Xiaomi Mi Vacuum Robot Staubsaugerroboter

Testbericht des Xiaomi Roborock Sweep One

2000 pa Gebläseleistung, drucksensitives LiDAR, interaktive Reinigungskarte, Wischpad inkl. handlichem Wassertank, 0,48 Liter großer Schmutzbehälter sowie EAC- und CE-Kennzeichnung inkl. GS-geprüft Nachweis – Xiaomi verspricht für seinen All-in-One-Saug-Wisch -Roboter ein Feuerwerk an kleinen und größeren Neuerungen in Form hinlänglicher Optimierungen des ersten Modells Xiaomi Mi Vacuum Robot. Rechtfertigt der erweiterte Funktionsumfang des Neuen den Aufpreis von 200 Euro für die Standard oder 250 Euro für die internationale Version des Sweep One? Alle Informationen zum Xiaomi Roborock Sweep One finden Sie im folgenden Artikel.

Xiaomi Tech, im zurückliegenden Geschäftsjahr 2015 ein jäher Neuling im Segment der Staubsauger- bzw. Serviceroboter, mauserte sich seitdem binnen fünf Quartalen dank des erstklassigen Xiaomi Mi Vacuum Robots zum Geheimtipp für alle jene, welche einen günstigen und doch funktionablen, per App bedienbaren Roboter für die unsägliche Haushaltsarbeit suchten. Xiaomi ist dafür bekannt, mit beachtlicher Geschwindigkeit Produktneuerungen, seien es Smartphones oder IoT-Produkte aller Art, erfolgreich im Markt zu platzieren. Dabei scheint es dem mittlerweile weltweit agierenden Pekinger Konzern auch ohne große Werbeveranstaltungen, Product Placement in Zeitschriften, Magazinen, Internet und Fernsehen wiederholt zu gelingen, vorrangig mittels vierer grundlegender Variablen Kunden über Jahre an sich zu binden. Elektronikartikel der High-Tech-Schmiede überzeugen einerseits durch einen geringen Preis, andererseits durch hervorragende Verarbeitung, durchdachtes, zeitloses Design und eine überraschend gute Haptik. Seitdem Lei Jun im Jahr 2010 das chinesische Unternehmen gründete, kennen die Verkaufszahlen – bis auf kurzweilige Schwankungen – nur eine Richtung. Kernmarken wie iRobot oder Neato mussten alsbald nach Veröffentlichung des ersten Xiaomi-Staubsaugerroboters Ende 2016 lernen, wie erpicht die Chinesen um Marktanteile kämpfen.

Eindrucksvoll stellten die Pekinger unter Beweis, wie gut sie aus gängigen Robotermodellen gelernt und existente Konzepte auf ein eigenes mit hoher Qualitätsanmutung, Handhabbarkeit und Zuverlässigkeit heruntergebrochen hatten. Mit Erfolg, wie sich wenig später herausstellte. Der Xiaomi Mi Vacuum Robot erfreut sich 16 Monate nach Marktstart großer Beliebtheit. Doch bereits in der Smartphone-Sparte zeigte der Hersteller unlängst, dass es nicht zu den Stärken der Pekinger gehört, sich auf Erfolgen auszuruhen. Dieses Credo bestätigend überraschte der Tech-Riese Ende des Jahres 2017 mit einem überarbeiteten, zweiten Modell des hauseigenen Staubsaugerrobters, in grundlegenden Bereichen weiterentwickelt und optimiert, ergänzt durch die Funktion des Feuchtwischens. Ein All-in-One-Gerät, welches in heutigen Zeiten teppichloser Wohnräume Gefallen findet. Ausgestattet mit der bereits aus dem ersten Modell bekannten Lasertriangulations-Technik zur Nahbereichs- und Umfelderfassung, einer auf den ersten Blick optimierten methodischen Navigation (Botvision), basierend auf SLAM (Simultane Lokalisierung und Kartenerstellung) zeigt sich der Xiaomi Roborock Sweep One im frischen Gewand und tritt erneut an gegen die etablierte Konkurrenz. Flächenleistung, Reinigungsqualität und -zeit machen den Sweep One – auf dem Papier – zu einem überzeugenden Allrounder, welcher ohne Gewissensbisse gegen Produkte von Neato oder iRobot antreten kann im äußerst hart umkämpften Mittelklasse-Segment heutiger Staubsaugerroboter ohne oder mit adaptiver Wischfunktion. Produkte verschiedener Hersteller wie zum Beispiel der Neato Botvac D5 Connected oder der iRobot Roomba 96x, welche im europäischen Wirtschaftsraum inkl. Garantie erhältlich sind, legen die Messlatte hoch und stellen eindrucksvoll unter Beweis, dass durch gekonntes Marketing, überzeugende Technik die wachsende Stammkundschaft über viele Jahre gekonnt an konzerneigene Produkte gebunden werden kann, insofern der Zufriedenheitswert hinsichtlich des Serviceroboters mit dem Kaufpreis und eigenen Ansprüchen korreliert. Im folgenden Test soll hinreichend erörtert werden, ob sich der Xiaomi Roborock Sweep One mit einem aktuellen Endpreis von rund 450 (inkl. Einfuhrumsatzsteuer, Zoll und Transportkosten) in Bezug auf Ausstattung, Zuverlässigkeit, Reinigungsqualität und Bedienfreundlichkeit empfiehlt und wenn ja, für welche Haushalte.

Überblick

Im Folgenden wird der Staubsaugerroboter hinsichtlich seiner Stärken und Schwächen Schritt für Schritt analysiert und beschrieben. Diese Einschätzungen wurden unter dem Gebot der Objektivität verfasst, enthalten möglicherweise zudem subjektive Eindrücke. Des Weiteren beziehen sich diese Erfahrungswerte auf lediglich ein Exemplar des Modells, basieren ausschließlich auf dem mehrwöchigen Betrieb im Haushalt des Autors, welcher sich in Größe, Ausstattung, Wahl des Bodenbelags, der Raumaufteilung usw. mitunter stark von dem anderer InteressentInnen unterscheidet. Dies gilt es beim Lesen der nächsten Abschnitte unbedingt zu bedenken.

Inhaltsverzeichnis

  1. Bestellung & Versand
  2. Wahl des Versandhändlers
  3. Verpackung & Lieferumfang
  4. Optik & Haptik
  5. Schmutzbehälter
  6. Wischaufsatz
  7. Pflege & Wartung
  8. Hardware & Software
  9. Grundsätzliches
  10. Bedienung
  11. Navigation
  12. Saugstufen
  13. Sensorik
  14. Reinigungsleistung
  15. Akkukapazität
  16. App-Unterstützung
  17. Tipp
  18. Widrigkeiten
  19. Fazit

Bestellung & Versand

Noch immer bleibt Interessierten einzig der Weg über bekannte Onlineshops, ansässig in China, um an eines der begehrten Muster des Xiaomi Roborock Sweep One zu kommen. Verschiedene Versandhändler wie bspw. Gearbest, tradingshenzhen, geekbuying oder cect bieten den Roboter zu variierenden, tagesaktuellen Preisen an. Ein Blick auf übliche Preisvergleichsseiten lohnt, um den bestmöglichen Kaufpreis  auszumachen. Während viele Shops mit preissensitiven Lockangeboten werben, bieten andere Rabatte auf begrenzte Stückzahlen sowie einen umfassenden Versandservice. Letzterer beinhaltet unter anderem die Abwicklung der Einfuhrumsatzsteuer (EUSt), welche in Höhe von 19% bei Eintreffen der Ware im europäischen Wirtschaftsraum fällig wird, zudem die Zollabwicklung inkl. möglicher zusätzlicher Kosten. Erfahrungen über das letzte Jahr haben wiederholt gezeigt, dass insbesondere diese nachträglich entstehenden Unkosten in ihrem Umfang beträchtlich ausfallen können, viele dieses Faktum unterschätzen, die Auslieferung der Ware um weitere Tage in Verzug gerät sowie das anfänglich erstrebenswerte Lockangebot sich im Nachhinein als teures Unterfangen herausstellt. Es ist daher unumgänglich, sich im Vorhinein einer bindenden Bestellung genauestens über ausnahmslos alle entstehenden Kosten ausreichend und zielgerichtet zu informieren. Ist der Artikel erst einmal unterwegs per Frachtflugzeug oder neuerdings Güterwaggon, wird eine Stornierung unmöglich. Ein Rückversand bei Nichtgefallen aufgrund der verbauten Akkutechnik, welche seit Januar 2017 von vielen Versanddienstleistern als Gefahrgut eingestuft wird, wäre des Weiteren mit Rücksendekosten von ca. 45 Euro verbunden. Berichten zufolge werden Paketsendungen stichprobenartig geröntgt. Hierdurch ließe sich ein Akku nahezu fehlerfrei identifizieren. Sollte die Sendung nach weiterer Prüfung nicht entsprechend als Gefahrgut aufgegeben und gekennzeichnet sein, würde diese an den Sender zurückgeschickt, die entstandenen Unkosten nicht erstattet.

