zum Erreichen der höchstmöglichen Kapazität).

Im Zustand der Erhaltungsladung verbraucht der Connected ca. x,x Watt pro Stunde. Auch nach 24 Stunden steht der Roboter timergesteuert oder durch Drücken des Clean-Knopfes jederzeit zur Reinigung bereit. Einzig nach Trennung der Basisstation vom Stromnetz schaltet sich der Roboter nach einiger Zeit aus, weist auf diesen Vorgang jedoch per Push-Nachricht rechtzeitig hin. Hiernach erfolgende timergesteuerte Reinigungsvorgänge werden nicht ausgelöst. Ein Betrieb über einige Tage ohne Zugang zum Stromnetz ist demnach nicht möglich, da das Gerät nach Zugriff auf die App-Steuerung nicht gestartet und somit für weitere Prozesse verfügbar gemacht werden kann. Um eine derartige Abschaltung zu verhindern, muss der Roboter im Zeitraum von max. 24 Stunden mindestens einmal über die Basis mit Strom versorgt werden. Während dieser Zeit signalisiert der Neato mehrmalig die Netztrennung mittels akustischer Signale bzw. optischem Hinweis per Status-LED (Blinken). Wer Warntöne unterbinden möchte, muss das Gerät ausschalten, wodurch die timergesteuerte Reinigung unterbrochen wird. Per mehrsekündigem Knopfdruck auf den Haus-Knopf vorne rechts lässt sich der Staubsauger sowohl ein- als auch ausschalten. Einer längeren Nichtnutzung steht somit nichts im Wege.

LiDAR-Einheit und Display des Botvac Connected
LiDAR-Einheit und Display des Botvac Connected

Navigatorisch zeigt sich der Neato Botvac Connected im Vergleich zum restlichen Mitbewerberfeld in Anbetracht des Funktionsumfangs als auch der technischen Raffinessen durchdacht, zweckmäßig, größtenteils effektiv. Dem Roboter gelingt die problemlose Navigation auch auf Flächen größer 100 m². Unterschiedliche Räume, Fußbodenbeläge, Einrichtungsgegenstände sowie ein Betrieb in absoluter Dunkelheit stellen dank der verbauten LiDAR-Technik, welche per Laser die Umgebung vermisst, Hindernisse erkennt, Wegstrecken plant und Räume wechselt, keinerlei Problem dar. Dank der quadrantbasierten Navigation werden zusammenhängende Reinigungsbereiche in einzelne Segmente unterteilt, welche zuerst über den Rand abgefahren, hiernach im Inneren gereinigt werden. Diesem Vorgehen folgt der Botvac wie bereits seine Vorgänger Schritt für Schritt in jedem neuen Quadranten, welchen er abfährt. Ein solcher Abschnitt kann sich unter Umständen auch auf zwei unterschiedliche Räume erstrecken. Ca. 4 x 4 Meter nimmt ein solcher Quadrant bei Neatos Flaggschiff ein. Über das Anlegen einer Karte des Haushalts auf dem Gerät findet der teilautonome Staubsauger jederzeit zur Basisstation zurück, bspw. um bei Befahren größerer Flächen nachzuladen, bevor er den Reinigungsvorgang fortsetzt. Dunkle Teppiche können zum Problem werden, falls diese schwarze Bereiche aufweisen. Dies gilt gleichfalls für Fußmatten bzw. Fußabtreter. Hier kann letztlich nur ein Test zeigen, ob der Neato mit Ihrem Exemplar an Auslegware etc. zurecht kommt. Pauschalaussagen dahingehend sind wenig sinnstiftend. Des Weiteren zeigt sich der große Botvac in Nischen, zwischen Regalfüßen, beim Befahren von Engstellen teils von seiner unbeholfenen Seite. Schwerfällig manövriert der Staubsaugerroboter in solchen Bereichen umher, versucht bei drohendem Festfahren wiederholt die Drehung über eine Seite und sorgt so für unnötige Phasen der Unruhe.

