Neato Botvac D6 Connected vor Ladestation

Testbericht des Neato Botvac D6 Connected

Neato erneuert sein Portfolio um das Mittelklassemodell D6: Aus- oder Abgrenzung mittels Virtual Wall-Funktion, intelligentes Nachladen, Speicherung gleich dreier Grundrisse, überarbeitete Kombibürste, leicht modernisiertes Design und der bekannte Ultra-Leistungsfilter des Modells D7. Die Newarker nehmen den Kampf gegen „Tierhaare, Staub und Allergene“ bereitwillig auf und zeigen sich äußerst siegessicher. „Nehmt euch in Acht!“ mahnt Neato und fordert zeitgleich zum „Genießen“ der Unordnung auf. Weist der D6 genügend Alleinstellungsmerkmale auf, die ihn in Abgrenzung zum Topmodell D7 einem breiten Publikum attraktiv erscheinen lassen? Der folgende Testbericht gibt Aufschluss über die Vor- und Nachteile des Neato Botvac D6 Connected.

Neatos Pläne der schrittweisen Modernisierung des eigenen Produktportfolios zahlt sich aus. Schritt für Schritt erneuerte man die verschiedenen Modelle des Connected-Lineups. Nach dem D5 und D3 als Neuauflage der durch den Neato Botvac Connected so erfolgreichen Roboter-Kategorie errangen die Kalifornier mit dem Flaggschiff D7 nach einigen eher ruhigen Geschäftsjahren wieder einen großen Erfolg. Ausgezeichnet mit dem Innovationspreis für intelligente Haustechnik und Geräte auf der IFA ShowStoppers 2017,  sorgte das neue Topmodell für neuen Glanz im Ringen um die Krone der technologischen Führung auf dem Gebiet der Haushaltsrobotik. Gekürt wurde der Titelträger zum stärksten, innovativsten und am besten vernetzten Roboterstaubsauger am Markt. Besonders hervorgehoben wurden durch die Jury die Funktionen Kartierung namens Neato Floor Planner, die IFTTT-Kompatibilität sowie MyFloorPlan. Letztere Option, welche die Generierung eines Grundrisses des eigenen Haushalts ermöglicht, bietet smartphone-affinen Menschen das Einzeichnen, Speichern und daraus resultierend effektive Ausgrenzen einzelner Bereiche, Räume oder beispielsweise Teppiche. Physische Barrieren seien nicht mehr notwendig, versprach man Interessierten und Presse. Über Monate blieb der D7 das einzige Modell, welches über eine derartige Funktion des Absperrens per No-Go-Linien verfügte. Der anfänglich sehr hohe Einstiegspreis von ca. 750 bis 800 Euro verleidete vielen den Kauf angesichts der bis dato geringen Vorteile gegenüber dem Bestandsmodell D5. Mitte September überraschten die Kalifornier mit den Produktupdates der beiden Modelle Neato Botvac D4 Connected und Neato Botvac D6 Connected, die allmählich ihre Vorgänger ablösen sollten.

Die neue Mitteklasse begann bei Neato nun nicht mehr bei noch akzeptablen 650 Euro, sondern bei über 725 Euro im direkten preislichen Umfeld des Kobold VR200 der Konzernmutter Vorwerk aus Wuppertal. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Neato Botvac D7 Connected aufgrund der deutlich preisgünstigeren Konkurrenz aus China, des Preisverfalls beim Topmodell des US-Herstellers iRobot als auch der Beliebtheit des fast zweijährigen D5 aus eigenem Hause bereits massiv an Marktwert verloren und rangierte in vielen Onlineshops bei unter 675 Euro. Der neue, leicht überarbeitete Vertreter der neatoschen Mitteklasse dürfte bei der Mehrheit der Kaufinteressenten sogleich bei Markteinführung folglich einen schweren Stand gehabt haben. Verkauften einige wenige Händler Ende September 2018 den Vorgänger D5 vorrangig im Zeitraum zwischen Black Friday und Cybermonday zu grandiosen Preisen um oder gar unter 375 Euro ab, rutschte selbst das noch besser ausgestattete Flaggschiff D7 unter die 700 Euro-Marke und verzeichnete so stetig wachsende Absatzzahlen. Die Käuferschicht steht selbst Ende des 4. Quartals 2018 vor jener Entscheidung, zwischen dem D6 für ca. 675 Euro und dem D7 für ca. 625 Euro wählen zu müssen. Zeitweilig erhielt das Topmodell ein weiteres, exklusives Update, welches EignerInnen die Speicherung einzelner Zonen und damit die Einzel- oder Mehrraumreinigung, selbstverständlich zeitgesteuert, ermöglicht. Just diese neue Funktion macht es dem D6, dem diese Option nach aktuellen Erkenntnissen vorbehalten bleiben wird, nicht leichter, von sich zu überzeugen.

Die ersten Erfahrungen offenbaren zweifelsohne ein frisches, reduziert zeitgenössisches Industriedesign, gewohnt hochwertige, robuste Materialien, eine anwenderfreundliche Handhabung in Bezug auf Gerät und App als auch jene intuitive Bedienung, welche man bereits beim D7 so lobte. Der Charme des einstigen Flaggschiffs Neato Botvac Connected fiel der gewollten optischen Reduktion fast vollständig zum Opfer. Nichts glänzt und funkelt mehr, das Oberflächenfinish ist clean, in mattem Schwarz gehalten, der Schriftzug des Unternehmens weiß, nicht mehr silbern erstrahlend. Der D6 ist ein Gebrauchsgerät, kein Vorzeigeobjekt. Interaktive Karten, virtuelle Begrenzungslinien, Bedienzwang per App, leicht sauber zu haltende Materialien, ein einziger Bedienknopf am Gerät, effektive Kombibürste. Detailverbesserungen an vielen Stellen böten genügend Vorteile gegenüber dem Vorgänger Neato Botvac D5 Connected, wäre da nicht das Firmware-Update mit der Versionsnummer 4.3.0, welches zusammen mit der App-Version 2.7.0 veröffentlicht wurde, erst für das Modell D5, später für den kleineren D3. Diese Aktualisierung des Funktionsumfangs, anlässlich der IFA 2018 am 31. August hierzulande bereits offiziell angekündigt, um Bestandskunden nicht ungewollt durch die beiden Neuankündigungen D4 und D6 zu verärgern, verringert die Liste an Unterschieden zwischen Prädezessor D5 und aktueller Version erneut um folgende Merkmale: Speicherung gleich dreier Grundrisse, No-Go-Linien, Quick-Boost-Charging (Zwischenladen der für die Restreinigung benötigten Kapazität), Eco-Modus. EignerInnen eines D5 dürften angesichts der Treue Neatos gejubelt haben, KäuferInnen eines D6 wohl eher geweint. Tagesaktuell unmittelbar vor Weihnachten ermöglicht ein Budget von 675 Euro den Kauf zweier Exemplare des D5 oder eines D6. Nur 549 Euro werden fällig, möchte man die Weihnachtskasse ein wenig entlasten und greift zum D7. Reicht die neue Bürste, die dem D7 standardmäßig beigelegt ist, aus, um diesen eklatanten Aufpreis zu rechtfertigen? Diese und andere Fragen klärt der folgende Testbericht.

Neato Botvac D6 Connected
Neato Botvac D6 Connected

Überblick

Im Folgenden wird der Staubsaugerroboter hinsichtlich seiner Stärken und Schwächen Schritt für Schritt analysiert und beschrieben. Diese Einschätzungen wurden unter dem Gebot der Objektivität verfasst, enthalten möglicherweise zudem subjektive Eindrücke. Des Weiteren beziehen sich diese Erfahrungswerte auf lediglich ein Exemplar des Modells, basieren ausschließlich auf dem sechswöchigen Betrieb eines Testgeräts im Haushalt des Autors, welcher sich in Größe, Ausstattung, Wahl des Bodenbelags, der Raumaufteilung usw. mitunter stark von dem anderer InteressentInnen unterscheidet. Dies gilt es beim Lesen der nächsten Abschnitte unbedingt zu bedenken.

Inhaltsverzeichnis

  1. Bestellung & Versand
  2. Verpackung & Lieferumfang
  3. Optik & Haptik
  4. Schmutzbehälter
  5. Pflege & Wartung
  6. Hardware & Software
  7. Grundsätzliches
  8. Bedienung
  9. Navigation
  10. Saugstufen
  11. Sensorik
  12. Reinigungsleistung
  13. Akkukapazität
  14. App-Unterstützung
  15. Widrigkeiten
  16. Fazit
  17. Update #1

Bestellung & Versand

Neato bietet den D6 über eine ganze Reihe an Onlineshops wie auch lokal über Elektronikfachmärkte an. Zur Zeit meines Tests des Roboters wurde der Botvac mindestens von einem Onlineshop inkl. zusätzlichem Zubehörpaket und fünfjähriger Garantieerweiterung angeboten. Rabattaktionen im Weihnachtsgeschäft sind vor allem für den Vorgänger und das Oberklassemodell D7 zu verzeichnen, nicht jedoch für den D6. Die wenigen kürzlich veröffentlichten Test- und/oder Erfahrungsberichte fallen in Summe recht positiv aus, honorieren Merkmale wie die Materialanmutung, eine überzeugende Reinigungsqualität, den vielseitigen Funktionsumfang und die simple Handhabung. Zur Verfügung gestellt wurde mir mein vorliegendes Textexemplar dankenswerterweise von Neatos Marketingabteilung. Sollten Sie den Roboter bei einem der Händler online bestellen wollen, dürfte der Versand aufgrund der innereuropäischen Verfügbarkeit schnell von statten gehen. In Anbetracht der mitunter starken Preisschwankungen helfen Preissuchmaschinen, den Überblick zu behalten und das beste Angebot bei Bedarf zu ermitteln. Auch beim Neato Botvac D6 Connected könnte der Rückgriff auf eine Garantieverlängerung sinnvollen Schutz vor Ausfall funktionsrelevanter Bauteile bieten. Erwägen Sie dies bitte vor dem Absetzen Ihrer Order.