Wahl des Versandhändlers

Als größtenteils verlässlicher, überwiegend vertrauenswürdiger Onlineversandhändler, welcher den aktuell günstigsten Gesamtpreis inkl. EUSt und Zollgebühren sowie Versand aufruft, hat sich Gearbest herausgestellt. Zwar gestaltet sich die Schadensabwicklung im Falle eines Defekts mitunter kompliziert, langwierig und zeitweise frustrierend, dennoch scheint dieser Shop nach wie vor eine der wenigen Optionen. Andere Händler bieten teils explizit für den Roboter eine Versicherung an, welche alle Kosten einer Einfuhr inkl. EUSt und Zoll absichert. In diesem Falle bekommt der bzw. die KundIn nach Einschicken der entsprechenden Zollbescheinigungen und vorheriger Entrichtung der durch die Behörden geforderten Beiträge die entstandenen Kosten bis zu einem bestimmten Betrag oder aber vollständig erstattet. Eine solche Zusatzversicherung wird für einen geringen Mehrpreis von ca. 20 Euro – je nach Händler – angeboten. Über die genauen Bedingungen sollten Sie sich im Vorfeld jedoch detailliert informieren. Je nach Shop variieren auch die Versandarten und Versandzeiten. Mittlerweile müssen KäuferInnen bei Gearbest mit Wartezeiten von bis zu einem Monat rechnen. Immer wieder kam es in jüngerer Vergangenheit zu erheblichen Verzögerungen. Die Versandart „Germany Priority Line“ ist kostenlos, liefert den gewünschten Artikel innerhalb einer Zeitspanne von 2 bis 4,5 Wochen. Andere Shops bieten einen ähnlichen Service und vergleichbare Zeiträume. Bitte achten Sie bei Ihren Recherchen dennoch immer auf vollständige Angaben hinsichtlich zu erwartender Zusatzkosten für Sie als Endverbraucher. Wie oben erwähnt entstehen bei Einfuhr von Produkten in den europäischen Wirtschaftsraum teils erhebliche Beträge, welche von vielen Onlineshops nicht vorsorglich in den offerierten Endpreis eingerechnet werden. Bei Kauf eines Elektronikprodukts wie dem Xiaomi Roborock Sweep One müssen Sie mit ca. einem Fünftel Mehrkosten rechnen (20% Einfuhrumsatzsteuer, 0% Zollgebühren). Weiß man dies vorher nicht, kann der Kauf zum Erlebnisabenteuer werden und für so manche Überraschung samt Besuch beim zuständigen Zollamt sorgen.

Verpackung & Lieferumfang

Der Roboter wird, umhüllt in Packpapier sowie verstaut in einer stabilen, im Vergleich zum ersten Modell größenseitig geringfügig geschrumpften Kartonage in einer ansprechenden, sicheren Verpackung geliefert, der eigentliche Staubsauger lagert in einem Styroporgehäuse mehr oder minder erschütterungssicher. Neben dem Serviceroboter inkl. Wischaufsatz, Ersatztuch und Ersatzfilter-Einsätzen befinden sich eine sehr handliche Ladestation samt ca. 2 Meter langem chinesischen Netzkabel inkl. Adapter oder europäischem Netzkabel, ein kleiner Kamm zum Entfernen von Mensch- oder Tierhaaren sowie sonstiger Fasern aus der Hauptbürste (unter der Öffnungsklappe des Roboters), Ersatzfilter und -seitenbürste, zu guter Letzt eine Bedienungsanleitung im Lieferumfang. Nach Auspacken der Einzelteile ist das Inbetriebnehmen des Roboters innerhalb kürzester Zeit erledigt. Einzig das für den Betrieb in Haushalten mit Treppen empfehlenswerte Absperrband, welches aufgrund seiner magnetischen Wirkung die umlaufend im Roboter verbaute Sensorik anspricht und diesen daran hindert, die Sperre zu überfahren, ist nicht im Lieferumfang enthalten. Die Nutzung des Bands bietet sich nicht nur in mehrstöckigen Gebäuden an, hiermit können kleinere Bereiche wie Spielecken von Kindern, ganze Räume oder Möbelstücke und Einrichtungsgegenstände vor dem Befahren durch den Staubsauger gesichert werden. Derlei Magnetband, welches im Original von Xiaomi für ca. 5 Euro pro laufendem Meter angeboten wird, kann ebenso verwendet werden wie das deutlich günstigere Pendant von Vorwerk, das lediglich mit ca. 14 Euro pro Rolle (4 Meter) zu Buche schlägt.

Der Rückgriff auf eine Garantieverlängerung, welche bei anderen Robotern Reparaturen auch in einigen Jahren absichert, besteht beim Xiaomi Roborock Sweep One zu meinem Bedauern nicht. Zu viele Teile am Roboter wie etwa die Motoren der Radantriebe, die Plastikgetriebe, der LDS-Motor oder aber der Gebläsemotor unterliegen hoher Beanspruchung. Diese über Jahre hinweg je nach Verwendungshäufigkeit mehr oder minder belasteten Bestandteile unterliegen einem gewissen Verschleiß. Ausfälle nach mehrjähriger Nutzung liegen im Bereich des Erwartbaren, bestenfalls Möglichen. Eine Reparatur bei einem europäischen Dienstleister wäre ein Anfang, entsprechende Unternehmen, welche über geeignete Ersatzteile und das Knowhow verfügen, gibt es bis dato nicht. Ein Einschicken des gesamten Gerätes inkl. allen Zubehörs scheint im Schadensfall unumgänglich.

Optik & Haptik

Der Xiaomi Roborock Sweep One ist in schlichtem Weiß gehalten. Auffällig sind auf den ersten Blick die beiden umlaufenden gräulichen Akzentuierungen, welche den Roboter deutlich von seinem Vorgänger abheben. Auch das zweite Modell wirkt zeitlos modern. Die Verarbeitung ist über alle Zweifel erhaben, dem Preis mehr als angemessen. Die verwendeten Kunststoffe fühlen sich sehr wertig an, die Oberseite, Front sowie das Heck des Roboters bestehen aus glänzendem Material, welches anfällig für Kratzer scheint. Einzig die Unterseite sowie das Chassis des Staubsaugerroboters bestehen aus mattem Polymer, wirken robust und verleihen dem Gerät die notwendige Stabilität. Während die Optik gefällt, ist die Haptik hervorragend. Einzig ein Griff zum leichteren, einhändigen Transport, bspw. zwischen verschiedenen Stockwerken, fehlt auch dem Sweep One, stattdessen muss der Roboter beidhändig getragen werden. Der aus transparentem Kunststoff bestehende Schmutzbehälter gibt jederzeit nach Öffnung der Klappe an der Oberseite des Geräts den Blick auf die aufgenommene Schmutzmenge frei. Rückwärtig am Behälter angebracht ist der entsprechende Filter des Staubsaugers, welcher nunmehr abwaschbar ist. Sein Feingewebe wirkt ebenso robust wie das des Mi Vacuum Robot. Unter Wasser lässt sich dieser jederzeit leicht reinigen. Zeit bedarf lediglich die Trocknung desselben. Xiaomi rät in der App zu einem Zeitraum um 24 Stunden, um sicher zu stellen, dass das Gebläse durch Restwasser keinerlei Schäden davon trägt.

