Miele Scout RX2 Staubsaugerroboter

Vorstellung des Miele Scout RX2

Überzeugende Reinigungsleistung, hohe Akkulaufzeit, bürstenloser Gebläsemotor, Teppich-Turbo-Modus, dauerhafte Kartenspeicherung und -aktualisierung, 10 Infrarotsensoren, App-Unterstützung, manuelle Steuerung, Home Vision, verschlüsselte Peer-to-Peer Livebilder auch unterwegs – Miele trumpft mit dem neuen Miele Scout RX2, welcher kurz nach der IFA erhältlich sein soll, richtig auf. Alle bis dato verfügbaren Daten und Fakten im Überblick

Der deutsche Hersteller von Haushalts- und Gewerbegeräten, die Miele & Cie. KG, ansässig im nordrhein-westfälischen Gütersloh, überraschte Anfang 2014 mit der Verlautbarung, wenige Monate später den ersten eigenen Staubsaugerroboter in den Handel zu bringen. Der RX1 bestach in ersten Tests durch eine intelligente, planmäßige Navigation per Kameratechnik und Gyroskop, eine Reihe Sensoren, welche den Roboter gegen Absturz sichern und der Kollisionsvermeidung dienen. Zwei Seitenbürsten an der Front, eine Bürstenwalze mit reinem Borstenbesatz, ein 2.200-mAh-Akku sowie ein im Vergleich zu anderen Modellen etwas größerer Schmutzfangbehälter mit einem Volumen von ca. 600 ml reichten wir zufriedenstellende, wenn auch nicht vollends überzeugende Reinigungsleistungen. Einzig ein HEPA-Filter sowie die komfortable Bedienung und Konfiguration per App fehlten, sieht man von Schwächen auf Teppichboden ab. 11 Watt Gebläseleistung lassen durchaus Raum für Optimierungen.

Scout RX1 neu überdacht

Miele scheint sich der Kritik durch KäuferInnen und Testberichten angenommen zu haben. Ca. 30 Monate später präsentierten die Gütersloher einen überarbeiteten Entwurf ihres Erstlings mit Single- oder Stereo-Frontkamera (dreidimensionale Erfassung des Raumes namens 3D Smart Navigation), überarbeitem bürstenlosem und somit langlebigem Gebläse, deutlich höherer Saugleistung auf Teppichböden, erhöhter Akkuleistung für einen Betrieb bis zu 120 Minuten ohne Nachladen (RX2 mit 60 min, RX2 Home Vision mit 120 min), ein optimiertes vierstufiges Reinigungssystem namens Quattro Cleaning Power und schwenkbaren Seitenbürsten rechts und links. Der Hersteller spricht von einer im Vergleich zum Vorgänger drei mal höheren Reinigungsleistung insbesondere auf für Staubsaugerroboter ohnehin problematischen textilen Bodenbelägen, welche speziell in langfloriger Ausführung kaum ausreichend gesäubert werden können. Nicht nur gelingt dem aktualsierten RX2 die sichere Kartierung des Haushalts, erstellte Karten werden gespeichert, bei jedem Durchgang optimiert durch Aktualisierung, um die Navigation beim nächsten Einsatz zu verbessern. Insgesamt 10 Infrartsensoren sorgen für einen sicheren Betrieb und die Vermeidung von Kollisionen mit kostbaren Einrichtungsgegenständen. Konfiguration und Bedienung erfolgen über die Miele-eigene App, welche sowohl für Android als auch für iOS vorliegen wird. Start, Stop, Statusanzeige und sämtliche Einstellungen als auch die Timerprogrammierung, die App-Lösung bietet den gleichen Umfang wie Produkte namhafter Konkurrenz. Des Weiteren wirbt Miele mit der Möglichkeit, wie beim Xiaomi Mi Vacuum App den Reinigungsfortschritt live verfolgen und bei Bedarf gar manuell die Steuerung übernehmen zu können. Verschmutzte Bereiche lassen sich so anwenderfreundlich anfahren, heißt es in Mieles Presseerklärung zum Scout RX2.