Verpackung & Lieferumfang

Der Roboter wurde in gewohnt sicherer und stabiler Kartonage verstaut in einer ansprechenden, sicheren Verpackung geliefert. Der eigentliche Staubsauger lagerte wie schon das Modell D5 umrandet von einem Pappring mehr oder minder erschütterungssicher, eingehüllt in eine dickere Folie. In Hinsicht auf das Design und den Aufbau der Verpackung gibt sich Neato keine Blöße. Neben dem Serviceroboter befanden sich eine Basisstation samt zweier ca. 1,8 Meter langer Kaltgerätekabel für europäische und amerikanische Norm, eine weitere Haupt- und Seitenbürste, eine Rolle Magnetband, ein zusätzlicher Filter sowie eine Bedienungsanleitung im Lieferumfang. Nach Auspacken der Einzelteile nahm das Inbetriebnehmen des Roboters nur wenig Zeit in Anspruch. Während iRobot seine Saugroboter der Topmodellreihe 900 mit Infrarotlicht-gesteuerten Absperrvorrichtungen versieht, setzt Neato beim neuen Modell D6 wie gewohnt noch jedenfalls auf gleich zwei Möglichkeiten der Abgrenzung: virtuelle Linien, eingezeichnet innerhalb der appbasierten Kartendarstellung sowie die Möglichkeit, auf in der Verwendung bewährtes Magnetband zu setzen. Letzteres ist beiliegend, 4 Meter lang und kann durch das Original von Neato oder aber durch Vorwerk-Magnetband, welches zum Teil deutlich günstiger ist, ergänzt werden, bspw. zum Abgrenzen einer Spielecke, eines hochflorigen Teppichs oder eines Geländerbereichs.

Gebläseauslass und Ladebalken
Gebläseauslass und Ladebalken

Optik & Haptik

Der Neato Botvac D6 Connected wirkt noch einmal eine Spur zeitloser als seine Vorgänger. Die Attribute modern, zeitlos schick, dennoch robust und überzeugend verarbeitet treffen auch auf ihn zu. Setzte man beim Connected noch auf edel anmutende Zierobjekte, sucht man diese beim Neuen vergebens. Alles ist in schlichtem Schwarz gehalten, matte Oberflächen lassen Kratzer bei Unterfahren von Möbeln weniger auffällig erscheinen. Der Roboter ist für den täglichen Gebrauch auch auf größeren Flächen wie gemacht. Der D6 kommt stabil daher. Der robuste, bewährte Tragegriff wurde dankenswerterweise beibehalten. Ein stressfreier Transport zwischen verschiedenen Stockwerken ist damit sichergestellt. Anmut und Handhabung überzeugen. Kennt man bereits andere Modelle des Herstellers, benötigt die Um- oder Eingewöhnung kaum Zeit. Dem Wahn, jegliche Bedienknöpfe und Anzeigen am Gerät auf das Wesentliche zu reduzieren, fiel man auch beim D6 anheim. Ohne App geht nichts mehr, Konfigurationsmöglichkeiten am Gerät bestehen nicht. Auch der neue MIttelklasseroboter zollt der fortschreitenden Integration von Haushaltsgeräten in die Onlinewelt Tribut, zu Lasten der Kundschaft. Selbst Vorwerk, einer der letzten Vertreter eines vollständigen Bedieninterfaces aus Display und Wahltasten am Gerät folgt dem Trend zur Reduktion mittlerweile vollständig. Weder eine Fernbedienung, bei iLife-Modellen nach wie vor gang und gäbe, noch die Anzeige des VR200 blieben dem neuen Kobold VR300 erhalten. Radikal arbeitet man an der Fortführung des Einbindezwangs in vorherrschende WLAN-Netze. Zwar sind diese in vielen Haushalten mittlerweile fast flächendeckend verfügbar, manch KundIn sieht in der Fernsteuerung vielleicht aber gar keinen so großen Vorteil, wie Hersteller weltweit propagieren.

Bumper, Rück- und Unterseite sowie das Chassis des Staubsaugerroboters bestehen wohlbekannt aus mattem, schwarzem Polymer. Insgesamt wirkt der Roboter neato-typisch ansehnlich, robust und teils unverwüstlich. Verarbeitung und Materialwahl zeigen sich dem Preise angemessen, der Funktion zuträglich, das Gerät selbst wirkt vordergründig stabil, gut reinigbar, wenig anfällig für Kratzer bei Möbel-, Tür- und Fußleistenkontakt. Selbst nach mehrjährigem Betrieb dürfte der D6 auf den ersten Blick noch relativ neuwertig aussehen und erst bei genauerer Betrachtung Spuren vergangener Reinigungsintervalle offenbaren. Die Funktion des Roboters bliebe hierdurch ohnehin unangetastet. Die Konzeptionierung der Modelle D3 und D5 machte bereits deutlich, dass Neato hinsichtlich der Verwendung von Bauteilen mit glänzendem Finish künftig andere Wege gehen wird, so auch beim neuen Botvac.

Schmutzbehälter

Form, Haptik und Optik des Schmutzbehälters haben sich im Vergleich zum Vorgänger nur unwesentlich geändert. Noch immer ziert die Oberseite ein mattschwarzes, festes Polymer, welches sich kaum verbieten lässt, in ausreichend dicker Wandungsstärke daher kommt und somit einen stets festen Halt des eigentlichen Behälters im Chassis des Roboters sicherstellt. Ebenso wurden die insgesamt drei Haltezungen an der Rückseite der Abdeckung beibehalten. Sie garantieren, dass das gesamte Gebilde auch bei kleineren Erschütterungen während des Überfahrens von Türschwellen usw. an Ort und Stelle arretiert bleibt. Das eigentliche Schmutzgefäß ist in vertrautem transparentem Kunststoff gehalten, wirkt ebenso stabil, dichtet an Ansaugtrakt und Filterauslass mehr oder minder luftdicht ab und lässt bei Entnahme jederzeit einen Blick auf den Inhalt , Füllstand sowie den Verschmutzungsgrad des Filtervlieses zu.

Einer täglichen, einfachen Kontrolle steht somit nichts im Wege. Im Betrieb konnten keine Verunreinigungen im Bereich neben oder unterhalb des Behälters fest gestellt werden, was für eine ausreichend feste Arretierung des Bauteils spricht. Das Einsetzen, Abnehmen und Wechseln des Filters gelingen nach einmaliger Übung schnell und zuverlässig. Wie erwartet zeigt sich auch der Nachfolger des D5 diesbezüglich sehr anwenderfreundlich. Bei Bedarf ließe sich das gesamte Gefäße nach Entnahme des Filtereinsatzes gründlich ausspülen, um auch die letzten Rückstände zu entfernen. Die große Öffnung lässt ein bequemes Aussaugen des Schmutzes zu. Leider hat sich Neato eine Absaugvorrichtung, wie sie dem Modell VR200 vorbehalten ist, für die neueren Modelle nicht abgeschaut. Den umlaufenden Dichtungen am Zugang zum Saugkanal und Filterausgang sei dank blieb der Gebläsemotor während der gesamten Testbetriebszeit von Verunreinigungen und blockierenden Fremdkörpern wirkungsvoll verschont.

In Bezug auf das Volumen hat sich nichts geändert. Die Filtereinsätze der US-Amerikaner können in allen Modellen der Connected-Reihe verwendet werden. Daher ist es jederzeit möglich, neben den etwas teureren Ultra-Leistungsfiltern auch jene aus dem Modell D3/D4 einzusetzen. Neato schimpft diese Hochleistungsfilter. Einen größeren Unterschied dürfte man nur als HaustaubmilbenallergikerIn feststellen. Grundsätzlich ist die Fläche, welche beide Filtertypen feilbieten, als im Vergleich zu Mitbewerbern sehr groß zu bezeichnen, da diese sich über die gesamte Behälterbreite erstreckt. Hieraus resultiert ein auch bei höheren Verschmutzungsgraden bzw. Füllstand überzeugender Luftdurchsatz. Durch Absaugen, Ausklopfen oder einfache Entleerung lässt sich der Roboter selbst während des Betriebs kinderleicht warten. Sollte der Behälter einmal aus der Hand gleiten, ist er dank des Verzichtes auf den Einbau teurer technischer Komponenten wie einer Gebläseeinheit (iRobot Roomba 980) relativ kostengünstig zu ersetzen.