Der etwas tiefer, dafür in der Breite schmaler gehaltene Schmutzbehälter sitzt dank umlaufender Gummidichtungen sowie durchdachter Arretierung sicher und staubdicht im Chassis und lässt sich auf Knopfdruck einfach entnehmen. Wie schon beim ersten Modell sind auch beim Roborock durch Öffnen der oberseitigen Klappe die Status-LEDs zur WLAN-Verbindung sowie zum Resetstatus einsehbar. Auf der Oberseite gesellt sich zu den üblichen Knöpfen der für die Spotreinigung. Die insgesamt drei Bedienknöpfe (Start/Stop/Pause, Rückkehr zur Basisstation, Spotreinigung) sind beleuchtet und gut zugänglich. Haupt- und Seitenbürste sind mit unterschiedlich langen Borsten ausgestattet und bereits im ersten Modell hinreichend erprobt. Ihre Reinigungsleistung überzeugt auch im überarbeiteten Entwurf. Selbst der Bürstenkäfig wurde beibehalten. Die Hauptbürste lässt sich durch Öffnen des desselben entnehmen, die Reinigung geht leicht und schnell von Statten. Auch beim Sweep One ist die Seitenbürste mittels einer Kreuzschlitzschraube am Gehäuse fixiert, entsprechendes Werkzeug ist zur Entnahme der Bürste notwendig, welche gleichermaßen wie die Hauptbürste im Zubehörhandel nachgekauft werden kann. Leider verzichtet Xiaomi auch beim neuen Roboter auf einen Sensor, welcher eine offene Serviceklappe registriert und den Reinigungsvorgang unterbricht. Da diese verglichen mit dem Xiaomi Mi Vacuum Robot gegenläufig öffnet, ist beim Neuen mit einer Beschädigung bei Unterfahrt unter Möbel bzw. Einrichungsgegenstände jedoch nicht zwingend zu rechnen.

Schmutzbehälter

Der bis auf den Deckel zum größten Teil aus transparentem Kunststoff bestehende Schmutzbehälter wurde im Vergleich zum ersten Modell an verschiedenen Stellen überarbeitet. Nicht nur wuchs seine Gesamtkapazität auf nunmehr ca. 0,48 Liter, er sitzt meines Erachtens auch deutlich fester im Gehäuse, lässt sich wie schon sein Vorgänger anwenderfreundlich über die Oberseite des Gerätes entnehmen und gibt hiernach sofort einen hinreichenden Blick auf seinen Füllstand wieder. Einer täglichen, einfachen Kontrolle steht somit nichts im Wege. Der Behälter besticht durch teils dicke Kunststoffmaterialien, er lässt sich feucht auswischen, kann dank der etwas gedrungeneren Form sehr leicht ausgesaugt werden und sitzt aufgrund der Dichtungen am Zugang zum Saugkanal und Filterausgang (rückseitig am Schmutzbehälter) als auch angesichts der überzeugend konzipierten Aufnahme fest und dicht. Bezogen auf die Behältergrößen anderer Serviceroboter positioniert sich der Sweep One im guten Mittelfeld. Nichts geändert hat Xiaomi hingegen an der Filterentnahme. Diese  gestaltet sich dank der Arretierung noch immer einfach. Alle jene, die den hochwertigen Filtereinsatz des ersten Modells zu schätzen wissen, können diesen auch im zweiten Modell verwenden. Größe und Filterfläche sind identisch, nur das Gewebe wurde aufgrund des Feuchtreinigungsaufsatzes beim Sweep One entsprechend geändert. Inwiefern sich der abwaschbare Einsatz über Monate schlägt, wird sich zeigen. Xiaomi wirbt mit deutlich verlängerten Einsatzzeiten, insofern dieser wiederkehrend ausgewaschen wird. Bei höheren Verschmutzungsgraden bzw. Füllstand des Schmutzbehälters machte er bislang einen mehr als überzeugenden Eindruck. Dank des durchdachten Aufbaus lässt sich der Filtereinsatz auch im Betrieb schnell reinigen, durch Absaugen, Ausklopfen oder Reinigen unter fließendem Wasser. Einzig vom Einsatz von Bürsten, Fingernägeln oder ähnlichem rät der Hersteller ab, da hierdurch das dünne Flies nachhaltig beschädigt werden könnte. Gleiches gilt für Reinigungszusätze, welche nicht zur Säuberung des Flieses genutzt werden sollten. Dank des Verzichts, das Sauggebläse im Schmutzbehälter unterzubringen, ist die Reinigung des Schmutzbehälters ein Kinderspiel.

Wischaufsatz

Der Wischaufsatz, welcher einfach abzunehmen und anzubringen ist, wirkt stabil und durchdacht, sitzt fest an seinen Aufnahmepunkten. Über einfachen Tastendruck lässt sich dieser montieren, das Tuch ist durch einseitige Fixierung in einer Schiene als auch über Klettstreifen straff anzubringen, verrutscht im Betrieb selbst auf rauem Boden keinen Millimeter und lässt sich durch Ausklinken des gesamten Pads oder durch Herumdrehen des Roboters jederzeit austauschen. Der Wassereinfüllstutzen schließt dicht, die ganze Handhabung kann durchaus überzeugen. Wer den Aufsatz nicht benötigt, kann diesen am besten geöffnet an einem sicheren Ort verwahren. Durch einfaches Entnehmen lassen sich die beiden Filzeinsätze, welche das eingefüllte Wasser nach und nach an das angebrachte Mikrofasertuch abgeben, austauschen. Den geeigneten Zeitpunkten zeigen sie durch schlichte Verfärbung an. Wer gefiltertes Wasser verwendet, kann diesen Zeitpunkt sicher um einige Wochen oder gar Monate hinauszögern. Im Zubehörhandel ist entsprechender Ersatz bereits zum Verkaufsstart des Roboters verfügbar. Vier Ersatzflies-Einsätze werden bereits mitgeliefert. Der Behälter fasst insgesamt ca. 200 ml Wasser. Die Menge reicht für eine Reinigungszeit von bis zu 60 Quadratmetern je nach Bodenbelag. Während die Konstruktion des Aufsatzes in jedem Fall gelungen ist und von der Kompetenz der Entwicklungsriege bei Xiaomi zeugt, sollte unbedingt bedacht werden, dass der Roboter inkl. arretiertem Wischmodul selbst Teppiche befährt. Auf diesen hinterlässt er in der Regel einen Teil des auf der kleinen Tuchfläche (Länge innen 10 cm, außen ca. 7,5 cm bei einer Breite von 18 cm) befindlichen Schmutzes. Man sollte im Vorfeld eines kombinierten Saug- und Wischvorgangs daher Sorge tragen, dass entweder die wenigen Teppichflächen manuell abgegrenzt oder aber diese gleich gänzlich beseitigt wurden, möchte man sicherstellen, dass selbige nicht durch den aufgenommenen Schmutz am Microfasertuch zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen werden. Kombimodelle bieten in aller Regel  immer Nachteile gegenüber reinrassigen Experten auf einem einzigen Gebiet. Wer einen wirklich zuverlässigen Wischroboter sucht, wird beim Xiaomi Roborock Sweep One nicht fündig. Hier lohnt ein Blick auf die Modelle vom Konkurrenten iRobot. Weder in Bezug auf die Reinigungsqualität noch auf die einfache Handhabung kann Xiaomis Wischaufsatz-Entwurf mit denen etablierter Wischroboter mithalten. Demnach sollte die Wischfunktion keinesfalls als Hauptaugenmerk für eine Kaufentscheidung herhalten. Der Hersteller untersagt zudem die Nutzung jeglicher Zusätze im Behälter. Empfehlenswert wäre hier wohl das vorherige Auftragen auf dem Tuch und dessen Trockung. Da keine elektrische oder mechanische Möglichkeit der Unterbrechung der Wasserabgabe über die beiden Auslässe besteht, sollte der Roborock niemals länger als einige Minuten inkl. befülltem Wischaufsatz an der Basis stehen. Hierdurch verhindern Sie einerseits Schäden am Gerät selbst, andererseits an Ihrem Bodenbelag (Laminat, Parkett, Dielenboden).