Home Vision und Preise

Ein weiteres Schmankerl bleibt nun nicht nur mehr LG-HomBot-Square-RH950-BesitzerInnen vorbehalten. Mit Hilfe der Home Vision Funktion lässt sich das eigene Zuhause bequem von unterwegs per Live-Stream in Augenschein nehmen. Das gestreamte Kamerabild dient nicht nur der Visualisierung des Reinigungsfortschritts, der Roboter kann auf diese Weise gleichwohl manuell gesteuert werden, um sich der Unversehrtheit der Haustiere, des Mobiliars oder des Eigenheims zu versichern. Durch Peer-to-Peer-Verschlüsselung sei eine zuverlässige, anonyme und geschützte Datenverbindung sichergestellt. Vermutlich wegrationalisiert wurde die Miele-eigene Fernbedienung, die bei Unauffindbarkeit des Smartphones die Steuerbarkeit des Roboters garantiert und eine benutzerfreundliche Bedienung ermöglicht, bspw. zum Navigieren des Geräts zu besonders verschmutzten Bereichen. Etwas versteckt erfahren Interessierte, dass das überarbeitete Scout-Modell, welches zeitnah nach der IFA 2017 für Preise zwischen 699 Euro (UVP) für das kleinere Modell und 829 Euro (UVP) für das Modell mit Stereo-Frontkameras kommt, ferner über einen Turbo-Modus verfügen wird. iRobot-Roomba-BesitzerInnen eines Modells der 900er-Serie dürfte der Turbo-Modus unlängst ein Begriff sein. Beim Roomba 980 sorgt dieser für eine Erhöhung der Gebläseleistung auf Teppich und hierdurch für ein verbessertes Reinigungsergebnis.

Turbo-Modus

Miele spendiert beiden Modellen einen ebensolchen Turbo-Modus, welcher bei Kontakt mit Teppichbelag die Saugleistung signifikant erhöht, um eine bessere Reinigungsleistung zu garantieren. Beim Vorgängermodell Miele Scout RX1 ging der Hersteller noch einen anderen Weg und präsentierte mit dem hauseigenen Turbo-Modus ein Programm, welches den Haushalt schneller reinigt als im normalen Betriebsmodus. Bei entsprechender Programmwahl fährt der RX1 die Räume in Bahnen mit größerem Abstand ab, kann dem zu Folge die Einsatzzeit spürbar verkürzen und ermöglich so eine zeitsparende, schnelle Reinigungsmethode, falls „es mal schnell gehen muss“, wie Miele selbst schreibt. Ein solches ist im RX2 höchstwahrscheinlich nicht mehr verfügbar, sehr schade!

Unterschiede Scout RX1, RX2 und RX2 Home Vision

Welche Vorteile bietet der RX2 bzw. RX2 Home Vision gegenüber seinem Prädezessor? Die folgende Tabelle zeigt maßgebliche Unterschiede auf und soll Ihnen als Unterstützung bei Ihrer Kaufentscheidung dienen.