Pflege & Wartung

Neato hat es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur das Design auf das Wesentliche zu reduzieren. Durch die konsequente App-Anbindung fielen bis auf eine einzige Bedientaste alle weiteren dem Wunsch nach Einfachheit und Klarheit zum Opfer. Einsicht in Fehlermeldungen erhält man daher auch beim neuen Mittelklassemodell ausschließlich über Status- sowie akustische Mitteilungen am Roboter (Hinweis-LEDs, Lautsprecher) sowie durch Einsicht in die App, welche bereits wenige Sekunden nach Auftreten eines Problems in Form von Push-Mitteilungen entsprechende Informationen liefert. So bleibt man selbst unterwegs hinsichtlich typischer Unterbrechungen durch Kabel, Festfahren oder sonstige Störmeldungen immer auf dem Laufenden.

Einen physischen Ein-Aus-Schalter sucht man vergebens. Um den Roboter zu deaktivieren, ist künftig ein längeres Drücken auf den einzigen Bedienknopf notwendig. Hiernach fährt das Gerät, insofern man es von seiner Basis entfernt, erfolgreich herunter. An der weiter hinten sitzenden Seitenbürste, der Länge ihrer Borsten, der Anzahl ihrer Arme, ihrer magnetischen Fixierung oder dem Werkstoff ihrer feinen Borsten hat sich auch beim D6 nichts geändert. Demzufolge erreicht sie bei Umfahren mehrerer, dicht aufeinander folgender äußerer und/oder innerer Ecken nicht bis in die hintersten Bereiche dieser und wird infolgedessen Restschmutz aus- bzw. liegen lassen. Zwar werben Neato und Vorwerk bei jedem neuen Modell erneut mit der Überlegenheit jener D-Form, welche alle Roboter beider Häuser aufweisen, nur bei Vorwerk scheint man sich angesichts der Erfahrungen mit dem ersten Kobold VR100 jedoch hinreichend Gedanken über mögliche Optimierungen gemacht zu haben. Beide Modelle, sowohl der Vorwerk Kobold VR200 als auch der Vorwerk Kobold VR300 besitzen eine mit deutlich längeren Borsten besetzte Seitenbürste vor der eigentlichen Hauptbürste gelagert, nicht jedoch dahinter, wie bei allen Vertretern der Connected-Reihe von Neato vorzufinden. Welche Erwägungen Neato bis zum heutigen Zeitpunkt dazu bewegt, ihre Roboter derart zu konzipieren, bleibt fraglich. Förderlich für die Sauberkeit insbesondere in Eckbereichen ist dieses Festhalten an ursprünglichen Entwürfen jedoch nicht.  Seit Marktstart der Botvac-Serie, dem Sukzessor der XV-Modelle inkl. Signature und Signature Pro, weisen beginnend mit dem Neato Botvac 70 Mitte des Jahres 2014 ausnahmslos alle Roboter dieselbe Seitenbürstenposition auf. Evolution geht anders, liebe Newarker!

Die Hauptbürste wurde im Detail überarbeitet. 70% Prozent mehr Fläche weist Neato als direkten Vorteil aus. Folglich sei die Schmutzaufnahme verglichen mit dem Prädezessor spürbar gewachsen. Ausdrücklich für TierhalterInnen und -liebhaberInnen sei der Neue wie gemacht. Die veränderte Anordnung ihrer Borsten und Lamellen lässt sich auf Teppichboden gut vernehmen. Durch die horizontale Ausrichtung erlangen die zur Reinigung vorgesehenen Bestandteile über die gesamte Breite bzw. Auflagefläche der Bürste Kontakt zum jeweiligen Bodenbelag. Nicht nur der hierdurch erzeugte Geräuschpegel, auch sichtbare Spuren in Faserhöhe befahrener Teppiche sprechen für eine optimierte Reinigungsleistung. Beide, sowohl die Haupt- als auch die Seitenbürste lassen sich leicht reinigen, austauschen, erstere allerdings nur schwer von größeren Ansammlungen langer Haare reinigen. Sollten Sie den D6 für Ihren Haushalt in Erwägung ziehen und mehrere HausbewohnerInnen mit längerem Haupthaar oder Fell beherbergen, ist ein wöchentliches Entfernen angesammelter Haarrückstände unausweichlich. Beachtet man diesen Umstand, steht einer über einjährigen Nutzung der robusten, qualitativ wertig ausgelegten Bürsten nichts im Wege. Haltbarkeit und einfache Handhabung bei Gerätepflege sprechen für sich.

Hardware & Software

Wie bei Ecovacs legt auch Neato jedem Connected Modell die gleiche Ladestation bei, jedenfalls äußerlich. An deren Optik, Funktion und Zuverlässigkeit ändert sich seit Jahren dankenswerterweise nichts. Das Netzteil ist in das Gehäuse der Station integriert, das Netzkabel lässt sich zum Transport oder bei Beschädigung entfernen. Die Basis weist ein im Vergleich zu anderen Stationen relativ niedriges Gesamtgewicht auf und sollte folglich bei Nutzung der Kartenspeicherungsfunktion am endgültigen Aufstellungsort fixiert werden. Doppelseitiges Klebeband (Klebestreifen auf gummierten Flächen ausreichend) oder eine rutschhemmende Unterlage können hier Wunder wirken. Das Ladekonzept des Roboters überzeugt seit jeher. Die beiden federgelagerten Ladebalken der Basis bieten den nicht beweglichen Gegenstücken des Roboters große Angriffsfläche. Dass ein Neato Botvac mal nicht erfolgreich seine Station auffindet und andockt, ist selten und auf wenige mögliche Ursachen zurück zu führen.

Einziger Kritikpunkt ist die wenn auch geringe Chance eines Kurzschlusses bei Berühren beider Pole der Station oder des Roboters. Dieser Vorgang stellt jedoch einen Sonderfall dar. Zurückzuführen waren derartige Ausfälle auf Begegnungen mit metallisch leitfähigen Gegenständen (Stuhl- oder Tischbein, Barhocker, Sofa- oder Möbelfuß, Kleiderständer, Heizung, Kind mit Gabel, Messer, Löffel oder Spielzeug). Ansonsten brilliert die Basis durch feste Kunststoffe, eine einfache, passive Kommunikation durch ein horizontales Schwarz-Weiß-Kontrastmuster mit dem Roboter und ermöglicht somit auch bei absoluter Dunkelheit das erfolgreiche Einparken und Zwischen- oder Aufladen des D6.

Wie bereits seine Vorgänger dockt auch der D6 nach Positionsbestimmung der Ladestation diese sicher an, insofern keine Hindernisse in unmittelbarer Nachbarschaft die Orientierung erschweren. Indem der Roboter ca. 30 cm vor der Ladestation hält, um sich anschließend um 180 Grad zu drehen und hiernach rückwärts die letzten Zentimeter zu bestreiten, lädt das Gerät zuverlässig auch bei Reinigung größerer Flächen nach. Selbst in Nischen oder unterhalb eines Sofas, einer Kommode oder einer Küchenzeile, in bzw. unter denen wenig Raum nach rechts und links bzw. oben zum Navigieren bleibt, scheitert der Neuling in der Regel nicht beim Versuch, die Basis zu erreichen.

Oberseite des Neato Botvac D6 Connected
Oberseite des Neato Botvac D6 Connected
LiDAR-Einheit
LiDAR-Einheit

Grundsätzliches

Der Akku des Roboters wird nach erfolgreichem Andocken stets bis zum Erreichen der vollen 100 Prozent aufgeladen. Geschieht dies nicht, da die Basis irrtümlich vom Stromnetz getrennt wurde, signalisiert dies der Roboter, indem er im Anschluss den gesamten Haushalt für einige Minuten nach der Basis absucht. Kann er diese nicht finden, bleibt das Gerät mitten im Raum oder auch gerne mal unter Bett oder Sofa stehen und gibt per Signalton sowie Push-Mitteilung über die App seine missliche Lage bekannt. Die Status-LEDs an der Oberseite des D6 visualisieren verschiedene Zustände. Vor Komplikationen ist man insbesondere in den ersten Wochen des Einsatzes nie gefeit, bleibt dank des Feedbacks durch App und Roboter aber stets auf dem Laufenden. Jegliche Vorkommnisse, seien es Aufladeprozesse, ein Verlust der WLAN-Verbindung, Fehler wie eine blockierte Haupt- und/oder Seitenbürste durch Einsaugen größerer Gegenstände (Kleidung, Kabel, Kinderspielzeug, Taschentücher), Steckenbleiben unter Möbelstücken oder Hängenbleiben auf Türschwellen, nichts bleibt im Verborgenen.