Zwar gelingt ihm in solchen Situationen häufig eine erfolgreiche Befreiung aus der misslichen Lage, nichts desto trotz mutet sein Navigieren deutlich weniger souverän als bei anderen Robotern. Mit ähnlichen Abmaßen, jedoch einer anderen Form beglückt, zeigen sich in ebensolch herausfordernden Umgebungen vor allem runde Geräte dem Conencted teils deutlich überlegen. Des Weiteren fällt das geringe Gewicht der Rückseite im Vergleich zum D5 negativ auf. Das leichte Heck sorgte nicht zuletzt  beim Anfahren der Basis mehrmals für einen mangelnden Kontaktschluss zwischen den beiden Berührungsflächen der Basis sowie des Roboters. Mitunter stieg die Hinterseite des Connected an der Basis empor, angetrieben durch ein rasches rückwärtiges Auffahren auf die kleine Bodenplatte der Station. Der Ladevorgang konnte in diesen Situationen nicht fortgesetzt werden. Ein händischer Eingriff war nötig, um Station und Roboter wieder miteinander zu verbinden. Derlei Probleme wie das Hochklettern an Einrichtungsgegenständen und Basis sind dem D5 aufgrund seiner rückseitig gelagerten gusseisernen Gewichte eher fremd. Auch hier scheint der Konzern aus den Erfahrungen mit dem Connected gelernt und die gewonnene Expertise in die Optimierung des D5 und D3 gesteckt zu haben.

Saugstufen

Der Staubsaugerroboter kennt im Vergleich zu seinen Schwestermodellen D3 und D5 Connected gleich zwei Betriebsmodi (Power- und Eco-Modus). Ein Wechseln der Gebläseleistung ist selbst im Betrieb jederzeit möglich. Die Lautstärke während des Betriebs im Power-Modus ist als sehr deutlich vernehmbar zu bezeichnen. Dieser Umstand ist sicher auch dem Kontakt der Bürsten mit de Bodenfläche geschuldet, resultiert in erster Linie vornehmlich aus der sehr hohen Gebläseleistung. Das Umschalten in den Eco-Modus sorgt für eine effektive Reduzierung der Emissionswerte, ist jedoch mit einer geringeren Reinigungsleistung verbunden. Ein Teppich-Turbo-Modus wie beim iRobot Roomba 980 existiert nicht. Erfahrungsgemäß ist die Reinigungsleistung des Neato Botvac Connected beachtlich, insofern die Hauptbürste mit ihren Borsten bodenschlüssig aufliegt. Vor ca. 1,5 Jahren hatte ich bereits die Möglichkeit, einen Connected in meinem Haushalt ersten Tests zu unterziehen. Dabei trat bereits nach wenigen Minuten Nutzungszeit ein Makel in den Vordergrund, welchem ich später auch bei gleich zwei neuen Botvac D85 Robotern begegnete.

Dank der breiten, hochwertigen Hauptbürste erzielt dieser hervorragende Reinigungsergebnisse und muss sich auch vor teureren Mitbewerben diesbezüglich nicht verstecken. Einzig das Laufgeräusch als auch die Rotationsgeräusche der Hauptbürste des Roboters bieten Raum für Verbesserungen. Die kleineren Sekundärrollen sind beim Überfahren von Dielenboden hinlänglich wahrnehmbar. Ein weicheres Material des Rollenkörpers hätte hier Abhilfe schaffen können, dann womöglich auf Kosten eines höheren Verschleißes. Der Geräuschpegel erschwert einen Aufenthalt in ein- und demselben Raum, insofern der Connected im Power-Modus arbeitet. Auch der große Botvac scheint demzufolge vorrangig für einen Betrieb während der eigenen Abwesenheit prädestiniert, wenn niemand durch die Lauf- und Arbeitsgeräusche gestört wird. Für anwesende Menschen wie Haustiere ist die Lautstärke noch erträglich. Gleichwohl sollte davon ausgegangen werden, dass Hund und Katze bei Start des Connected alsbald in einer benachbarten Räumlichkeit ein stilleres Plätzchen suchen werden ähnlich dem Verhalten bei Einsatz eines iRobot Roomba 980, welcher ebenfalls als deutlich wahrnehmbar und teils störend im Teppich-Modus gilt.  Gespräche in normaler Lautstärke sind zwar auch während des Betriebs des Neatos durchaus mit einzelnen Unterbrechungen zu führen, das Konsumieren von multimedialer Unterhaltung ist jedoch nur noch eingeschränkt möglich. In Sachen Reichweitenleistung überzeugt der Connected  mit einer maximalen Betriebszeit von bis zu 90 Minuten. Die größtenteils effiziente Navigation – Ausnahmen bilden hier Nischen neben Regalen, Schränken oder Kommoden sowie Engstellen im Bereich von Stuhl- und Tischbeinen – gepaart mit den Vorteilen der breiten Hauptbürste ermöglicht dem Roboter eine ausgezeichnete Leistungskennzahl (Zeitbedarf pro m²).