Fazit zum Miele Scout RX2

Mieles kommender Staubsaugerroboter Scout RX2, erhältlich in zwei Ausführungen, überzeugt auf dem Papier auf ganzer Linie. Der Wuppertaler Konzern scheint sich den größten Baustellen seines Erstlings Scout RX1 angenommen zu haben, um diese kontinuierlich zu verbessern. Die Saugleistung wurde laut des Herstellers erhöht, dem Roboter mit dem Turbo-Modus die Möglichkeit der effizientere Reinigung von textilen Bodenbelägen beschert. An Design und Bedienbarkeit per App hat man ebenfalls gefeilt und einen Serviceroboter entwickelt, welcher mit 8,5 cm Gesamthöhe zu einem der niedrigsten seiner Art gehört. Hierdurch ermöglicht Miele auch jenen InteressentInnen mit niedrigen Sitzmöbeln den Betrieb eines solchen Staubsaugers, welche mit Modellen anderer Hersteller an der geringen Höhe ihrer Einrichtungsgegenstände scheitern würden (Neato Botvac D7 Connected – 10 cm, iRobot Roomba 980 – 9,1 cm). Die weitreichenden Softwarefeatures des RX2 (Home Vision, permanente Kartenspeicherung und – optimierung) versprechen ein hohes Maß an Bedienbarkeit und anwenderfreundliche Konfigurationsmöglichkeiten. Die Integration in das App-Universum von Android und iOS ist zeitgemäß, gewährt den Wuppertalern einen kleinen Fortschritt gegenüber der etablierten Konkurrenz, hoffentlich zum Vorteil des bzw. der KundIn. Abschließend muss sich in ersten Tests offenbaren, wie gut die Reinigungsleistung des Roboters ist, wie praktikabel die Reinigung von Schmutzfangbehälter, Bürstensystem und Sensorik ist, wie zuverlässig und ausgeklügelt sich die Software in den Bereichen Navigation, Hinderniserkennung und Ausweichverhalten zeigt. Eines hat Miele dem jüngst erwachsenen Konkurrenten Bosch voraus. Mit dem Scout RX1, welcher im Frühjahr 2014 sein Debut feierte, konnte der Traditionskonzern weit-, umfang- und hilfreiche erste Erfahrungen im Marktsegment der Servicerobotik sammeln, welche nutzbringend bei der Entwicklung der neuen Modellreihe gewesen sein dürften. Neben zahlreichen Kundenrückmeldungen legten Testberichte, Zahlen der Reparaturdienstleister und Fortschritte bei der Softwareentwicklung sowie Produkte anderer Unternehmen Schwächen und alternative Ansätze offen, die beim neuen Scout des eigenen Hauses gewinnbringend berücksichtigt werden konnten. Nur aus Fehlern lernt der Mensch bekanntlich. Es bleibt daher zu hoffen, dass Miele die neuralgischsten Punkte angegangen ist, die eigenen Hausaufgaben gemacht hat und mit dem schon bald erhältlichen RX2, ob nun mit Home Vision oder ohne, einen überzeugenden Roboter darbietet, welcher zuverlässig reinigt, Möbel und Einrichtung schont, wenig technische Ausfälle produziert und durch weitere Updates der Firmware in Anbetracht des Funktionsumfangs als auch der Reinigungsqualität fortwährend verbessert wird. Für solch einen Roboter mit den genannten Merkmalen wäre ein Preis von ca. 700 respektive 830 Euro nur fair und würde dem deutschen Konzern zu dem Ruhm und Verkaufserfolg verhelfen, welchen er sich bereits mit dem ersten Modell erhofft hatte.

Update – 15.11.2017

Miele hat den Verkauf des Roboters überraschend auf das Ende des ersten Quartals 2018 verschoben. Die Pressestelle verwies auf meine Anfrage auf einen geänderten Liefertermin für den Miele Staubsaugerroboter Scout RX2. Grund sei die Verzögerung im Entwicklungsprozess der Scout RX2-App. Weiterhin heißt es in der Antwort:

Da MobileControl ein wichtiges Merkmal unseres Saugroboters ist und wir darauf nicht verzichten möchten, haben wir uns zu dieser Maßnahme entschieden. Wir bedauern die Verzögerung der Produkteinführung sehr. Der neue Liefertermin in Deutschland ist voraussichtlich der 01. März 2018.

Es scheint demnach so, als müssten sich Interessierte vorerst in Geduld üben. Eine Verzögerung um ganze 4 Monate weist auf eklatante Schwierigkeiten hin, welche behoben werden sollten, bevor der Roboter in den Vertrieb gelangt. Schließlich erwarten Kunden vom Gütersloher Unternehmen Produkte mit hoher Qualität und Zuverlässigkeit über viele Jahre hinweg.

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