Ein Blick auf die vielfältigen Hinweise und Informationen innerhalb der App schadet insbesondere bei Erstinbetriebnahme und nach dem Liegenbleiben bei Unerfahrenheit nicht. Neben bebilderten Hilfestellungen gewährt diese hinreichende Einblicke in die Konfiguration des Roboters und verweist auf zahlreiche Tipps zum Reinigen und Pflegen des Geräts. Neato sorgte in jüngerer Vergangenheit wiederholt für Verbesserungen durch Firmware- und App-Updates, welche gleichfalls zusätzliche Funktionen wie die Kartenspeicherung auf Modelle wie den D5, D7 oder D3 brachten. In Sachen Aktualisierungsenthusiasmus muss sich Neato Robotics keine Blöße geben. Dank OTA-Update-Funktionalität findet neue Software per aktiver WLAN-Verbindung auf jeden Roboter.

Ein-Aus-Multi-Taste & Batteriesymbol
Ein-Aus-Multi-Taste & Batteriesymbol

Bedienung

Möchte man den Roboter nicht über die relativ intuitiv bedienbare App, sondern am Gerät selbst aufwecken, starten, stoppen, pausieren, einschalten, ausschalten, die WLAN-Einstellungen löschen oder in den Werkszustand zurücksetzen – mehr Optionen sind nicht vorgesehen, steht für alle genannten Vorgänge eine einzelne Taste zur Verfügung, die kontextbezogen auf die Nutzereingabe reagiert.

  • Einschalten: langes Drücken
  • Reinigung: Start durch kurzes Drücken, Pause durch kurzes Drücken, Abbruch durch längeres Drücken
  • Ausschalten: langes Drücken
  • Zurücksetzen: Taste + Bumper (rechts) 10 Sekunden drücken

Selbst Laien erlernen die Bedienung des Roboters in wenigen Tagen. Bei näherem Blick auf einen eingeschalteten D6 fallen des Weiteren sofort die unterschiedlichen Symbole auf, welche je nach Status in unterschiedlichen Farben beleuchtet sein können:

  • Blau (leuchtend): WLAN-Verbindung aktiv
  • Blau (blinkend): WLAN-Verbindung inaktiv
  • Grün (leuchtend): Akkustand zwischen 75 und 100 Prozent
  • Grün (pulsierend): Akkuaufladung aktiv zwischen 75 und 100 Prozent
  • Orange (leuchtend): Akkustand zwischen 35 und 75 Prozent
  • Orange (pulsierend): Akkuaufladung aktiv zwischen 35 und 75 Prozent
  • Rot (leuchtend): Akkustand zwischen 35 und 20 Prozent
  • Rot (pulsierend): Akkuaufladung aktiv zwischen 35 und 20 Prozent

Ein rotes Blinken oder Leuchten beider LEDs (Info- und Batteriesymbol) weist auf einen Fehler, den einen zeitlich terminierten Aufruf zur Gerätepflege (Sensoren, Bürsten,) oder auf die Notwendigkeit der Wartung und/oder des Austauschs der Verbrauchsmaterialien (Bürsten, Filter) hin. Zusätzliche Tasten sind am D6 nicht zu finden. Einzig ein kleiner Mikroschalter, der bei Vorgängern des neuesten Botvacs bereits verschiedentlich Probleme bereitete, ist im Bereich der Schmutzbehälteraufnahme zu finden und dient dazu, zu ermitteln, ob dieser eingesetzt ist oder nicht. Ist der erwähnte nicht arretiert, bleibt der Roboter inaktiv und verweigert jegliche Aufforderung zum Start einer automatischen oder Spotreinigung. Display und Tasten wurden bereits beim Neato Botvac D5 und D3 Connected wegrationalisiert. Nachdem Neato auch beim späteren Topmodell D7 bereitwillig darauf verzichtete, ein solches auf der Geräteoberseite zu integrieren, war es nicht weiter verwunderlich, dass weder der D3-Nachfolger Botvac D4, noch der D6 mit einem solchen aufwarten würden. Gut gestanden hätte es meiner Meinung nach allen Modellen. Inbetriebnahme und Konfiguration über eine zentrale Bedieneinheit am Gerät bieten insbesondere in Situationen, in denen eine Internetverbindung entweder zeitweilig oder über einen längeren Zeitraum gestört ist, jenen Komfort, welchen man sich von einem IoT-Gerät wünscht. Funktionalität in allen Lebenslagen. In manchem Moment, in dem kein Tablet oder Smartphone mit installierter App griffbereit ist, können ein paar sinnvoll positionierte Tasten die Steuerung eines Roboters grundlegend vereinfachen.

Im Zustand der Erhaltungsladung verbraucht der D6 moderate x,x Watt pro Stunde. Wird die Stromzufuhr zur Basis nicht getrennt, zeigt sich der D6 auch nach Tagen der Nichtnutzung stets bereit für Nutzereingaben. Zwar wechselt der Roboter nach einer gewissen Zeit in eine Art Standby-Modus, die WLAN-Verbindung zum Router oder Repeater bzw. Access Point wird jedoch aufrecht erhalten. Folglich steht der Botvac nach wenigen Sekunden zur Reinigung bereit. Bei Stromausfall oder gewollter Trennung vom Stromnetz (Funksteckdose, Zeitschaltuhr) schaltet sich der Roboter nach einiger Zeit aus, weist auf diesen Vorgang jedoch per Push-Nachricht rechtzeitig hin. Hiernach erfolgende timergesteuerte Reinigungsvorgänge werden nicht ausgelöst.

Ein Betrieb über einige Tage ohne Zugang zum Stromnetz ist demnach nicht möglich, ohne das Gerät zwischendurch aufzuladen und somit aus dem Ruhezustand aufzuwecken. Erst hiernach ist ein Zugriff auf das Gerät über die App erneut möglich. Um eine derartige Deaktivierung zu verhindern, muss der Roboter im Zeitraum von max. 24 Stunden mindestens einmal über die Basis mit Strom versorgt werden. Während dieser Zeit signalisiert der Neato die Netztrennung mittels akustischer Signale bzw. optischem Hinweis per Status-LED (Blinken). Wer Warntöne unterbinden möchte, muss das Gerät ausschalten, wodurch die timergesteuerte Reinigung verständlicherweise gleichfalls unterbrochen wird. Per mehrsekündigem Knopfdruck auf den einzigen Knopf vorne rechts lässt sich der Staubsauger sowohl ein- als auch ausschalten. Zur Erhaltung der maximalen Akkukapazität sollte der Botvac bei Einlagerung alle 2 bis 3 Wochen geladen werden, idealerweise in einem Bereich zwischen 30 und 70 Prozent, um einem Defekt einer oder mehrerer Zellen (bspw. Tiefentladung) entgegenzuwirken.

Micro-USB-Anschluss des Neato Botvac D6 Connected
Micro-USB-Anschluss des Neato Botvac D6 Connected

Navigatorisch geht der Neato Botvac D6 Connected ebenso zielstrebig und gründlich zu Werke wie sein Vorgänger D5. Im Vergleich zum restlichen Mitbewerberfeld gibt er sich kaum Blößen. Wer im Vergleich zu vorherigen Modellen größere Neuerungen erwartet hat, wird enttäuscht. Größere Flächen bis zu einer Größe von 100 m² stellen keinerlei Problem dar. Der Roboter wechselt Schritt für Schritt von Parzelle zu Parzelle, von Raum zu Raum, von Fußbodenbelag zu Fußbodenbelag. Dabei umfährt der Neue Einrichtungsgegenstände in gewohnter Routine, insofern diese weder mattschwarz noch besonders glänzend beschaffen sind. Bei metallischen Oberflächen, stark spiegelnden Fenster- oder Möbelfronten, bodentiefen Spiegeln oder verspiegelten Schranktüren sowie chromlastigen Tisch-, Stuhl- oder Möbelbeinen gerät das LDS des Roboters an seine Grenzen.

Dies zeigt sich unter anderem in Form von Darstellungsfehlern innerhalb der Kartenansicht der Neato-App. Absolute Dunkelheit stellt dank der verbauten LiDAR-Technik, welche per Laser die Umgebung vermisst, Hindernisse erkennt, Wegstrecken plant und Räume wechselt, keinerlei Problem dar. Die quadrantbasierte Navigation wirkt auf den ersten und zweiten Blick nicht immer logisch. Mal reinigt das Gerät einen 4 x 4 Meter großen Bereich zusammenhängend, bevor es die Räumlichkeit wechselt, mal nicht. Je nach Anfahrtsrichtung, Position des Mobiliars und Einfluss durch sich im Haushalt bewegende Bewohner menschlicher oder tierischer Natur können die Fahrtwege einzelner Reinigungen mehr oder minder stark voneinander abweichen. Lässt man den Roboter jedoch ausreichend Raum und Zeit zum Abarbeiten der einprogrammierten Zeitpläne, gelangt der Roboter über ein Umrunden der jeweiligen Parzelle und anschließendes Reinigen im Inneren Fläche peu á peu selbst in die hintersten Winkel einer Etage.