Bedienknöpfel
Bedienknöpfel

Pflege & Wartung

Über die Geräteoberseite zugänglich sind die drei, einfach belegten Bedienknöpfe des Roboters, die als Ein-Aus- bzw. Start-Stop-Pause-, als Spotreinigungs- sowie als Rückkehr-zur-Basisstation-Taste fungieren. Die beiden unter der Serviceklappe befindlichen Hinweis-LEDs informieren über eine bestehende WLAN-Verbindung (Blinken bei Aufbau oder Unterbrechung, Leuchten bei bestehender Verbindung) sowie den Reset-Vorgang, sobald dieser einmal angestoßen wurde. Den Akkustand (Weiß bei vollem Akku, Orange bei mittlerer, Rot bei zur Neige gehender Kapazität) verrät die beleuchtete Ein-Aus-Taste des Geräts. Diese ist aufgrund ihrer Größe jederzeit gut einsehbar. Auch werden hierüber Fehlermeldungen optisch in der Farbe Rot wiedergegeben. Die rechts an der Unterseite gelagerte dreigliedrige Seitenbürste weist die von Modell 1 bekannte Länge der Borsten auf, erzielt auch in Ecken und bei Kantenfahrt eine zufriedenstellende Reinigungsleistung. Die Hauptbürste, ebenfalls vom Mi Vacuum Robot ohne sichtbare Änderungen übernommen, ist wie bei einigen Konkurrenzprodukten bspw. von Neato mit Borsten und Lamellen ausgestattet. Deren Lamellen tragen gleichfalls zur hervorragenden Reinigungsleistung bei. Indem die Borsten als auch die Lamellen den jeweiligen Bodenbelag bürsten, werden selbst größere Schmutzpartikel ohne weiteres aufgenommen und zur Mitte des Saugschachtes transportiert. Selbst Teppichflächen werden effektiv gereinigt, die Hauptbürste hinterlässt im Vergleich zur Kombibürste von Vorwerk oder Neato bzw. den Extraktoren von iRobot keinerlei sichtbare Spuren in niedrigflorigem Teppich, dennoch kann das Ergebnis überzeugen. Die Hauptbürste als auch die per Kreuzschlitzschraube fixierte Seitenbürste lassen sich leicht entnehmen, um diese von Haar- und Flusenrückständen zu befreien. Zwar ist hierfür (Seitenbürste) Werkzeug notwendig, dieses liegt jedoch bei bzw. ist in jedem gut sortierten Haushalt sicher vorrätig. Auch sei an dieser Stelle angemerkt, dass die Qualität der Xiaomi-Seitenbürsten so hochwertig ist, dass diese im Normalfall über viele Monate ohne Einbußen hinsichtlich der Reinigung genutzt werden können. Um beide Verschleißteile zu säubern, hat Xiaomi demnach den sinnvollen Spagat zwischen größtmöglicher Haltbarkeit und einfacher Gerätepflege auch beim neuen Modell Xiaomi Roborock Sweep One beibehalten, zum Vorteil der Kunden, welche davon in erster Linie profitieren.

Hardware & Software

Die Ladestation des Roboters ist verglichen mit dem Vorgänger deutlich geschrumpft. Das integrierte Netzteil bringt kaum Gewicht mit sich. Die somit äußerst leichte Basis wurde nicht nur in punkto Kommunikation mit dem Roboter überarbeitet, auch die Position der Ladekontakte wanderte auf die Unterseite des Geräts (Sweep One). Während das erste Modell noch über die rückwärtig angebrachten Kontaktflächen lud und demzufolge rückwärts andockte, geschieht dies nun vorwärts. Grund dieser Änderung ist die optionale Wischeinheit, welche etwas über die Rückseite des Sweep One heraussteht, sobald sie arretiert wurde. Auch böte Feuchtigkeit in der Nähe des Ladestroms erhebliche Sicherheitsprobleme. Die probateste Lösung war dahingehend folglich die Umpositionierung der Ladekontakte an die Unterseite des Xiaomis bzw. den unteren Bereich der Basisstation. Beispielsweise iRobot oder iLife nutzen diese Möglichkeit bereits seit Jahren und haben offensichtlich gute Erfahrungen mit dieser Art der Stromübertragung. Der eigentliche Andockvorgang muss daher zwingend präzise erfolgen, um den Roboter über die wenige Quadratzentimeter großen Ladeflächen auf den beiden Ladekontakten der Basis zu positionieren. Dies geschieht beim Sweep One äußerst zuverlässig. Eines mag der Roboter jedoch gar nicht, Hindernisse im näheren Umfeld rechts und links, die ihn darin hindern, im richtigen Winkel auf die Basis zuzufahren. Das geringe Gewicht der Basis wird durch einen Aufsatz kompensiert, welcher in transparentem Kunststoff daher kommt, an der Station einfach eingeklippst wird, den empfindlichen Bodenbelag selbst bei bei arretiertem Wischaufsatz vor Beschädigungen durch Nässe schützt und die Ladestation jederzeit an ihrer eigentlichen Position hält. Einzig bei Trennung dieser vom Stromnetz neigt der Neue dazu, durch unsanftes Überfahren der Ladekontakte die gesamte Basis mitunter zu verschieben und ein erneutes Andocken hierdurch zu erschweren. Es sollte daher jederzeit darauf geachtet werden, dass bei Einsatz einer Zeitschaltuhr mindestens 10 Minuten vor dem vermutlichen Andocken des Xiaomis als auch in den ersten Minuten nach dem Start des Reinigungsvorgangs die Basis in jedem Fall über Zugang zum Stromnetz verfügt, um einen Schaden an den Ladekontakten oder ein Verschieben des Basismoduls zu verhindern.

Sollten Sie den Aufsatz nicht nutzen wollen, ist trotz unterseitig angebrachter Gummierungsflächen die Wahrscheinlichkeit des Verschiebens selbiger hoch. Um dies zu verhindern, empfiehlt sich in diesem Fall wie schon beim Vorgänger eine Fixierung mittels doppelseitigem Klebeband am endgültigen Aufstellungsort des Roboters über die Unterseite der Basisstation (Klebestreifen auf gummierte Flächen ausreichend). So kann die Ladestation auch nach mehrmaliger Kollision nicht verschoben werden, was die Wahrscheinlichkeit des Roboters, diese nach erfolgreichem Reinigungsprozess nicht mehr wiederzufinden, nachhaltig ausschließt. Die Basis wirkt hinsichtlich ihrer Breite und Tiefe äußerst kompakt, die vier im Bereich hinter dem transparenten Kunststoff gelagerten Infrarot-LEDs sorgen jedoch jederzeit für eine sichere Rückkehr des Roboters. Dies geschieht nun vorwärts, indem der Sweep One nach Positionsbestimmung die Ladestation anvisiert, in variablem Winkel diese anfährt, um schließlich in langsamer Geradeausfahrt Kontakt mit den Ladeklammern herzustellen. Xiaomi hat beim Optimieren des Andockalgorithmus ganze Arbeit geleistet. Dank der eingesetzten Infrarottechnik erfolgte das Andocken bislang immer zuverlässig. Ein Reinigen der unterseitigen Kontaktflächen am Roboter als auch der Ladekontakte der Basis ist in gewissen zeitlichen Abständen von 1 bis 2 Wochen dringend anzuraten, um den Stromfluss zwischen beiden nicht zu beeinträchtigen. Achten Sie bitte auch darauf, dass die Unterlage frei von größeren Mengen Feuchtigkeit ist und stets staubfrei, um die Funktionalität Ihres Xiaomi Roborock Sweep One nicht zu gefährden.

Grundsätzliches

Einmal angedockt, lädt der Roboter den Akku zu 100% Prozent auf, insofern Strom anliegt. Kann das Gerät die Ladestation nicht erreichen, erzeugt es einen akustischen Hinweis in Form der bereits beim ersten Modell bekannten Fehlermeldung durch Sprachausgabe und signalisiert über die rote Status-LED an der Oberseite (Ein-Aus-Schalter) einen Fehler. Ein Nachvollziehen dieser Fehlermeldung ist einerseits über die hauseigene App-Anwendung Mi-Home oder über das Internet möglich. Mangels eines Displays erhält der Nutzer darüber hinaus keine weiteren Informationen zum aufgetretenen Problem. Ein Blick auf die vielfältigen Hinweise und Informationen innerhalb der App schadet insbesondere bei Erstinbetriebnahme und nach dem Liegenbleiben bei Unerfahrenheit nicht. Neben bebilderten Hilfestellungen gewährt insbesondere die App hinreichende Einblicke in die Programmierung des Roboters und verweist auf zahlreiche Tipps zum Reinigen und Pflegen des Geräts – bis zuletzt leider nicht in deutscher Sprache. Der Roboter signalisiert gleichfalls Komplikationen während des Reinigungsvorgangs, bspw. beim Einsaugen von größeren Gegenständen (Kleidung, Kabel, hochflorige oder leichte Teppiche), welche die Haupt- und/oder Seitenbürste blockieren, bei Steckenbleiben unter Möbelstücken oder Hängenbleiben auf Türschwellen akustisch über den verbauten Mono-Lautsprecher als auch optisch über die im Startknopf integrierte LED. Gleichfalls gibt der Roboter über diese Status-LED Rückmeldung zum Aktualisierungsfortschritt der Firmware (Blinken statt Pulsieren beim Ladevorgang). Letztere wurde in den vergangenen Monaten nach meiner Kenntnis mindestens einmalig aktualisiert. Dies funktioniert zuverlässig per OTA-Update über die bestehende WLAN-Verbindung. Die umlaufende LED des Start-Stop-Pause-Knopfes visualisiert den eigentlichen Ladevorgang durch Pulsieren, einen vollen Akku durch stetes Leuchten, den Verlust der Stromzufuhr der Ladestation durch langsames Blinken und informiert den bzw. die NutzerIn somit jederzeit über den Betriebszustand. Leicht verständlich macht der Xiaomi Roborock Sweep One so auf Probleme aufmerksam, informiert über den eigenen Status und gewährt Einblick in die Funktionsweise. Eine Gewöhnung an die Signale des Roboters, welche fortwährend durch entsprechende Sprachausgaben ergänzt werden, erfolgt schnell und unkompliziert auch bei Einsteigern in dieses Metier.