Sensorik

Befindet sich der Neato Botvac Connected auf einer Reinigungsfahrt, verhält er sich nach einem für viele nicht chaotisch navigierende Staubsaugerroboter typischen Schema. Nach Start des Reinigungsprozesses dreht der Roboter zur rechten Seite, sucht die entsprechende Kante des ersten Quadranten im Raum, welchen er berechnet hat und fährt an dieser solange entlang, bis er auf einen Widerstand stößt, welchen er über die Frontsensoren (Bumper) bei Berührung bzw. Kollision erkennt. Des Weiteren besitzt der Connected die Möglichkeit, Hindernisse über die Erfassung des Lasers an der Oberseite des Roboters zu erkennen. Der Bumper, eine umlaufende Verkleidung im Frontbereich des Geräts, welche über Sensoren Zusammenstöße an die Software liefert, kommt bei Reinigungsfahrten häufig zum Einsatz. Die LiDAR-Einheit ist aufgrund ihrer Position in der Lage, Hindernisse ab einer gewissen Höhe zuverlässig zu erkennen. Auch müssen diese Möbel, Einrichtungsgegenstände usw. eine gewisse minimale Breite von ca. 1 cm aufweisen, damit der Laserstrahl hinreichend Reflexion auf der Oberfläche erfährt.  Eine Ausnahme bilden hier primär schwarze, metallische oder gläserne Materialien. Selbst einen 3 cm breiten Fuß eines Klavierstuhls (schwarz lackiert, matt) erkennt der Connected mitunter viel zu spät, wenn er diesen in einem für ihn ungünstigen Winkel anfährt. Insbesondere Glasscheiben, bodennahe Fensterflügel oder Spiegel bereiten der Lasernavigation im Generellen, so auch dem Botvac erhebliche Probleme. Da es dem Neato wie auch den kleineren Modellen D5 und D3 Connected an einem Ultraschall- (Vorwerk Kobold VR200, Xiaomi Mi Vacuum Robot) oder Infratotsensor  (Roborock Sweep One) mangelt, gelingt ihm folglich nicht immer die rechtzeitige Erkennung des Gegenstands samt vorausschauendem Ausweichen. In solchen Situationen stoppt der Roboter bei Aktivierung der Bumpersensoren ruckartig und versucht anschließend, das Hindernis zu umkreisen. Dies gelingt ihm insbesondere bei Stuhl- und Tischbeinen, falls diese auf engem Raum dicht gestellt sind, nicht immer gut. Im Regelfall umfährt er diese jedoch in teils engen Radien. Hiernach sucht er erneut die entsprechende Kante und folgt dieser bis zum nächsten Kollisionspunkt.

Gelingt dem Botvac das Anfahren eines Gegenstands nicht, neigt der Connected gleich dem D5 in Ausnahmefällen dazu, das Hindernis wiederholt zu berühren. Dies nicht nur zwei oder drei Male, sondern über ein oder mehrere Dutzend Sekunden hinweg, bis die Software ihm ein Zurückstoßen erlaubt und er sich auf der Stelle drehend um die Erfassung des Nahbereichs per LiDAR bemühen kann. Die Sensorik scheint bei solchen Ausnahmefällen nicht zwingend schuld, vielmehr wirkt das unbeholfene Agieren des Connected wie eine vorübergehende Schleife im Algorithmus der Navigation und zwingt diesen dazu, sich wiederholt einseitig zu drehen, ohne auch nur einmal einen möglichen Ausweg über die andere Gehäuseseite getestet zu haben. Auch der Vorwerk VR100 zeigt ab und an in ebensolche Engstellen ein solches Verhalten und verliert hierdurch Zeit und vor allem kostbare Akkukapazität. Der Kantensensor wie auch die restlichen an der Unterseite des Roboters sollten in regelmäßigen Abständen gesäubert werden, um ihre Funktionstüchtigkeit zu wahren. Gleiches gilt für den Bumper, in dessen Spalt an der Unterseite gröbere Verschmutzungen eindringen und die Funktion beeinträchtigen können. Auf Freigängigkeit des Kollisionsschutzes sollte stets geachtet werden, nicht nur beim Neato Botvac Connected Staubsaugerroboter. Zum Ausgrenzen bestimmter Bereiche dient das mitgelieferte Magnetband, welches zuverlässig die im Roboter verbauten Sensoren anspricht und ein Überfahren außer bei rückseitigem Aufbocken wirkungsvoll verhindert. Genau dies birgt jedoch erhebliche Gefahren, insofern Sie über eine lange und nicht nach unten hin geschlossene Treppe verfügen, an deren oberem Rand der Roboter entlangfahren muss.