Über das Anlegen einer Karte des Haushalts auf dem Gerät findet der teilautonome Staubsauger jederzeit zur Basisstation zurück, bspw. um bei Befahren größerer Flächen nachzuladen, bevor er den Reinigungsvorgang fortsetzt. Dunkle Teppiche können auch beim Neuen zum Problem werden, falls diese schwarze Bereiche aufweisen. Dies gilt gleichfalls für Fußmatten bzw. Fußabtreter. Hier kann letztlich nur ein Test vor Ort in Ihrem häuslichen Umfeld zeigen, ob der Neato mit Ihrem Exemplar an Auslegware etc. zurechtkommt. Pauschalaussagen dahingehend sind wenig sinnstiftend. Des Weiteren zeigt sich das Modell D6 formbedingt in Nischen, zwischen Regalfüßen, beim Befahren von Engstellen in Ausnahmefällen immer noch von seiner unbeholfenen Seite. Schwerfällig manövriert auch dieser Roboter, bedingt durch seine D-Shape getaufte Form in solchen Bereichen umher, versucht bei drohendem Festfahren wiederholt die Drehung über eine Seite und sorgt so für unnötige Phasen der Unruhe. Diese Unart hat man auch beim D6 nicht abstellen können, ein Punkt, der mancher Nutzerin bzw. manchem Nutzer bitter aufstoßen dürfte. Die größte Einschränkung im Betrieb stellt demzufolge nach wie vor die Form dar. Neato bewirbt dessen ungeachtet weiter enthusiastisch das D-förmige Design seiner Geräte, deren herausstechendes Merkmal die Überlegenheit bei der Reinigung von Ecken sei. Nichts desto trotz sorgt eben diese Formgebung in Engstellen für den ein oder anderen Hängenbleiber. Sollten Sie über derartige Bereiche in Ihrem Haushalt verfügen, ist ein intensives Testen des Roboters Pflicht. Runde Staubsaugerroboter mit ähnlichen Abmaßen, jedoch einer anderen Form beglückt, zeigen sich in ebensolch herausfordernden Umgebungen allen D-Form-Geräten teils deutlich überlegen. Ein rückwärtiges Hochklettern an Einrichtungsgegenständen und Basis scheint auch dem D6 in Ausnahmefällen nicht fremd.

Dem Easy-Care-Modus (größerer Mindestabstand zu Möbeln, Wänden, Fußleisten, Hindernissen usw.) sei Dank lassen sich ungewollte Kontakte mit potentiellen Hindernissen wirkungsvoll unterbinden, um empfindliche Oberflächen (Fußleisten, Möbelfüße usw.) nicht zu beschädigen. Angenehmer Nebeneffekt: Die Flächenleistung pro Zeiteinheit wird hierdurch leicht erhöht. Zwangsläufig bedeutet dies aber auch, dass in Ecken mehr Schmutz liegen bleibt. Unverständlicherweise ist die Easy-Care-Funktion bisweilen nicht bei zeitgesteuerter Reinigung vorzuwählen. Selbst bei Anwahl unmittelbar vor Aktivierung eines zeitlich terminierten Säuberungsprozesses berücksichtigt der Roboter die Eingabe nicht, sobald er den automatischen Vorgang initiiert. Ein Firmware- und/oder App-Update schafft hier zeitnah hoffentlich Abhilfe.

Verschleißteile des Roboters
Verschleißteile des Roboters

Saugstufen

Der Staubsaugerroboter kennt zwei Betriebsmodi (Power- und Eco-Modus). Ein Wechseln der Gebläseleistung ist selbst im Betrieb jederzeit möglich. Die Lautstärke während des Betriebs im Power-Modus ist auch beim neuesten Spross Neatos als sehr deutlich wahrnehmbar zu bezeichnen. Besonders die Hauptbürste erzeugt einen hohen Lärmpegel auf textilen Bodenbelägen. Das Umschalten in den Eco-Modus sorgt daher nur noch bedingt für eine effektive Reduzierung der Emissionswerte,. Ein Teppich-Turbo-Modus wie beim iRobot Roomba 980, Xiaomi Roborock Sweep One, Ecovacs Deebot Ozmo 930 oder AEG RX9 existiert beim D6 leider nicht. Erfahrungsgemäß liegt die Reinigungsleistung des Neato Botvac D6 Connected auf Augenhöhe mit Produkten namhafter Mitbewerber. Hinweise auf Qualitätsschwankungen in der Fertigungsqualität des Roboterchassis, welche in der Vergangenheit wiederholt zur Folge hatten, dass vorrangig Neato Botvac Connected mit ihrer Hauptbürste nicht bodenschlüssig auflagen, bestehen bislang nicht.

Die kleineren Sekundärrollen sind beim Überfahren von Dielenboden hinlänglich wahrnehmbar. Ein weicheres Material des Rollenkörpers hätte hier Abhilfe schaffen können, dann womöglich auf Kosten eines höheren Verschleißes. Der Geräuschpegel bereitet bei Gesprächen in ein und demselben Raum Unannehmlichkeiten. Zugunsten der Reinigungsintensität sollte der D6 vor allem in jenen Zeiträumen Einsatz finden, in denen die überwiegende Zahl an HausbewohnerInnen Tätigkeiten außer Haus nachgeht. Ein Betrieb im Power-Modus macht bei gleichzeitiger Anwesenheit wenig Freude. Sorgen muss man sich bei Anwesenheit von Haustieren jedoch nicht. Selbst empfindliche Gemüter finden sich relativ schnell mit dem neuen Mitbewohner ab und weichen diesem in andere Bereiche des Haushalts aus, insofern eine Möglichkeit besteht. In Sachen Reichweitenleistung brilliert der Botvac nicht ähnlich souverän wie die chinesische Konkurrenz. Ca. 120 Minuten Betriebszeit lassen jedoch kaum Wünsche offen. Die Navigation des Roboters lässt sich effektivieren durch Anlegen und Vorhalten eines gespeicherten Grundrisses. Zwar lassen sich hierdurch Zeitverluste bei Reinigung problembehafteter Bereiche (Nischen, Stuhl- und Tischbeine usw.) nur geringfügig minimieren, auf freier Fläche kann der D6 infolge der Optimierung von Fahrtwegen dank der Kartenspeicherung dann jedoch seine Stärken ausspielen. Gepaart mit den Vorteilen der breiten Hauptbürste erzielt der Neato eine ausgezeichnete Leistungskennzahl (Zeitbedarf pro m²).

Absturzsensor (links)
Absturzsensor (links)

Sensorik

Neatos neue Mittelklasse ist mit den für die Connected-Reihe bekannten Absturz- (Unterboden an Front und Seiten), Kollisions- (frontal unter Bumper) und Wandverfolgungssensoren (rechte Seite Gehäuse) sowie einem Laserdistanzsensor zur Triangulation ausgestattet. Nichts neues, alles bewährte Technik der Vorgänger. Dank dieser umfangreichen Messinstrumente ist auch der Botvac D6 im Stande, seine Umwelt bis auf wenige Millimeter genau in Distanzen bis ca. 6 Meter zu vermessen und diese Ergebnisse auszuwerten. Anhand eines ausgeklügelten Algorithmus fährt der Roboter sodann nach einer ersten Erkundung durch Rotieren auf der Stelle den Haushalt Parzelle für Parzelle, erst über die Ränder, anschließend in Bahnen im Innern dieser ab. Die systematische Reinigung verläuft in der Regel äußerst zuverlässig. Nur in Räumlichkeiten mit reichlich Mobiliar wie Stühlen und Tischen gelangt auch der D6 an seine Grenzen. Hier muss er auf engem Raum navigieren, aufgrund seiner Bauform fällt ihm das nicht immer leicht. Zwar erkennt die LiDAR-Einheit aufgrund ihrer exponierten Position auf der Gehäuseoberseite Hindernisse bereits aus einigen Metern Entfernung. Diese zu umfahren und dabei die Systematik zu wahren, stellt den Connected vor sichtbare Herausforderungen. Zudem ist bei derlei Barrieren eine gewisse minimale Breite von ca. 1 cm erforderlich, um vom Laserstrahl des LDS hinreichend erfasst zu werden. Roboter wie der D6 bevorzugen helle Oberflächen, die wenig Raum für ungewollte Reflexionen bieten.

Gläserne Fronten, bodentiefe Spiegel, verchromte oder sonstige metallische Flächen u.ä. können einen LiDAR-navigierenden Serviceroboter mitunter erheblich in seiner Tätigkeit stören. Dies gilt jedoch für ausnahmslos alle Geräte, die per Lasertriangulation ihr Umfeld scannen. Nicht in jedem Haushalt bei jeder Fensterfront oder jeder spiegelbewehrten Schranktür muss eine vorübergehende Störung der Navigation auftreten. Derartige Vorkommnisse der seltenen Natur bedürfen auch eines gewissen Lichteinfalls. So können solcherlei Probleme im Winter an bestimmten Stellen im Haushalt auftreten, im Sommer jedoch nicht. Gleiches gilt für besonders dunkle Bodenbeläge und/oder Möbel. Schwarze Oberflächen absorbieren das ausgesendete Licht. Die wenigen Strahlen, die zum Detektor zurückgelangen, reichen oft nicht aus, um einen Abgrund oder Gegenstand wahrzunehmen. Demzufolge kann es bei Betrieb auf sehr dunklem Naturstein, Steinzeug- oder Feinsteinzeugfliesen sowie auf schwarzen textilen Bodenbelägen, Fußabtretern und Läufern zu Schwierigkeiten kommen. Im Bestreben, solch vermeintlichen Absturzstellen auszuweichen, untersagt der Roboter im Ausnahmefall auch mal den weiteren Betrieb. Die Reaktionsfreudigkeit der Absturzsensoren sollten Sie daher zielgerichtet vor Ort in Ihrem Zuhause auf die Probe stellen, um im Nachhinein von Reingungsunterbrechungen durch Festfahren nicht unangenehm überrascht zu werden.