Das Laufgeräusch des Getriebes der beiden Radantriebe ist beim Kombimodell deutlich stärker zu vernehmen als beim Ur-Xiaomi. Inwiefern die Entwickler an dieser Stelle nachgebessert haben, ist äußerlich nicht auszumachen. Sichtbar ist jedoch auf den ersten Blick, dass man die Ausrichtung der Antriebsstränge um 180 Grad gedreht hat, sodass die Räder des Neuen nach hinten einfedern, während die des ersten Modells noch nach vorne federten. Dies macht sich insbesondere beim Befahren von hochflorigen Teppichen bemerkbar und resultiert in der seitens des Herstellers angegebenen höheren Steigleistung von max. 2,5 cm. Bezogen auf den Antrieb übertönt das Laufgeräusch beider Getriebe selbst bei hoher Gebläseleistung alle weiteren Lautstärkequellen. An dieser Stelle besteht daher durchaus Raum für Verbesserungen. Sollte sich durch die Änderungen eine Verbesserung der Haltbarkeit einstellen, wäre dieser Umstand durchaus zu begrüßen. In der jüngeren Vergangenheit wiesen insbesondere die beiden Antriebsstränge nicht nur beim Xiaomi (einmaliger Garantiefall beim iRobot Roomba 980) gewisse Ausfallraten auf. Die große Steuerrolle vorne weist noch immer reichlich Spiel auf. Beim Überfahren von Fliesenflächen oder auf Dielenboden und Laminatflächen mit unsauber verlegten Kanten ist diese hinlänglich wahrnehmbar. Gleiches gilt für die Gummilippe am Unterboden des Roboters, welche die Dichtigkeit zum Saug- und Bürstenschacht herstellt.

Bedienung

In der Phase nach dem Andocken lädt er bis zum Erreichen der vollständigen Kapazität, wechselt anschließend in den Modus der Erhaltungsladung und verbraucht hiernach ca. 3,0 Watt pro Stunde. Auch nach 24 Stunden steht der Roboter timergesteuert oder durch Drücken des Ein-Aus-Knopfes jederzeit zur Reinigung bereit. Einzig nach Trennung der Basisstation vom Stromnetz schaltet sich der Roboter nach ca. 12 Stunden aus, weist auf diesen Vorgang jedoch per Push-Nachricht rechtzeitig hin. Hiernach erfolgende timergesteuerte Reinigungsvorgänge werden nicht ausgelöst. Ein Betrieb über einige Tage ohne Zugang zum Stromnetz ist demnach nicht möglich, da das Gerät nach Zugriff auf die App-Steuerung weder gestartet und somit für weitere Prozesse verfügbar gemacht werden kann, noch erfolgreich die Basis anfahren kann, da die Signale der Infrarot-LEDs der Station zum erfolgreichen Andocken fehlen. Um eine derartige Abschaltung zu verhindern, muss der Roboter im Zeitraum von max. 12 Stunden oder aber direkt vor einer geplanten Reinigung über die Basis mit Strom versorgt werden. Während dieser Zeit signalisiert der Roboter die Netztrennung mittels akustischer Sprachausgabe (einmalig) bzw. optischem Hinweis per Status-LED (mehrmalig). Wer Sprachhinweise unterbinden möchte, kann das Gerät entweder über den Start-Stopp-Pause-Knopf ausschalten oder aber in der Mi-Home Anwendung jegliche Sprachmitteilungen über die Lautstärkeregelung bzw. den Nicht-Stören-Modus deaktivieren. Per mehrsekündigem Knopfdruck auf den Startknopf lässt sich der Staubsauger bei Bedarf wieder einschalten. Einer längeren Nichtnutzung steht somit nichts im Wege. Sollte der Xiaomi Roborock Sweep One über Wochen nicht benötigt werden, sollte auch nach dem Ausschalten der Akkustand des Roboters wiederholt geprüft, dieser bei Bedarf geladen werden.

Navigatorisch zeigt sich der Xiaomi im Vergleich zum restlichen Mitbewerberfeld in Anbetracht des Funktionsumfangs als auch der technischen Raffinessen äußerst durchdacht, zweckmäßig, effektiv. Die Entwickler scheinen dem Neuen einige frische Algorithmen spendiert zu haben. der Roborock umkreist Hindernisse noch gekonnter als der Vorgänger. Dem Roboter gelingt selbstverständlich die problemlose Navigation auch auf Flächen größer 100 m². Unterschiedliche Räume, Fußbodenbeläge, Einrichtungsgegenstände sowie ein Betrieb in absoluter Dunkelheit stellen dank der verbauten LiDAR-Technik, welche per Laser die Umgebung vermisst, Hindernisse erkennt, Wegstrecken plant und Räume wechselt, keinerlei Problem dar. Dank der quadrantbasierten Navigation werden zusammenhängende Reinigungsbereiche wie bei Mitbewerbern von Neato oder Vorwerk auch in einzelne Segmente unterteilt, welche zuerst über den Rand abgefahren, hiernach im Inneren gereinigt werden. Diesem Vorgehen folgt der Sweep One wie bereits sein Prädezessor Schritt für Schritt in jedem neuen Quadranten, welchen er abfährt. Ein solcher Abschnitt kann sich unter Umständen auch auf zwei unterschiedliche Räume erstrecken. Ca. 4 x 4 Meter nimmt ein solcher Quadrant bei Xiaomis Saug-Wisch-Kombimodell ein. Über das Anlegen einer Karte des Haushalts auf dem Gerät findet der teilautonome Staubsauger jederzeit zur Basisstation zurück, bspw. um bei Befahren größerer Flächen nachzuladen, bevor er den Reinigungsvorgang fortsetzt. Einzig dunkle Teppiche können zum Problem werden, falls diese schwarze Bereiche aufweisen. Dies gilt gleichfalls für Fußmatten bzw. Fußabtreter.

Hier kann letztlich nur ein Test zeigen, ob der Xiaomi mit Ihrem Exemplar an Auslegware etc. zurecht kommt. Pauschalaussagen dahingehend sind wenig sinnstiftend. Eine Neuerung erfuhr der Sweep One hinsichtlich der Bereichsreinigung. In der zuletzt abgespeicherten Karte des eigenen Haushalts lässt sich ein Bereich von einigen Dutzend Zentimetern bis hin zu mehreren Metern Kantenlänge einzeichnen bzw. auswählen, welcher gesondert gereinigt werden soll. Auch über die Anzahl der Reinigungsdurchgänge, welcher auf dieser separaten Fläche ausgeführt werden soll, kann der bzw. die BenutzerIn entscheiden und zwischen einem bis maximal drei Fahrten wählen. Insbesondere bei punktueller Verschmutzung hat sich diese Funktionserweiterung als sehr sinnvoll erwiesen, muss so nicht mehr umständlich abgesperrt oder gleich die gesamte Wohnung gereinigt werden. Bietet die letzte zur Verfügung stehende Karte einen umfassenden Scan der gesamten Wohnfläche, lassen sich auch in verschiedenen Zimmern ein oder gleich mehrere Bereiche zum Reinigen definieren. Der Roboter fährt diese in der Reihenfolge des Anlegens Schritt für Schritt ab. Eine maximale Anzahl definierbarer Flächen ließ sich durch Test nicht ermitteln. Das Anlegen von mehr als fünf dieser Einzelsegmente stellte kein Problem dar. Einzig das Speichern solcher Bereiche ist nicht möglich. Somit muss bei jeder neuen Bereichsauswahl das entsprechende Tool angewählt und jede Fläche neu eingezeichnet werden.