Derlei Stellen haben bereits bei verschiedenen Eigentümern eines D-Form-Roboters für Abstürze gesorgt, da der Roboter, hat er sich erst einmal festgefahren, beharrlich den Ausweg im Speziellen rückwärtig sucht. Da am Heck bzw. dessen Unterboden jedoch ausdrücklich keine Sensoren zur Verhinderung eines Absturzes oder zur Erkennung von Magnetband vorliegen, fuhren sich in den letzten Jahren wiederholt Botvacs und Kobolde erfolgreich ins technische Nirvana und beschädigten während des Absturzes des Weiteren hölzerne Massivholz-Treppenstufen und sonstige Bestandteile einer typischen Etagentreppe. Demzufolge sollte mindestens ein Magnetband, befestigt mittels doppelseitigem Klebeband, vor Treppenauf- und Treppenabgängen gelegt werden. Schlusssendlich kann im Notfall aber auch dieses einen Connected nicht vor dem Exitus retten. Einzig eine Absperrung eines solchen Bereichs durch eine Leiste, eine L-Schiene oder ähnliches in Form eines physischen Hindernisse kann solche Vorfälle vollständig unterbinden. Unter dünnem Teppich (Dicke bis 1,5 cm) positioniertes Band kann dazu genutzt werden, den Roboter am Befahren des Textils zu hindern. Sinnvoll kann auf diese Weise auch die Abgrenzung von Spielbereichen in Kinderzimmern realisiert werden. Im Gegensatz zum Original von Neato ist das Magnetband von Vorwerk deutlich günstiger zu erwerben, funktioniert ebenfalls tadellos und bietet demnach eine preiswertere Alternative. Allerdings ist dieses nicht flach, sondern verfügt über eine konkave Oberseite, welche sich insbesondere unter Teppich nicht wirklich anbietet.

Reinigungsleistung

Beobachtet man den Neato Botvac Connected während des Reinigungsprozesses, so fällt auf, dass dieser mit im Vergleich zu anderen Robotern eher gemächlicher Geschwindigkeit seine Bahnen zieht, gleichfalls bei Umrundung von Hindernissen behaglich zu Werke geht. Seine sehr gründliche Reinigungsleistung im Power-Modus spricht für sich. Kanten werden sauber und zielführend abgefahren, Hindernisse bis auf Ausnahmen gekonnt und teils eng umfahren, auch Schwellen bis zu einer gewissen Höhe (ca. 1,7 cm) gut überstiegen bzw. Rampen erklommen. Feinstaub nimmt der Connected dank der hohen Gebläseleistung bei Einsatz eines Originalfilters ebenso wohlwollend auf wie größere Partikel, die Hauptbürste verklemmt nur selten und rotiert auch auf hochflorigem Teppich, ohne anzuhalten. Gemessen an anderen Modellen im gleichen Preissegment bietet der Roboter eine sehr effektive Kombibürste aus Borsten und Lamellen, welche im Normalfall (bitte bei Inbetriebnahme prüfen!) bodenschlüssig aufliegt und so auch auf Glattböden zu einem hervorragenden Reinigungsergebnis führt. Die Breite der Hauptbürste verleiht dem Neato die Fähigkeit, Räume in geringer Anzahl an Bahnen abzufahren, die gesamte Fläche rückstandslos reinigen zu können, allerdings in seinem eigenen Tempo. Auch größere Objekte wie Flusen, Einstreu von Haustieren, Haarbüschel oder ähnliches nimmt der Staubsauger dank der Gebläseleistung sowie der Kombibürste bereitwillig auf. Schnürriemen, Kabelenden, längere Blätter oder auch Socken stellen für alle Saugroboter mit rotierender Hauptbürste ein vornehmliches Problem dar, da diese sich allzu schnell um die Hauptbürste wickeln und hiernach für eine Blockade dieser sorgen. Achten Sie daher immer darauf, derlei Gegenstände fern zu halten bzw. im Vorhinein einer Reinigung zu beseitigen. Die D-Form, welche hinsichtlich der Kanten- und Eckenreinigung klare Vorteile aufweisen kann, bringt einen entscheidenden Nachteil mit sich. Sie erschwert dem Gerät das Navigieren auf kleinstem Raum.