Im Verzicht auf einen Ultraschallsensor, wie er dem Xiaomi Mi Vacuum Robot oder dem Kobold VR200 von Vorwerk zuteil wurde, fehlt dem D6 ein weiteres verlässliches Instrument, um in voller Fahrt auch Hindernisse wahrzunehmen, die durch die anderen Sensoren nicht erfasst werden. Ein rechtzeitiges Erkennen des Gegenstands samt vorausschauendem Ausweichen ist somit nicht immer gewährleistet. In solchen Situationen stoppt der Roboter bei Aktivierung der Bumpersensoren ruckartig und versucht anschließend, das Hindernis zu umkreisen. Dies gelingt auch dem Neuen vorbildlich, es sei denn, er befindet sich in einem Bereich mit vielen Stuhl- und Tischbeinen, die auf engem Raum dicht gestellt sind. Die D-Form, die in Ecken laut Neato das Reinigungsergebnis positiv beeinflussen soll, wird hier für den Roboter zum vorübergehenden Problem. Der D6 wie auch alle anderen Roboter von Neato oder Vorwerk sind dank D-Shape angesichts ihrer Gehäuseform nur bedingt in der Lage, auf der Stelle zu drehen. Im Einzelfall kann es auf Beobachter irritierend wirken, wie sich das Gerät pingpongartig hin und her bewegend und teils wiederholt umherdrehend durch solche Problembereiche bewegt. Schlussendlich navigiert aber auch der neueste Sprössling der Connected-Reihe sicher durch solche Stellen im Haushalt. Gelingt dem Botvac das Anfahren eines Gegenstands nicht, neigt der D6 gleich den Modellen D7, D5, D3 und Connected in Ausnahmefällen dazu, das Hindernis wiederholt zu berühren. Dies nicht nur zwei oder drei Male, sondern über mehrere Sekunden hinweg, bis die Software ihm ein Zurückstoßen erlaubt und er sich auf der Stelle drehend um die Erfassung des Nahbereichs per LiDAR bemühen kann.

Der Kantensensor wie auch die restlichen an der Unterseite des Roboters sollten in regelmäßigen Abständen gesäubert werden, um ihre Funktionstüchtigkeit zu wahren. Gleiches gilt für den Bumper, in dessen Spalt an der Unterseite gröbere Verschmutzungen eindringen und die Funktion beeinträchtigen können. Auf Freigängigkeit des Kollisionsschutzes sollte stets geachtet werden. Auch das LDS bedarf bei hohem Aufkommen von Staub der Reinigung in gewissen Abständen, indem mit einem Q-Tipp die Linse der Laserdiode von feinen Spinnweben, Staub und Fusseln befreit wird. Zum Ausgrenzen bestimmter Bereiche dient das mitgelieferte Magnetband, welches zuverlässig die im Roboter verbauten Sensoren anspricht und ein Überfahren außer bei rückseitigem Aufbocken wirkungsvoll verhindert. Genau dies birgt im Einzelfall erhebliche Gefahren, insofern Sie über eine lange und nicht nach unten hin geschlossene Treppe verfügen, an deren oberem Rand der Roboter entlangfahren muss. Bringen Sie bei Bedarf das Absperrband in einigen Zentimetern Abstand vor jenem Abgrund an, vor dem Sie Ihren Roboter bewahren möchten. Dies gewährt Ihrem Gerät ausreichend Raum für Drehbewegungen, zum Ausweichen und zum rechtzeitigen Erfassen über die beiden am Unterboden befindlichen Magnetsensoren. In unmittelbarer Nähe zum Treppenabgang angebrachtes Sperrband führte in der Vergangenheit bei einzelnen NutzerInnen wiederholt zu Abstürzen ihres Roboters. Der gänzliche Verzicht ebenso. Bei Verschmutzen der Absturzsensoren am Unterboden bliebe dem Roboter keine Möglichkeit mehr, sich vor dem Herunterfahren an Stellen wie Treppenauf- und -abgängen zu schützen. Eine Verwendung des oft als unansehnlich oder hässlich titulierten Bandes, welches unter einer metallischen, magnetisierbaren Leiste (problematisch sind bestimmte Edelstähle, Aluminium, Kupfer) untergebracht werden kann, wird daher dringend empfohlen.

Reinigungsleistung

An Geschwindigkeit hat der Neato Botvac D6 Connected im Vergleich zu seinem Vorgänger nicht gewonnen. Auch er zieht verglichen mit Robotern anderer Hersteller eher gemächlich seine Runden respektive Bahnen, profitiert hierbei jedoch von einer der breitesten Hauptbürsten der Branche. Dank dieser gelingt dem Neato eine hervorragende Flächenleistung pro Zeiteinheit. Sanft zeigt sich das neue Modell beim Umrunden von Hindernissen, besonders im Easy-Care-Modus, in dem der Staubsauger im Test bis auf wenige Ausnahmen (gläserne, sehr schmale oder schwarze bzw. metallische Objekte) kein einziges Möbelstück etc. berührte. Seine sehr gründliche Reinigungsleistung im Power-Modus spricht ebenfalls für sich. Dies dürfte primär der runderneuerten Hauptbürste zu verdanken sein. Insbesondere auf Teppich, einem der maßgeblichen Schwachpunkte heutiger Roboter im Vergleich zu handelsüblichen Bodenstaubsaugern, erzielt sie nachweislich bessere Reinigungsergebnisse. Ihre Borsten und Lamellen überzeugen auch auf Glattböden. Auch größere Objekte wie Flusen, Einstreu von Haustieren, Haarbüschel oder ähnliches nimmt der Staubsauger aufgrund der angemessenen Gebläseleistung bereitwillig auf. Schnürriemen, Kabelenden, längere Blätter oder auch Socken stellen für alle Saugroboter mit rotierender Hauptbürste ein vornehmliches Problem dar, da diese sich allzu schnell um die Hauptbürste wickeln und hiernach für eine Blockade dieser sorgen. Achten Sie daher immer darauf, derlei Gegenstände fern zu halten bzw. im Vorhinein einer Reinigung zu beseitigen.

Kanten werden wie bereits beim D5 gewohnt sauber und zielführend abgefahren, die Seitenbürste sorgt dafür, dass auch die letzte Staubfluse im Behälter verschwindet. Gleiches gilt für Hindernisse, die bis auf Ausnahmen gekonnt und teils eng umfahren werden, insofern der Neato genügend Raum hat, um den Körper zu rotieren. Auch bleibt in Haushalten mit normalem Verschmutzungsgrad so gut wie nichts liegen. Bei Schwellen zeigt sich der Botvac etwas eigenwillig. Bis zu einer gewissen Höhe (ca. 1,8 cm) werden diese gut überstiegen bzw. Rampen erklommen. Verliert der Roboter bei Überfahrt über die Unterbodensensoren an der Front jedoch sprichwörtlich den Kontakt zum Boden, bleibt das Gerät unvermittelt stehen und meldet sich mit einer Fehlermitteilung. Generell ist zu statuieren, dass der D6 Feinstaub dank der hohen Gebläseleistung bei Einsatz eines Originalfilters ebenso wohlwollend aufnimmt wie größere Partikel, die Hauptbürste verklemmt nur selten, hier vorrangig auf hochflorigem Teppichboden, welcher ohnehin für viele Geräte ein Problem darstellt. Die D-Form, welche hinsichtlich der Kanten- und Eckenreinigung klare Vorteile aufweisen kann, bringt wie bereits erwähnt den entscheidenden Nachteil mit sich, das Navigieren auf kleinstem Raum zu erschweren. Zwischen Stuhlbeinen unter Tischen kann dies folglich dazu führen, dass Teilbereiche ausgelassen werden. Auch neigt der D6 wie bereits seine Schwestermodelle nach erfolglosen Versuchen des Sich-frei-fahrens zum für D-Sauger typischen Aufbockverhalten. Dies wurde im Vergleich zum Ur-Connected reduziert, gänzlich abgewöhnen konnten es ihm die Neato-Softwareentwickler aber offensichtlich nicht. Daran ändert auch die seit Erscheinen der Modelle D3 und D5 optimierte Gewichtsverteilung im Bereich des Chassis nichts. Sie sorgt lediglich dafür, dass dieses Phänomen seltener auftritt.

