Allumgreifende Vernetzung zu Lasten des Datenschutzes

Serviceroboter vs. Datenschutz

Serviceroboter sollen im Alltag des Menschen ungeliebte und zeitraubende Tätigkeiten übernehmen und ihn dadurch entlasten. Wie sicher sind auf ausländischen Servern gespeicherte Daten über Wohnraumgröße, Einrichtung oder Gewohnheiten der eigenen Person und Angehöriger?

Liebhabern von Datenschutz und Privatsphäre ist die Abkürzung unlängst vertraut. Der Begriff IoT, ein Akronym für Internet of Things, zu Deutsch Internet der Dinge (IdD) hält seit einigen Jahren mehr und mehr Einzug in unsere Medienlandschaft. Seine Auswirkungen und Zielsetzungen seitens großer Elektrogerätehersteller weltweit erstrecken sich mittlerweile auf nahezu alle Geräteklassen. Von intelligenten Gegenständen ist die Rede, von Geräten, welche den Menschen bei seinen täglichen Aufgaben unterstützt, unmerklich, im Hintergrund, künftig selbstlernend, gesteuert durch eine zentrale künstliche Intelligenz (KI). Die Sinnhaftigkeit der Vernetzung zuvor autark agierender Elektrogeräte zu einer einzelnen, internetähnlichen Kommunikations- und Steuereinheit, in der die jeweiligen Bestandteile über Sensoren, Aktoren usw. untereinander Informationen austauschen, die Funktionalität in ihrer Gesamtheit erweitern und dem Menschen durch Schließung der Informationslücke zwischen realer und virtueller Welt vermehrt zu Nutzen zu sein, mag sich nicht jedem potentiellen Käufer eines IoT-Produkts sofort und vordergründig erschließen.

Alles im Netz

Warum insbesondere Weißgeräte wie Kühlschränke, Elektroherde oder Küchenmaschinen miteinander in Kontakt treten und etwaige Ereignisse über das heimische WLAN-Netzwerk mit ihrem Eigner per App- und/oder Push-Mitteilung teilen sollen, sei dahin gestellt. Anstatt eine Anwendung auf dem Tablet zu öffnen und hierüber den Kühlschrank auf die Vorrätigkeit ausreichender Lebens- bzw. Nahrungsmittel zu prüfen, scheint es für nicht krankheitsbedingt bewegungseingeschränkte Menschen schließlich keine größere Herausforderung darzustellen, diesen prüfenden Blick selbst auszuführen. Dass dies ein Albtraum für die Bereiche Datenschutz und Privatsphäre darstellt, sollte jedem ins Bewusstsein treten, welcher sich mit solchen Gerät umgibt. Denn längst nicht alle Hersteller moderner IoT-fähigen Geräte nehmen den Schutz der sensiblen Kundendaten allzu ernst, wie neuerliche Berichterstattungen offen legen.

Komfortgewinn

Elektronikkonzerne wie LG oder Samsung, welche mehr und mehr vom Verkauf smarter Alltagsgeräte profitieren, scheinen diesbezüglich anderer Meinung. Auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern haben ebensolche weltweit operierenden Konzerne nach dem Smartphone-, dem Tablet- und dem Smart-TV-Boom – um nur einige zu nennen – neuerdings intelligente (Haushalts)Geräte für sich entdeckt. Die zunehmende Vernetzung hält Einzug, auch in Deutschland. Smart-Home ist im Jahr 2017 ein großes Thema, bietet die Chance, Menschen Produkte zu veräußern, über deren Mehrwert im Alltag trefflich diskutiert werden darf. Einer dieser Anbieter, Xiaomi Tech, ein chinesischer Elektronik-Hersteller ist nachhaltig auf diesen Zug aufgesprungen. Vor wenigen Jahren (2010) als erfolgreichstes Start-up aller Zeiten gegründet, bewegt sich der chinesische Marktführer im Bereich Smartphones mit wachsendem Erfolg im Segment der Heimautomatisierung. Neben zahlreichen Assistenzsystemen für den IT-freundlichen Käufer bietet die Marke seit dem 31. August 2016 zudem einen Staubsaugerroboter als sinnvolle Haushaltshilfe. Per App-Steuerung lässt sich dieser auf die Reinigungsfahrt durch ganze Stockwerke befehligen, zeichnet Grundrisse von Räumen und Etagen bei jeder Fahrt inklusive aller Fahrwege auf, gibt Rückmeldung bei Auftreten von Fehlern im Betrieb sowie Fertigstellung von Reinigungsaufträgen und lässt sich gar per Fernbedienung manuell durch die eigenen vier Wände steuern.

Datenschutz und Privatsphäre

Andere Hersteller von Servicerobotern haben dieser Entwicklung vorgegriffen. iRobot, ein Unternehmen, welches bis zuletzt auch in der militärischen Robotiksparte tätig war, bietet seinen Kunden bereits seit geraumer Zeit die komfortable Steuerung per App für das Android- oder iOS-Ökosystem an und wirbt mit dem Gewinn an Komfort über die Bedienung per Smartphone oder Tablet. Gleichfalls offeriert NEATO, ansässig ebenfalls in den USA, seit Marktstart des Modells Connected die Möglichkeit der Steuerung seiner teuersten Modelle (Connected, D3 und D5) und auch das deutsche Unternehmen Vorwerk bietet mit dem überarbeiteten Modell VR200 nunmehr den Zugriff auf den Roboter per App als kundenfreundlichen Mehrwert an. Welche Daten genau zwischen Roboter, App-Anwendung und Servern des jeweiligen Herstellers fließen, muss spekuliert werden. Dringlich bleibt die Frage nach der Datensicherheit und dem Schutz der Privatsphäre. Eine Maßnahme zur Eingrenzung ist der Nichtkauf solcher Produkte, ein anderer, nicht ganz so radikaler die Einbindung solcher Geräte in ein eigenes, separates Gast-WLAN, in welchem Berechtigungen unabhängig vom sonstigen bzw. normalen WLAN-Netzwerk gesetzt und der Verkehr gezielt begrenzt bzw. gefiltert werden kann. Die Nutzung einer Wegwerf-Email-Adresse ist gleichfalls bei Sicherheitsbedenken anzuraten, welche einmalig für die Registrierung beim Hersteller verwendet werden kann, diesem keine Einsicht auf private oder geschäftliche Inhalte gewährt bzw. man selbst als Eigentümer Gefahr läuft, bei Datenbankkompromitierung der App-Server vertrauliche Informationen preis zu geben.

Aussperren potentieller Gefährder

Weitere hilfreiche Informationen zur Einrichtung eines Gast-Zugangs oder Gast-WLANs im Sinne des Datenschutzes und der Bewahrung der Privatsphäre finden Sie in dem folgenden Artikel:

WLAN-Einbindung eines Serviceroboters

  1. Pingback: Testbericht des Neato Botvac D5 Connected Staubsaugerroboters

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