Hier kam es – seltener als beim VR100 – wiederholt nach erfolglosen Versuchen des Sich-frei-fahrens zum für D-Sauger typischen Aufbockverhalten. Insbesondere das leichte Heck ermöglicht diesen Vorgang und unterbricht so bei Eintreten sehr effektiv bereits gestartete Reinigungsvorgänge, zum Leidwesen des bzw. der NutzerIn. In jeder dieser Situationen versuchte der Staubsauger im Vorfeld mehrmalig, über das Drehen um die eigene Achse nach rechts einen Ausweg aus der Engstelle zu finden. Nachdem diese Option ausgeschöpft war, fuhr der Roboter rückwärts, an Wänden, Möbeln und Einrichtungsgegenständen hoch und manövrierte sich daraufhin in die missliche Lage, abschalten und über eine Warnmeldung akustisch als auch per App seinen Status kund tun zu müssen. Insbesondere in diesem einen Bereich zeigen sich derart konzipierte Roboter (D-Form) runden Modellen gegenüber merklich unterlegen. Aufgrund ihrer Bauform ist ihnen ein freies Drehen auf der Stelle bei Kontakt von Möbelkanten oder anderweitigen Hindernissen nicht möglich. Sie bleiben infolgedessen des Öfteren an einem Stuhl- oder Tischbein hängen und suchen einen Ausweg über die Rückwärtsfahrt. Da der Roboter im Heck jedoch über keinerlei weitere Sensorik verfügt, kommt es reproduzierbar in gewissen Situationen zu solchem Aufbocken. Einmal bekannt ließe sich dem Problem durch Hochklappen der Stühle oder Umgruppieren der Einrichtungsgegenstände leicht entgegenwirken. Daher ist es ratsam, jeden Roboter gleich welcher Bauart bei seinen ersten Reinigungsfahrten zu begleiten und solche Problembereiche wahrzunehmen und im Vorfeld des nächsten Vorgangs zu entschärfen bzw. zu beseitigen. Begrenzt wird die Reinigungsleistung des Connected lediglich durch die im Vergleich zu runden Modellen sehr kurz ausfallende Seitenbürste. Dies macht der Roboter teils wett, indem dieser formbedingt vollständig in 90-Grad-Ecken einfahren kann. Auch größere Staubmengen und/oder Haare von Mensch und Tier sowie Staubflusen werden von der Kombibürste erfolgreich aufgenommen. Neato bietet eine weitere reine Lamellenbürste an, um alle Einsatzfälle abzudecken. Sollten Sie mit einem hohen Aufkommen von Tierhaaren in Ihrem Haushalt alltäglich sprichwörtlich kämpfen, wäre dieser Bürstentyp möglicherweise die bessere Wahl. Bei ihr können sich mangels Borsten weder lange, noch kurze Menschen- und Tierhaare derart festsetzen wie bei der Kombibürstenvariante. Die Neigung, dass sich vornehmlich sehr lange Haare um die Hauptbürste zu wickeln drohen, besteht natürlich dennoch. Ein Entfernen der Rückstände und Haarbüschel, welche sich ungünstigerweise auch im Bereich der seitlichen Lager ansammeln können, ist daher dringend zu empfehlen.

Basisstation des Botvac Connected
Basisstation des Botvac Connected

Akkukapzität

Die Kapazität des 4200 mAh fassenden Akkus reichte nach dem ersten Aufladen für bis zu 120 m² im Eco-Modus. Möchte man den Roboter stattdessen im Power-Modus betreiben, sinkt die Quadratmeterleistung auf unter 90 m². Bei größeren Etagen jenseits der 100 m² unterbricht der Connected den Saugdruchgang und lädt nach, um anschließend die Reinigung an der Stelle wieder auf zu nehmen, an der er diese unterbrach. Wird der Filter regelmäßig abgesaugt und so vor grober Verschmutzung bewahrt, gelingt dem Connected im täglichen Einsatz eine vortreffliche Reinigungsleistung auch auf kurzflorigem Teppich (max. Höhe 1,7 bis 1,8 cm). In Bezug auf die Akkukapazität kann der Staubsaugerroboter Neato Botvac Connected nicht mit allen aktuellen Topgeräten mithalten, welche dank größerer Akkupacks (bspw. Xioami 5200 mAh) oder effizienterer Technik bis zu zweieinhalb Stunden Laufzeit offerieren. Die planmäßige Navigation (Kanten – Quadrant – Bahn für Bahn) verhilft dem Roboter zu einem lückenlosen Reinigungsergebnis. Seine überzeugende Leistung hat zur Folge, dass die Staubentwicklung sowie der sich frei in der Raumluft bewegende Staubanteil und damit künftige Ablagerungen auf Möbeln und Böden deutlich zurückgehen. Die qualitativ hochwertigen Filter der Firma Neato dürften sich insbesondere für Allergiker bezahlt machen.