Sieht man von der latenten Gefahr ab, bei Kontakt von Möbelkanten oder anderweitigen Hindernissen Spuren an selbigen zu hinterlassen, gibt es an der Reinigungsleistung des Botvacs nichts auszusetzen. Es ist immer ratsam, Roboter gleich welcher Bauart bei ersten Reinigungsfahrten zu begleiten und solche Problembereiche wahrzunehmen und im Vorfeld des nächsten Vorgangs zu entschärfen bzw. zu beseitigen. Einzig der Wunsch nach einer längeren und weiter vorne neben oder vor der Hauptbürste positionierten Seitenbürste verbleibt bei näherer Betrachtung. Größere Staubmengen und/oder Haare von Mensch und Tier sowie Staubflusen werden von der neuen Kombibürste erfolgreich aufgenommen. Neato bietet gleichfalls die beiden älteren Bürstenmodelle an, eine spiralförmige Kombivariante sowie eine weitere mit reinem Besatz durch Lamellen. Sollten Sie mit einem hohen Aufkommen von Tierhaaren oder langen Haaren in Ihrem Haushalt alltäglich sprichwörtlich kämpfen, wäre dieser Bürstentyp möglicherweise eine gute Wahl. Bei ihr können sich mangels Borsten weder lange, noch kurze Menschen- und Tierhaare derart festsetzen wie bei den älteren und neuen Kombibürstenvarianten. Die Neigung, dass sich vornehmlich sehr lange Haare um die Hauptbürste zu wickeln drohen, besteht natürlich dennoch. Ein Entfernen der Rückstände und Haarbüschel, welche sich ungünstigerweise auch im Bereich der seitlichen Lager ansammeln können, ist daher dringend zu empfehlen.

Wird der Filter regelmäßig abgesaugt und so vor grober Verschmutzung bewahrt, gelingt dem D6 im täglichen Einsatz eine vortreffliche Reinigungsleistung auch auf kurzflorigem Teppich (max. Höhe 1,7 bis 1,8 cm, Faserlänge unter 2 cm).

Akkukapzität

Die Newarker setzen auch im Modell Neato Botvac D6 Connected auf bewährte Technik. Zum Einsatz kommt jenes Akkupack, welches bereits im D5 und D7 Verwendung findet. Dessen Kapazität beträgt 4200 mAh bei 14,4 Volt Spannung. Nach dem ersten Aufladen reicht die gespeicherte Energie für bis zu 120 m² im Eco-Modus. Der Power-Modus fordert seinen Tribut, die Laufzeit schrumpft um gut eine halbe Stunde. Entsprechend höher ist die subjektiv wahrgenommene Reinigungsleistung. Möchten Sie den Roboter auf größeren Etagen jenseits der 100 m² einsetzen, unterbricht dieser den Saugdurchgang bei Erreichen einer vordefinierten Mindestkapazität, um zum Zwischenladen an die Basisstation zurück zu kehren, anschließend die Reinigung an der zuletzt befahrenen Stelle fortzusetzen. Eine Vollladung nimmt ungefähr 2,5 Stunden in Anspruch.  In Bezug auf die Laufleistung kann der Staubsaugerroboter Neato Botvac D6 Connected nicht mit allen aktuellen Topgeräten mithalten, welche dank größerer Akkupacks (bspw. Xioami 5200 mAh) oder effizienterer Technik bis zu zweieinhalb Stunden Laufzeit offerieren.

App-Unterstützung

Die Einrichtung des Roboters erfolgt mittels der Neato-App bequem und komfortabel über ein vorhandenes Smartphone und/oder Tablet. Bei Vorhandensein eines anderen Neato-Modells wird der neue Roboter der Übersicht als weiteres Gerät einfach hinzugefügt. So lassen sich gleich mehrere Botvacs bequem in der Neato-App verwalten und je nach Bedarf konfigurieren. Innerhalb der beiden Varianten für iOS und Android lassen sich alle relevanten Einstellungen vornehmen, so zum Beispiel die timergesteuerte Reinigung, die Wahl zwischen Eco- und Power-Modus, die Einsicht in Fehlermeldungen, die Aktivierung der Clean-Care-Einstellung, gespeicherte Karten vergangener Reinigungsfahrten einsehen, neue Hauptkarten für insgesamt 3 verschiedene Stockwerke anlegen, bearbeiten und mit No-Go-Linien oder ähnlichem ausstatten. Letzteres bewährt sich vor allem bei Vorhandensein von Spielbereichen in Kinderzimmern, langflorigen Teppichen mit langer Faser, Home-Entertainment-Bereichen mit vielen Kabeln usw. Dies gilt gleichermaßen für die Einbindung ins heimische WLAN. Die Neato App gibt Aufschluss über nahezu alles. Selbst Videos und Anleitungen sind im Hilfebereich zu finden und erleichtern die Bedienung des Geräts im Alltag spürbar. Die US-Amerikaner zeigen sich hinsichtlich ihrer App von ihrer vorbildlichen Seite. Das Starten und Steuern des Roboters über Dienste wie Amazon Echo oder Googles Variante ist selbstverständlich ebenso einfach nach Einbindung des D6 möglich. Über eine simple Spracheingabe ließe sich der Roboter somit zu einer Reinigungsfahrt überreden, in seinem Arbeiten unterbrechen oder zum Laden zur Station zurück befehligen. Eine Bereichsreinigung, wie sie dem Flaggschiff Neato Botvac D7 Conneted kürzlich durch ein umfangreiches Firmware-Update zuteil wurde, existiert bedauerlicherweise für das nächst kleinere Modell nicht.

Neato Botvac D6 Connected
Neato Botvac D6 Connected

Widrigkeiten

Der Neato Botvac D6 Connected vereint zahlreiche positive Merkmale in sich, welche im Fazit im Einzelnen noch einmal aufgeführt werden. Einige Aspekte trüben das ansonsten gute Bild des Staubsaugerroboters und sollten vor dem Kauf bedacht werden:

  • Kombi-Hauptbürste durch geändertes Design deutlich lauter im Abrollgeräusch als vorherige Version
  • im Vergleich zu aktuellen Topmodellen anderer Hersteller etwas geringere Akkulaufzeit und Flächenleistung, insbesondere im Turbo-Modus
  • übersichtliche Status- bzw. Hinweis-LEDs, jedoch Verzicht auf Display und Konfigurationsschaltflächen am Gerät
  • Einknopfbedienung mit Mehrfachbelegung
  • Navigation in Bereichen mit vielen Hindernissen ähnlich schwerfällig wie bei Vorgängerversion, folglich vergleichbares Festfahren in Engstellen, derlei Vorgänge bilden aber eine Ausnahme
  • Rangieren auf engem Raum mitunter durch Rückwärtsfahrt, infolge dessen latente Gefahr der Beschädigung sensibler Möbeloberflächen durch Gehäuse und/oder Ladebalken
  • potentielle Kurzschlussgefahr bei rückwärtigem Rangieren an metallischen Oberflächen bei Kontakt mit beiden Ladebalken
  • hoher Preis im Vergleich zum Flaggschiff Neato Botvac D7 Connected

Vorsicht ist primär in Bezug auf die Neigung des Roboters zu wahren, sich über eine Rückwärtsfahrt aus Engstellen zu befreien. Hat man als KäuferIn diesen Umstand im Auge, der ebenfalls ausnahmslos allen Vorgängern zur Last gelegt werden muss, zeigt sich der Roboter grundsätzlich von seiner guten Seite.

Neato hat bei der Akkukapazität noch einmal nachgelegt. Die vorgehaltene Energie reicht selbst für die Reinigung größerer Haushalte im Eco-Modus. Bei Bedarf lädt der Roboter punktgenau das nach, was für die Fortführung der Reinigung benötigt wird. Vorbildlich! Die Reinigungsqualität des D6 überzeugt in jedem Fall, hingegen nicht der aktuell aufgerufene Preis. Ca. 700 Euro empfinde ich angesichts der zahlreichen Lockangebote für das Flaggschiff überhöht. Der D7 besticht nicht nur dank des kürzlich erfolgten Funktions-Updates durch die Zonen- bzw. Bereichsreinigung, er ist auch kostengünstiger zu erstehen und dürfte als Topmodell der Connected-Reihe mindestens ebenso lange Sicherheits- und Funktionsaktualisierungen erhalten wie das kleinere Mittelklassemodell D6. Dankenswerterweise bietet der Vertrieb über verschiedene Onlineversandhäuser die Möglichkeit Teilnahme an Preisnachlässen und Angeboten inkl. weiterem gerätespezifischen Zubehör. Auch die Möglichkeit der Garantieerweiterung auf ganze 5 Jahre zeichnet den Neato Botac D6 Connected gegenüber Produkten anderer Hersteller als mögliche Alternative aus.