Saugstufen

Der Staubsaugerroboter kennt gleichfalls wie sein Vorgänger insgesamt vier Betriebszustände (Gebläsestufen: niedrig, mittel, hoch, Turbo). Ein weiteres Schmankerl bietet der Teppich-Turbo-Modus, welcher die Saugleistung des Roboters bei Befahren von Teppichflächen unterschiedlicher Art kurzfristig erhöht. Dies funktioniert zuverlässig bei niederflorigem Teppich. Einmal in der App aktiviert kann man so gewiss sein, dass der Sweep One die eigenen Teppichflächen mit größtmöglicher Gebläseleistung reinigt, egal, in welcher voreingestellten Saugstufe er sich auch befinden mag. Das komfortable Wechseln der Gebläseleistung besteht auch bei Programmierung eines Timers. Demnach lässt sich die Leistung entsprechend der täglichen Gegebenheiten (Abwesenheit = hohe Saugleistung, Anwesenheit = mittlere Saugleistung) einfach und effektiv anpassen. Die Lautstärke während des Betriebs variiert je nach gewählter Gebläseleistung und ist im mittleren Modus als eher angenehm hinsichtlich des Vernehmens zu bezeichnen. Eine verminderte Gebläseleistung zur Reduzierung der Emissionswerte bietet die Stufe niedrig, welche jedoch mit einer nur durchschnittlichen Reinigungsleistung einher geht, daher eher in Ausnahmefällen eingesetzt werden als die Regel darstellen sollte. Nutzt man den Xiaomi Roborock Sweep One in der Stufe hoch, ist die Qualität der Reinigung erfahrungsgemäß als sehr beachtlich zu bezeichnen. Der Turbo als auch der Turbo-Teppich-Modus stellen die Leistungsspitze des Gebläses dar und garantieren ein hervorragendes Ergebnis. Zwar fällt die Hauptbürste der beiden Xiaomi-Modelle hinsichtlich ihrer Breite im Vergleich zu Mitbewerbern recht schmal aus, diesen Umstand machen beide Roboter jedoch mit ausreichend überlappenden Bahnen wett. Der Geräuschpegel im Turbomodus erschwert einen Aufenthalt in ein- und demselben Raum, in dem der Roboter operiert. Somit bietet sich diese vorrangig für einen Betrieb während der eigenen Abwesenheit an. Für anwesende Menschen wie Haustiere ist die abgesonderte Lautstärke (Stufe hoch & Turbo) nicht sonderlich erträglich. Gespräche in normaler Lautstärke sind zwar durchaus zu führen, das Konsumieren von multimedialer Unterhaltung ist demzufolge nur noch eingeschränkt möglich. In Sachen Reichweitenleistung überzeugt der Xiaomi mit einer maximalen Betriebszeit von bis zu 150 Minuten bei niedriger Gebläsestufe. Die in ihrer Effizienz verglichen mit dem Xiaomi Mi Vacuum Robot optimierte Navigation – auch im Bereich von Stuhl- und Tischbeinen – ermöglicht dem Roboter eine ausgezeichnete Leistungskennzahl (Zeitbedarf pro m²).

Verschleißteile
Verschleißteile
Kombibürste (Borsten und Lamellen)
Kombibürste (Borsten und Lamellen)

Sensorik

Ist der Xiaomi Roborock Sweep One einmal unterwegs, verhält er sich nach einem für viele nicht chaotisch navigierende Staubsaugerroboter typischen Schema. Nach Start des Reinigungsprozesses dreht der Roboter zur rechten Seite, sucht die entsprechende Kante des ersten Quadranten im Raum, welchen er berechnet hat und fährt an dieser solange entlang, bis er auf einen Widerstand stößt, welchen er über die Frontsensoren (Bumper & Doppel-Ultraschall) bei Berührung bzw. Kollision erkennt. Des Weiteren besitzt der Xiaomi die Möglichkeit, Hindernisse über die Erfassung des Lasers an der Oberseite des Roboters zuverlässig zu erkennen. Der Bumper, eine umlaufende Verkleidung im Frontbereich des Geräts, welche über Federn und Sensoren Zusammenstöße an die Software liefert, kommt auch beim zweiten Modell bei Reinigungsfahrten häufiger zum Einsatz. Dennoch geht der Sweep One vorsichtig zu Werke. Die LiDAR-Einheit ist aufgrund ihrer Position in der Lage, Hindernisse ab einer gewissen Höhe zuverlässig zu erkennen. Auch müssen diese Möbel, Einrichtungsgegenstände usw. eine gewisse minimale Breite von ca. 1 cm aufweisen, damit der Laserstrahl hinreichend Reflexion auf der Oberfläche erfährt. Insbesondere Glasscheiben, bodennahe Fensterflügel oder Spiegel bereiten der Lasernavigation erhebliche Probleme. Gleiches gilt für verchromte oder anderweitig spiegelnde metallische Oberflächen, welche allzu gerne Einsatz bei Sitzmöbeln und Kommoden finden. Nur in Ausnahmefällen gelingt dem Roboter die rechtzeitige Erkennung des Gegenstands samt vorausschauendem Ausweichen nicht. In solchen Situationen stoppt der Roboter bei Aktivierung der Bumpersensoren ruckartig und versucht anschließend, das Hindernis zu umkreisen. Dies gelingt ihm in gewohnt zuverlässiger Manier. Stuhl- und Tischbeine werden eng umrundet. Über den seitlich positionierten Wandsensor hält der Sweep One das Hindernis immer im Blick und sucht erneut die entsprechende Kante, falls das Objekt aus dem Erfassungsbereich verschindet.

Gelingt dem Xiaomi das Anfahren eines Gegenstands nicht, dreht er sich wie andere planvoll navigierende Roboter auch auf der Stelle und ermittelt hierdurch über die Sensorik einen Ausweg. Der Kantensensor wie auch die restlichen an der Unterseite des Roboters sollten in regelmäßigen Abständen gesäubert werden, um ihre Funktionstüchtigkeit zu wahren. Gleiches gilt für den Bumper, in dessen Spalt an der Unterseite gröbere Verschmutzungen eindringen und die Funktion beeinträchtigen können. Auf Freigängigkeit des Kollisionsschutzes sollte stets geachtet werden. Zum Ausgrenzen bestimmter Bereiche dient das optional erhältliche Magnetband, welches zuverlässig die im Roboter verbauten Sensoren anspricht und ein Überfahren wirkungsvoll verhindert. Dieses Band lässt sich ohne weiteres mit doppelseitigem Klebeband vor Treppenauf- und Treppenabgängen fixieren, unter dünnen Teppichen positionieren (Dicke bis 1,5 cm) und dient so als effektive Barriere, welche durch den Roboter nicht überschritten wird. Sinnvoll kann zum Beispiel die Abgrenzung von Spielbereichen in Kinderzimmern auf diese Weise realisiert werden. Im Gegensatz zum Original von Xiaomi ist das Magnetband von Vorwerk deutlich günstiger zu erwerben, funktioniert ebenfalls tadellos und bietet demnach eine preiswertere Alternative.

Reinigungsleistung

Beobachtet man den Xiaomi während des Reinigungsprozesses, so fällt auf, dass dieser mit im Vergleich zu anderen Robotern hoher Geschwindigkeit seine Bahnen zieht, gleichfalls bei Umrundung von Hindernissen zielgerichtet und schnell zu Werke geht. Seine überaus gründliche Reinigungsleistung spricht für sich. Kanten werden sauber und zielführend abgefahren, Hindernisse gekonnt und teils sehr eng umfahren, auch Schwellen bis zu einer gewissen Höhe (ca. 2 cm) überstiegen bzw. Rampen erklommen. Feinstaub nimmt der Sweep One bei Einsatz eines abwaschbaren Originalfilters ebenso wohlwollend auf wie größere Partikel, die Hauptbürste verklemmt nur selten. Gemessen an anderen Modellen im gleichen Preissegment bietet der Roboter trotz der langen Fasern eine sehr effektive Kombibürste aus Borsten und Lamellen, welche bodenschlüssig aufliegt und so auch auf Glattböden zu einem hervorragenden Reinigungsergebnis führt. Die Breite der Hauptbürste zwingt den Xiaomi, Räume in hoher Anzahl an Bahnen abzufahren, um die gesamte Fläche rückstandslos reinigen zu können. Allerdings legt der Neue bei der Reinigungsgeschwindigkeit, genauer der Flächenleistung pro Minute, im Vergleich zum Vorgängermodell weiter zu. Die Entwicklungsabteilung wollte wohl zu Robotern von Neato und Vorwerk aufschließen, welchen durch eine besonders breite Hauptbürste trotz gemächlicher Fahrt eine sehr hohe Flächenleistung pro Zeiteinheit gelingt. Auch größere Objekte wie Flusen, Einstreu von Haustieren, Haarbüschel, Farnblätter oder ähnliches nimmt der Staubsauger dank der Gebläseleistung sowie der effektiven Kombibürste bereitwillig auf. Besonders empfänglich zeigt diese sich beim Aufeinandertreffen mit Schnürriemen, Kabelenden, längeren Blättern oder auch Socken. Derartige Dinge stellen für alle Saugroboter mit rotierender Hauptbürste ein vornehmliches Problem dar, da diese sich allzu schnell um die Hauptbürste wickeln und hiernach für eine Blockade dieser sorgen. Achten Sie daher immer darauf, derlei Gegenstände fern zu halten bzw. im Vorhinein einer Reinigung zu beseitigen. Die Rundform wurde dankenswerterweise beibehalten, welche hinsichtlich der Kanten- und Eckenreinigung zwar Nachteile erahnen lässt, die sich im Betrieb jedoch als eher geringfügig erweisen. Dank der Maße und Form gelingt dem Sweep One auch auf engstem Raum die sichere Navigation. Die Möglichkeit, sich auf der Stelle zu drehen, lässt den Roboter aus jeder noch so schmalen Stelle entkommen.