App-Unterstützung

Die Einrichtung des Roboters erfolgt mittels der Neato-App bequem und komfortabel über ein vorhandenes Smartphone und/oder Tablet. Am Gerät selbst können dank des beleuchteten Displays ebenfalls alle relevanten Einstellungen vorgenommen werden, so zum Beispiel die timergesteuerte Reinigung, die Wahl zwischen Eco- und Power-Modus, die Einsicht in Fehlermeldungen etc. Uhrzeit und Datum lassen sich gleichermaßen einfach über die App oder das Gerät konfigurieren, dies gilt ausdrücklich auch für die Einbindung ins heimische WLAN. Auffälligkeiten hinsichtlich der Konnektivität ähnlich des D5, welche sich in jüngster Vergangenheit hinsichtlich der Stabilität der WLAN-Verbindung im Betrieb bei einer nicht unbeträchtlichen Zahl an NutzerInnen zeigten, existieren beim Connected-Modell nicht. Nach wenigen Sekunden war das mir zur Verfügung stehende Exemplar innerhalb der App verfügbar und konnte sowohl konfiguriert als auch gesteuert werden, ohne Einbußen. Die Neato App bietet zudem seit Markteinführung des Topmodells eine sinnvolle Übersichtskarte über erfolgte Reinigungsdurchgänge in Kartenansicht, welche nun auch die Modelle D3 und D5 Connected spendiert bekamen. Somit schließt sich der Hersteller dem allgemeinen Trend an, über die Visualisierung der Vorgänge des Roboters dem bzw. der KundIn weitere wichtige Informationen zur Arbeitsweise und zur Qualität der Reinigung zu liefern.

Neato Botvac Connected
Neato Botvac Connected

Widrigkeiten

Der Neato Botvac Connected vereint zahlreiche positive Merkmale in sich, welche im Fazit im Einzelnen noch einmal aufgeführt werden. Einige Aspekte trüben das ansonsten gute Bild des Staubsaugerroboters und sollten vor dem Kauf bedacht werden:

  • Hauptbürste bei einzelnen Exemplaren nicht bodenschlüssig, dadurch erheblich schlechtere Reinigungsleistung (Kontrolle nach Kauf erforderlich, um Mangel auszuschließen), behoben werden kann dieses Problem nur durch Austausch des Geräts beim zuständigen Händler
  • im Vergleich zu aktuellen Topmodellen geringere Akkulaufzeit und Flächenleistung
  • Laufgeräusch der Sekundärrollen auf rauen Oberflächen deutlich wahrnehmbar
  • kratzempfindliches Oberflächenfinish im Bereich des Schmutzbehälters
  • Material der Oberseite des Schmutzbehälters sehr weich, verbiegt sich leicht, könnte brechen
  • eher unübersichtliche Status- bzw. Hinweis-LEDs
  • leichtes Heck durch fehlendes Gewicht erschwert Anfahrt bei frei stehender, nicht am Boden fixierter Ladestation, begünstigt das rückwärtige Aufsteigen an Mobiliar

Vorsicht ist primär in Bezug auf die Hauptbürstenproblematik zu wahren. Etwaige Nutzererfahrungen der letzten Monate verwiesen wiederholt auf die mangelhafte Qualitätskontrolle in Bezug auf die Roboter Botvac Connected und Botvac D85. Zahlreichen Exemplaren dieses Typs war ein fehlerhaft gefertigtes Chassis zu eigen, welches zur Folge hatte, dass die Hauptbürste betroffener Modelle ein- oder beidseitig 1 bis ca. 3 mm über dem Boden schwebte, deren Borsten und Lamellen teils bis keinerlei Bodenkontakt aufwiesen. Eine desolate Reinigungsleistung war die Folge und machte die Effizienz beider Botvacs abschließend zunichte. Ich selbst musste bei gleich zwei Exemplaren des Typs D85 als auch einem Connected-Modell diesen Fehler feststellen, ein Rückversand zum entsprechenden Händler war demzufolge unumgänglich. In Bezug auf die Neuzugänge D3 und D5 besteht diesbezüglich bis dato keine Gefahr. Bei keinem einzigen Neato Botvac D5 oder D3 Connected trat, soweit mir bekannt, dieser Fehler bis zum heutigen Tage auf, nicht zuletzt dank eines neuen Chassis.