Fazit zum Neato Botvac D6 Connected

Wer einen zuverlässigen, intelligent navigierenden und überzeugend reinigenden Staubsaugerroboter sucht, findet im Neato Botvac D6 Connected einen möglichen Kandidaten. Zahlreiche positive Merkmale kann dieser in sich vereinen. Für aktuell ca. 660 Euro erhält der bzw. die interessierte KäuferIn folgende Leistungen:

  • teilautonomer Serviceroboter
  • intelligentes und planvolles Navigieren durch Räume oder ganze Stockwerke
  • Lasereinheit zur Raumerfassung und -vermessung
  • Betrieb auch bei absoluter Dunkelheit möglich
  • zwei Saugstufen (Eco und Power)
  • verschiedene Hinweis-LEDs an Geräteoberseite informieren über Status des Roboters
  • Erkennung von Hindernissen und Abgründen durch umfangreiche Sensorik
  • Ausgrenzen einzelner Bereiche über die Virtual-Wall-Funktion
  • Easy-Care-Modus zum Schutz des Mobiliars
  • Ausweichen und Umfahren von Gegenständen durch Bumper-, Nahbereichs- und Kollisionssensoren
  • überzeugende Reinigungsleistung
  • deutlich vernehmbares Laufgeräusch auf unebenen Böden (Hauptbürste, Sekundärrollen)
  • breite Hauptbürste zur effektiven Schmutzentfernung
  • gemächliche Geschwindigkeit bei Reinigung
  • mitunter hohe Flächenleistung pro Minute
  • rückwärtiges Aufbocken bei Navigation auf kleinem Raum
  • Möglichkeit des Kurzschlusses bei Kontakt der Ladebalken mit leitenden Oberflächen
  • timergesteuerte Reinigung inkl. Reinigungshistorie innerhalb der App ohne Easy-Care-Modus
  • Steuerung durch App
  • problemloses Reinigen des mittelgroßen Schmutzbehälters sowie Bürstenwerks aufgrund der simplen, robusten Mechanik
  • optisch sehr ansprechendes Design und durchdachte Funktionalität
  • robustes Gehäuse in mattem Schwarz
  • Tragegriff zum Transport zwischen Stockwerken oder Räumen
  • hoher Endpreis
  • Möglichkeit der Garantieerweiterung auf 5 Jahre
  • Zubehör in Originalqualität nicht sonderlich preiswert

Nach nunmehr fast 4 Wochen Betriebszeit zeichnet sich ein wie erwartet zufriedenstellendes Bild ab, welches neben einigen wenigen Schwächen gleichwohl die vielen Stärken des neuen Neato Botvac D6 Connected offenbart. Was macht der D6 besser oder schlechter als seine Vorgänger und Mitbewerber?

Zunächst einmal reinigt er überzeugend. Stellen, an die er heran kommt, werden vorbildlich gesäubert. Gleiches gilt für Handhabung und Bedienung. Neato schöpft an dieser Stelle aus fast zwei Jahrzehnten Erfahrungen im Roboterbau. In Belangen wie Reinigungsqualität, Haptik und Optik dürfen sich andere Unternehmen gerne etwas abschauen. Im Vergleich zu Mitbewerbern wie dem Xiaomi Roborock Sweep One mutet das getestete Gerät dessen ungeachtet gerade in Bezug auf die Qualität der Navigation insbesondere in Bereichen des heimischen Haushalts, in denen auf engem Raum operiert werden muss, teils eher unbeholfen an. In mancher Situation gibt sich der D6 allzu robust, als wolle er Situationen des Festfahrens mit Gewalt lösen, statt durch Umsicht und Besonnenheit. Sieht man ihm dabei zu, fällt es schwer, ihm nicht die ein oder andere Schmähung zu entgegnen. Doch handelt es sich hierbei nicht um gelebte menschliche Charakterzüge, sondern um nüchterne Algorithmen, die dem Roboter ohne Gnade vorgeben, wie er sich zu wenden und zu winden hat, insbesondere in Ausnahmefällen. Derlei Programmierung kann jederzeit durch ein Update der Firmware optimiert werden. Ein Emporklettern an einem Stuhlbein ist keine Marotte, sondern eine Unbedachtheit innerhalb des dem Endgerät vorgegebenen Codes. Und so hoffe nicht nur ich, dass Neato Robotics, nun unter der Schirmherrschaft der Wuppertaler Vorwerk Gruppe, an solchen Feinheiten feilen wird, und zwar bedächtig und nachhaltig. Sieht man von diesem einen Punkt ab und gestaltet womöglich seinen Haushalt an ein oder zwei Stellen um, so kann man mit dem Neato Botvac D6 Connected durchaus sehr glücklich werden. Er bietet vieles, was man sich von einem Staubsaugerroboter im Jahr 2018 nur wünschen kann.

App-Bedienung, überlegene Haptik, robustes Gehäuse, hohe Reinigungsleistung, stabile WLAN-Verbindung, intuitive App – für einen Mittelklasse-Roboter ist das aller Ehren wert. Möglicherweise sollten Interessierte noch ein wenig mit ihrer Kauforder warten, bis sich der Wert des Produktes dem des größeren Modells D7 zumindest weiter angenähert hat. Müsste ich mich zwischen einem D7 oder einem D6 entscheiden, würde ich unter heutigen Gesichtspunkten anlässlich der Erkenntnisse dieses Testberichts zum Flaggschiff greifen und mich zugunsten des D7 entscheiden. Die Bereichsreinigungsfunktion, der alsbald eine Einzel- oder Mehrraumreinigung folgen kann, bietet zahlreiche Vorteile im täglichen Umgang mit dem Roboter. Möchte man nach dem Frühstück beispielsweise nur die Küche reinigen, wählt man einfach die entsprechende Karte aus und zeichnet den zu säubernden Bereich mittels eines VIerecks oder mehrerer sich überlagern dürfender Rechtecke ein und schon erledigt der Roboter just den Rest. Gerade Familien mit Kleinkindern profitieren von dieser Option vermutlich am meisten. Spricht Sie diese Möglichkeit nicht an, so lohnt ein Blick auf eines der zahllosen Angebote für das Vorgängermodell Neato Botvac D5 Connected. Teils wird der Roboter für unter 400 Euro gehandelt und leistet bis auf einen kleineren Akku und die ältere Kombibürste ebenfalls gute Arbeit. Fairerweise sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass es sich beim genannten Produkt um ein Auslaufmodell handelt. Ob der D5 überhaupt weitere Updates erhält, ist fraglich. Mit der zuletzt erfolgten Aktualisierung erfolgte auch eine Funktionserweiterung um die Möglichkeit der Kartenspeicherung und Einzeichnung von No-Go-Linen (Virtual Wall). Mit großer Dankbarkeit nahm ich diese Erweiterung der Möglichkeiten meines Gerätes in Empfang. Für mich bedeutete allein dieses Zugeständnis an Bestandskunden bereits einen beträchtlichen Gewinn an Zufriedenheit in Bezug auf meinen Roboter. Ich bezweifle, dass Neato noch einmal ein derartiges Eingeständnis an uns KäuferInnen des D5 machen wird. Erfreulich und erbauend wäre es in jedem Fall.

Schwächen erlauben sich alle drei genannten Geräte, darüber können die vielen Schmankerl nicht hinweg täuschen, im Navigieren in Bereichen, die eine hohe Dichte an potentiellen Hindernissen wie Tisch- und Stuhlbeinen, Möbelfüßen, Lampensockeln, Instrumentenständern und ähnlichem Mobiliar aufweisen. Auch das Überwinden von Türschwellen gelingt dem neuen Mittelklasse-Roboter nicht ohne Weiteres. Wiederholt kam der D6 in meinem Haushalt an einer bestimmten Stelle zum Erliegen, musste händisch auf eine flache Ebene abgestellt und dort manuell erneut gestartet werden. Diese Vorkommnisse haben mit dem letzten Update erfreulicherweise abgenommen. Falls Sie keine derartigen Türschwellen in rampenähnlicher Konstruktionsweise in Ihrem Haushalt vorliegen haben, dürfen Sie diesen Aspekt getrost überlesen. Handhabung und Nutzwert (leicht zu reinigen, leicht zu warten, Verschleißteile leicht zu wechseln, leicht zu transportieren) überzeugen, daran besteht kein Zweifel. Wird die Station sorgsam festgeklebt, funktioniert auch die No-Go-Linien-Option ohne weiteres. Es ist ein wenig so, als müsse man sich mit dem D6 erst anfreunden. Ist dies geschehen, zeigt er sich als teuer Begleiter von seinen besten Seiten.

In Bezug auf die Gesamthöhe von stattlichen 10 cm bleibt Raum nach oben. Das Gardemaß ist nicht in allen Lebenslagen zweckdienlich. Gerade unter Einrichtungsgegenständen wie Sofas, Kommoden, Küchenzeilen oder Bettgestellen sind ungewollte Kontakte mit dem heimischen Mobiliar wahrscheinlich, wenn auch in den meisten Fällen völlig unproblematisch. Nicht bei jedem fährt sich ein Neato Roboter aufgrund der Form häufig und an verschiedenen Stellen fest, klemmt sich unter dem Lattenrost ein oder gesellt sich zu den Flusen unter die Kommode. Solche Beschreibungen und Hinweise betreffen nicht selten besondere Bedingungen in Haushalten, die durch ein gutes Auge und ein wenig Sachverstand in vielen Situationen durch einfachste Mittel entschärft werden können. Einen Wunsch hätte ich, dürfte ich beim nächsten Modell mitbestimmen. Ich wünschte mir einen Bumpersensor am LDS-Gehäuse, welcher den Roboter daran hinderte, mit eben jenem so empfindlichen Messinstrument wieder und wieder Kanten und Türen zu befühlen, welche zufällig genau in gleicher Höhe angebracht sind wie der Laserdistanzsensor.

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