Typisches rückwärtiges Aufbocken, welches von Geräten mit D-Form hinlänglich bekannt ist, zeigt sich beim Xiaomi nur in absoluten Ausnahmefällen. In nahezu jeder Situationen schaffte es der Staubsauger, durch Drehen über die horizontale Achse einen Ausweg aus Zwischenräumen zu ermitteln. Ein Hängenbleiben an Stuhl- oder Tischbein ist dem Roboter völlig fremd. Ein Entschärfen solcher Stellen durch Hochklappen der Stühle oder Umgruppieren der Einrichtungsgegenstände scheint nicht notwendig. Dennoch ist es ratsam, jeden Roboter gleich welcher Bauart bei den ersten Reinigungsfahrten zu begleiten und solche Problembereiche wahrzunehmen und im Vorfeld des nächsten Vorgangs zu entschärfen bzw. beseitigen. Begrenzt wird seine Reinigungsleistung einerseits durch die Seitenbürste, deren Länge physikalisch bedingt nur ein gewisses Maß einnehmen darf, damit diese nicht selbst zum Hindernis wird, andererseits durch eine niedrig gewählte Saugstufe. Hier sollte darauf geachtet werden, dass der Roboter selbst bei geringer Verschmutzung der zu reinigenden Fläche zumindest in der mittleren Saugstufeneinstellung operiert, da ansonsten die Gebläseleistung nicht ausreichen könnte, um auch größere Staubmengen und/oder Haare von Mensch und Tier sowie Staubflusen erfolgreich aufzusaugen. Im Regelfall nimmt er diese jedoch zuverlässig auf. Allerdings besteht bei Einsaugen langer Haare wie bei anderen Hauptbürsten dieser Art auch die Neigung, diese um die Hauptbürste zu wickeln. Praktischerweise hat Xiaomi das entsprechende Werkzeug zum Lösen solcher Haaransammlungen griffbereit unter der Serviceklappe integriert, sodass es im Einsatzfall immer in Reichweite ist. Ein Entfernen der Rückstände und Haarbüschel gelingt dank dieses nützlichen Utensils mit wenigen Handgriffen, anschließend kann die Hauptbürste wieder eingesetzt und der Roboter erneut auf Reisen geschickt werden. Auch beim neuen Xiaomi sollte darauf geachtet werden, dass sich keinesfalls größere Mengen im Bereich der seitlichen Lager ansammeln, die die Lauffreiheit der Bürsten beeinträchtigen könnten. Eine regelmäßige Kontrolle ist daher dringend zu empfehlen.

Basisstation mit Bodenschutz
Basisstation mit Bodenschutz

Akkukapzität

Die Kapazität des unverändert 5200 mAh fassenden Akkus mit einer Leistung von insgesamt 74,8 kWh reicht nach dem vollständigen Aufladen selbst für größere Haushalte. Bei größeren Etagen jenseits der 100 m² stellt das Nachladen eine probate Lösung dar, um schlussendlich die Gesamtfläche zu reinigen. Wird der Filter regelmäßig abgesaugt und/oder per Vorfilter vor grober Verschmutzung bewahrt, gelingt dem Xiaomi Roborock Sweep One im täglichen Einsatz eine vortreffliche Reinigungsleistung auch auf kurzflorigem Teppich dank der integrierten Teppich-Turbo-Funktion, welche App-seitig erst aktiviert werden muss. In Bezug auf die Akkukapazität kann der Staubsauger selbst mit deutlich teureren Topgeräten mithalten. Die planmäßige Navigation (Kanten – Quadrant – Bahn für Bahn) verhilft dem Roboter zu einem lückenlosen Reinigungsergebnis. Seine überzeugende Leistung hat zur Folge, dass die Staubentwicklung sowie der sich frei in der Raumluft bewegende Staubanteil und damit künftige Ablagerungen auf Möbeln und Böden deutlich zurückgehen. Dabei macht der neu konzipierte, unter Wasser abwaschbare Filter eine wirklich gute Figur. Er setzt sich nicht schneller zu als sein Vorgänger, ist einfach zu reinigen und beeinträchtigt die Gebläseleistung erst bei vollem Schmutzbehälter nachhaltig.

App-Unterstützung

Die Einrichtung des Roboters erfolgt mittels der Mi-Home Anwendung von Xiaomi innerhalb von wenigen Minuten, insofern man sich genauestens an die englischsprachigen Anweisungen hält. Der gesamte Vorgang kann ganz bequem und komfortabel vom Sofa aus erfolgen, über ein vorhandenes Smartphone und/oder Tablet. Am Gerät selbst kann mangels fehlendem Display weder die timergesteuerte Reinigung aktiviert oder deaktiviert werden, noch Uhrzeit und Datum konfiguriert oder die Einbindung ins heimische WLAN angestoßen werden. Einzig der Reset der WLAN-Einstellungen oder aber der gesamten Firmware ist ausschließlich über die Knöpfe am Roboter möglich. Hinsichtlich der Stabilität der WLAN-Verbindung zeigten sich keinerlei Auffälligkeiten, weder nach dem Ausschalten, noch im Betrieb. Ebenso zuverlässig wirkt die Firmware, welche aktuell verfügbar ist. Der Roboter zeigte sich immer erreichbar, wies bei Fehlermeldungen durch Push-Benachrichtigungen zeitnah auf seine missliche Lage hin, Karten wurden sauber und detailliert dargestellt, alle Funktionen sind nach wie vor verfügbar und funktionieren tadellos. Die Software-Unterstützung scheint neben der guten Haptik und Funktionalität der Xiaomi-Roboter die eigentliche Stärke der Pekinger. Treten Widrigkeiten auf, ist mit einem zeitnahen Update zu rechnen. Selbst das erste Modell erhielt jüngst ein neues Update sowie eine überarbeitete Mi-Vacuum Erweiterung. Dem chinesischen Konzern scheint viel daran gelegen, die Kundschaft durch regelmäßige Aktualisierungen zufrieden zu stellen. Bis dato gelang dies mit wenigen Ausnahmen immer zuverlässig.

Tipp

Empfehlenswert ist die Einbindung des Roboters in ein separates WLAN, auch als Gast-WLAN oder Gast-Zugang bezeichnet. Die erforderlichen Informationen, um dies zu bewerkstelligen, entnehmen Sie bitte den Konfigurationsseiten Ihres Routers, welchen Sie standardmäßig unter http://192.168.0.1, http://192.168.1.1 oder http://192.168.2.1 über typische Browser erreichen können. Ratsam ist die vorübergehende Freischaltung aller Rechteeinschränkungen im Router, welche das Gast-WLAN betreffen. Auch sollten Sie in diesem Fall alle Filtereinstellungen überprüfen, gegebenenfalls für den Gast-Zugang gesetzte Filter bis nach erfolgreicher Integration Ihres Xiaomi Roboters inkl. Download und Einrichtung der Plugin-Erweiterung deaktivieren.