Die im Vergleich zu anderen Modellen geringere Akkukapazität und Flächenleistung bei Wahl der Power-Staugstufe sowie das kratzanfällige Materialfinish mögen den bzw. die ein oder andere InteressentIn stören. Im Großen und Ganzen stellen diese Nachteile jedoch nur geringe Einbußen im Vergleich zu anderen Robotern dar, sollten vom Kauf des Roboters nicht abhalten, welcher wie bereits weiter oben angeführt über eine – bei Intaktheit des Chassis – erstklassige Reinigungsqualität verfügt. Der Vertrieb über verschiedene Onlineversandhäuser bietet zudem die Möglichkeit von Preisnachlässen und Angeboten inkl. weiteren gerätespezifischen Zubehörs. Auch die Möglichkeit der Garantieerweiterung auf ganze 5 Jahre zeichnet den Neato Botac Connected gegenüber Produkten anderer Hersteller als lohnenswerte Alternative aus.

Fazit zum Neato Botvac Connected

Wer einen zuverlässigen, intelligent navigierenden und überzeugend reinigenden Staubsaugerroboter sucht, findet im Neato Botvac Connected einen möglichen Kandidaten. Zahlreiche positive Merkmale kann dieser in sich vereinen. Für aktuell ca. 650 Euro erhält der bzw. die interessierte KäuferIn folgende Leistungen:

  • teilautonomer Serviceroboter
  • intelligentes und planvolles Navigieren durch Räume oder ganze Stockwerke
  • Lasereinheit zur Raumerfassung und -vermessung
  • Betrieb auch bei absoluter Dunkelheit möglich
  • zwei Saugstufen (Eco und Power)
  • Display auf Oberseite inkl. Bedienknöpfen zum komfortablen Konfigurieren am Gerät
  • Erkennung von Hindernissen und Abgründen durch umfangreiche Sensorik
  • Ausweichen und Umfahren von Gegenständen durch Bumper-, Nahbereichs- und Kollisionssensoren
  • überzeugende Reinigungsleistung, insofern Hauptbürste bodenschlüssig
  • deutlich vernehmbares Laufgeräusch auf unebenen Böden (Sekundärrollen)
  • breite Hauptbürste zur effektiven Schmutzentfernung
  • gemächliche Geschwindigkeit bei Reinigung
  • hohe Flächenleistung pro Minute
  • timergesteuerte Reinigung inkl. Reinigungshistorie innerhalb der App
  • Steuerung durch App
  • problemloses Reinigen des mittelgroßen Schmutzbehälters sowie Bürstenwerks aufgrund der simplen, robusten Mechanik
  • optisch größtenteils ansprechendes Design und durchdachte Funktionalität
  • in großen Teilen robustes Gehäuse in mattem Schwarz
  • Tragegriff zum Transport zwischen Stockwerken oder Räumen
  • gerade noch angemessener Endpreis
  • Möglichkeit der Garantieerweiterung auf 5 Jahre
  • Zubehör in Originalqualität nicht sonderlich preiswert

Nach nunmehr über 5 Wochen Betriebszeit zeichnet sich ein zufriedenstellendes Bild ab, welches die kleineren Schwächen und vielen Stärken des Neato Botvac Connected hinreichend widerspiegelt. Am Ende kann das Topmodell des US-amerikanischen Herstellers in vielen Belangen überzeugen, wirkt im Vergleich zum Mittelklasse-Roboter D5 etwas altbacken, bietet dennoch einige maßgebliche Vorteile, die nicht unberücksichtigt bei Ihrer Kaufentscheidung bleiben sollten. Zum einen kann der Connected mit seiner stabilen WLAN-Anbindung überzeugen. Etwaige Abbrüche zum heimischen WLAN, die eine Nichterreichbarkeit über die App zur Folge haben, bilden beim großen Connected-Modell die absolute Ausnahme. Begeistern kann zudem die Bedienung am Gerät, die durch das gut lesbare Display, welches beleuchtet und in Farbe vorliegt, weiter vereinfacht wird. Alles lässt sich bequem am Roboter konfigurieren, eine Einstellung der automatischen Reinigungszeiten vornehmen, Zeiten ändern oder löschen etc. Überzeugen kann auch die Handhabung. Der Griff des Roboters zum leichten Transport ist zweckmäßig, stabil und auch für größere Hände gedacht. Der Schmutzbehälter lässt sich einfach entnehmen, der hochwertige Filter reinigen, auch wenn das feinmaschige Geflecht vor dem Flies es zulässt, dass sich feinere Fasern und Schmutzpartikel zwischen beide Ebenen begeben und so ein Absaugen dieser nicht mehr möglich ist. Der gesamte Filter verliert hierdurch nach und nach zusätzlich an Durchsatz. Eine Überarbeitung der Durchlassgröße des Grobfiltergewebes wäre daher ratsam, betrifft gleichermaßen die anderen Connected Modelle von Neato.

Der Botvac leistete sich im Betrieb einige kleine Patzer, verantwortlich war hierfür primär das leichte Heck, dass in verschiedenen Situationen wiederholt zum Aufbäumen des Roboters bei rückwärtiger Fahrt aus Engstellen sowie zum fehlerhaften Andocken an der Station führte, insofern der Roboter manuell an der Station leicht verschoben wurde. Auch scheint der mehrmalige Hinweis auf dem Display als auch über den Lautsprecher per Tonausgabe in Fällen, in denen das Gerät über den innenliegenden Ein-Aus-Schalter deaktiviert an der Basis steht und mit Strom versorgt wird, etwas übertrieben. Jene Möglichkeit, den Roboter bei Nichtgebrauch einfach auszuschalten, ist ein großer Vorteil bei vorübergehender Abwesenheit. Viele Geräte bieten einen solchen Hardware-Schalter nicht mehr, was letztendlich einen erhöhten Akkuverbrauch während der Ruhezeiten zur Folge haben kann, nicht zwangsläufig haben muss. Sieht man von den Kletteraffinitäten des Connected einmal ab, zeigt sich die Reinigungsleistung überzeugend. Lediglich Bereiche wie Sitzgruppen, Treppenauf- und -abgänge, Türschwellen oder schmale Areale zwischen Regalen, Einrichtungsgegenständen, Lampenständern oder Blumentöpfen können der Roboter vorübergehend in seinem Vorankommen massiv beeinträchtigen. Gleiches Verhalten zeigte sich jedoch auch beim Neato Botvac D5 Connected. Daher ist dies kein negativ zu wertendes Alleinstellungsmerkmal des bis dato Topmodells der Baureihe, welches alsbald durch den Neato Botvac D7 Connected ersetzt wird.

Zwar klettert auch das Spitzenmodell nicht derart souverän wie ein Vorwerk Kobold VR200, der dank seiner Kletterhilfe selbst Schwellen mit 2 cm Höhe zu überwinden in der Lage ist, ansonsten wusste auch er über die Wochen der Nutzung hinweg zu brillieren. Der optisch etwas in die Jahre gekommene Botvac ist im Vergleich zu jüngeren Modellen immer noch schnell, effizient, reinigt bei Nichtvorhandensein des weiter oben näher erläuterten Bürstenproblems vortrefflich, navigiert überzeugend und lässt sich zudem sehr leicht warten bzw. reinigen. Der Umstand der Gehäusehöhe von 10 cm trübt das ansonsten überwiegend positive Gesamtbild bei niedrigen Möbelstücken, an denen der Roboter mit seinem LDS-Gehäuse hängen bleiben und kleinere Schäden an sich selbst oder betroffenem Mobiliar durch wiederholte Unterfahrversuche verursachen könnte. Dies betrifft ausdrücklich nur jene InteressentInnen, die auf eine Unterfahrhöhe kleiner 10 Zentimeter angewiesen sind und durch die Höhe des Modells eine Einschränkung in der Reinigungsleistung mangels Säuberung unter Sofas, Kommoden oder Regalen befürchten müssten. Kratz- und Schleifspuren vergangener Kontakte mit der eigenen Einrichtung sieht man zudem relativ schnell nach Inbetriebnahme auf der glänzenden Oberseite des Schmutzbehälters. Das an dieser Stelle verwendete Material scheint den Anforderungen nicht angemessen gewählt. Neben feineren Schleifspuren treten auch tiefere Kratzer auf, die alsbald die Oberseite des Neato Botvac Connected gelinde gesagt verschandeln. Verzerrten die Unannehmlichkeiten durch das leichte Heck und das in Teilen glänzende Oberflächen-Finish des Roboters nicht das durchaus positive Bild des Roboters, würde ich ihm ohne jeden Zweifel eine klare Empfehlung aussprechen im Bereich der Staubsaugerroboter bis 700 Euro. Wer auf das Display und die 2 Saugmodi verzichten kann, ist sicher ebenso gut mit einem Neato Botvac D5 Connected aufgehoben. Dieser ist bis auf die WLAN-Auffälligkeiten und Probleme, hervorgerufen durch seine Bauform, über nahezu jeden Zweifel erhaben.

  1. Pingback: Testbericht des Neato Botvac D7 Connected | kaeni.de

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