Xiaomi Robrock Sweep One inkl. Basisstation
Xiaomi Robrock Sweep One inkl. Basisstation

Widrigkeiten

Im Weg steht dem Xiaomi meiner Meinung nach neben der Import- und Bestellbedingungen einzig der Preis, welcher – je nach Version – 200 bis 250 Euro über dem des Vorgängers Xiaomi Mi Vacuum Robot liegt. Die Wischfunktion stellt für mein Befinden keinen allzu großen Mehrwert dar. Vielmehr können die überarbeiteten Radantriebe bezüglich ihrer Kletterfreudigkeit, der sensorgelagerte LDS-Kopf, die höhere Reinigungsgeschwindigkeit, der Teppich-Turbo-Modus, die Umpositionierung des LiDARs überzeugen. Der Neue vereint zahlreiche positive Merkmale in sich, welche im Fazit im Einzelnen noch einmal aufgeführt werden. Einzig folgende Aspekte trüben das ansonsten sehr gute Bild des Staubsaugerroboters:

  • EU-konformes CE- bzw. EAC-Kennzeichen fehlt bei China-Version
  • Kauf über chinesische Onlinehändler, gewohnter Gewährleistungsservice entfällt
  • Geltendmachung eines Garantieanspruchs in Deutschland unmöglich
  • bestimmte Ersatzteile (Mainboard, Sensoren) für Roboter bis dato nicht erhältlich
  • Einschicken im Schadensfall nach China zum Onlineversandhändler auf eigene Kosten
  • Versand inklusive Akku mit ca. 45 Euro sehr teuer, da seit Januar 2017 die Richtlinien der weltweit operierenden Dienstleister derartige Stromspeicher als Gefahrgut deklarieren, ein Versand per Flugzeug ist demzufolge nur unter gesonderten Bedingungen und hohen Kosten möglich
  • Verzicht auf Endgerät im Reparaturfall für viele Wochen
  • hoher Endpreis im Vergleich zum Vorgängermodell
  • Wischfunktion nur rudimentär
  • Wassermenge nur per manuellem Eingriff änderbar
  • Wischbereich nur mittig analog zur Bürstenbreite, Randbereiche werden nicht gesäubert
  • Wassertank zu klein für größere Flächen
  • Wassermenge zu gering für Steinfußboden und größere Fließenflächen

Das fehlende Display am Gerät selbst als auch der Zwang zur WLAN-Einbindung und App-Nutzung mögen den bzw. die ein oder andere InteressentIn stören. Im Großen und Ganzen stellen diese vermeintlichen Nachteile jedoch nur geringe Einbußen dar und sollten vom Kauf des Roboters nicht abhalten, welcher wie bereits weiter oben angeführt über eine erstklassige Reinigungsqualität verfügt. Der Vertrieb über verschiedene chinesische Onlineversandhäuser bietet zudem die Möglichkeit von Preisnachlässen und Angeboten. Die Möglichkeit der Garantieerweiterung besteht leider nicht.

Fazit zum Xiaomi Roborock Sweep One

Wer das Wagnis eines in China produzierten und vertriebenen Staubsaugerroboters eingehen möchte, der in der teureren Version immerhin über ein EU-konformes CE- und EAC-Kennzeichen verfügt, jedoch nicht über eine entsprechende Gewährleistung, dem sei der Xiaomi Roborock Sweep One empfohlen. Zwar hat man im Schadensfall mit hohem Aufwand zu rechnen und muss den Roboter mit großer Wahrscheinlichkeit nach China einschicken und währenddessen auf seine geschätzte Haushaltshilfe verzichten. Dennoch bietet der Roboter so viele Vorzüge, dass es schwer fällt, ihn in die Erwägung bei Neuanschaffung nicht einzubeziehen. Der Nachteil des fehlenden Gewährleistungsanspruchs wiegt durchaus schwer. Bei Reparaturfällen darf man sich als KundIn lediglich auf die je nach Shop angebotenen 12 Monate berufen. Auch landen die ermittelten Daten aus dem eigenen Haushalt auf ausländischen Servern. Nicht bekannt ist zudem, ob mit diesen Handel getrieben wird. Gleichfalls haben die Bemühungen der Sicherheitsforscher Dennis Giese und Daniel Wegemer gezeigt, dass sensible Verbindungsdaten auch durch Zurücksetzen des Geräts nicht gelöscht werden. Alle diese Nachteile sollten einem bei Kauf des Neuen bewusst sein, waren beim ersten Modell bereits existent und verlangen eine gewisse Abkehr von gewohnten Sicherheitsmechanismen. Wem dieser Schritt nicht zu groß ist, der findet im kürzlich präsentierten Xiaomi Roborock Sweep One einen Allrounder für nahezu jeden Haushalt.  Für aktuell ab ca. 400 Euro erhält der interessierte Käufer folgende Leistungen:

  • teilautonomer Serviceroboter
  • intelligentes und planvolles Navigieren durch Räume oder ganze Stockwerke
  • Lasereinheit zur Raumerfassung und -vermessung
  • Betrieb auch bei absoluter Dunkelheit möglich
  • drucksensitive LiDAR-Lagerung (Schutz bei Unterfahren von Einrichtungsgegenständen)
  • Umpositionierung des LiDARs zur besseren Erkennung von Hindernissen jeder Art
  • Erkennung von Hindernissen und Abgründen durch umfangreiche Sensorik
  • Ausweichen und zuverlässiges Umfahren von Gegenständen durch Bumper-, Ultraschall-, Nahbereichs- bzw. Kollisionssensoren
  • Rangieren und Navigieren auch an Engstellen
  • überzeugende Reinigungsleistung
  • deutlich vernehmbares Laufgeräusch auf unebenen Böden (Gummilippe, vordere Rolle, Bürstenkäfig, Getriebe der Radmodule)
  • schmale, aber effektive Hauptbürste zur Schmutzentfernung
  • hohe Geschwindigkeit bei Reinigung
  • hohe Flächenleistung pro Minute
  • vier Saugstufen je nach Anforderung (niedrig, mittel, hoch, Turbo), programmierbar bei zeitgesteuerter Reinigung
  • Teppich-Turbo-Modus (Erhöhung der Gebläseleistung bei Befahren von Teppichflächen)
  • timergesteuerte Reinigung inkl. Reinigungshistorie innerhalb der App
  • Steuerung durch App inkl. Fernbedienungsfunktion
  • Bereichsreinigung durch Flächenauswahl innerhalb der App über die zuletzt gespeicherte Karte einschließlich Wahl der Häufigkeit (1 bis 3 Durchgänge)
  • problemloses Reinigen des mittelgroßen Schmutzbehälters sowie Bürstenwerks aufgrund der simplen, robusten Mechanik
  • Wischfunktion, wenn auch eingeschränkt empfehlenswert
  • optisch ansprechendes, zeitloses Design und durchdachte Funktionalität
  • robustes Gehäuse in glänzendem Weiß, kratzanfällig, Spuren schnell sichtbar
  • übersichtliche Status- und Hinweis-LEDs
  • 3 Bedienknöpfe für Start-Stop-Pause oder Ein-Aus, Rückkehr zur Basisstation und Spot-Reinigung
  • im Vergleich zum ersten Modell hoher Endpreis
  • keine Möglichkeit der Garantieerweiterung auf 5 Jahre
  • Zubehör in Originalqualität sehr preiswert, für beide Modelle (1. und 2. Generation) verwendbar

Nach nunmehr ca. 3 Wochen Betriebszeit bin ich nach wie vor begeistert vom Xiaomi Roborock Sweep One. Er leistete bislang vortreffliche Arbeit. Er klettert zuverlässig, erkennt Teppichflächen auch bei wiederholtem Befahren, reinigt hervorragend auch größere Flächen, zeigt sich behände und agil auch in Engstellen, geht schnell und dennoch effizient zu Werke. Die Gehäusehöhe ist nur geringfügig gewachsen, sodass er alle Möbeln größer 9,8 cm in meinem Haushalt ohne Ausnahme problemlos unterfährt. Folglich gelangt er auch unter Sofas, Kommoden oder Regale. WLAN-Verbindungsprobleme waren bislang auch nicht zu verzeichnen. Die Mi-Home Anwendung inkl. der passenden Erweiterung für den Roboter bietet ebenfalls kaum Anlass zur Beschwerde. Das positive Bild des Roboters wird einzig getrübt durch die umständliche und zeitraubende Abwicklung im Falle eines Defekts sowie den fehlenden Gewährleistungsanspruch nach Ablauf der von vielen Shops angepriesenen 12 Monate. Wie lange ein solches Gerät schlussendlich seinen Dienst verrichtet, ist reine Spekulation. Das erste Modell überraschte mit einer hohen Qualität der einzelnen Bauteile und der modularen Bauweise, welche Reparaturen, schließt man das Mainboard aus, teils zum Kinderspiel macht.

Die überlegene Navigation vor allem in Bereichen, in denen D-Form-Sauger ihre Probleme haben, empfiehlt den Roboter für alle Haushalte, in denen in Ess- oder Wohnzimmerbereichen zahlreiche Möbel mit entsprechenden Füßen dicht beieinander stehen. Hier ist die Chance, dass ein Xiaomi Roborock Sweep One derlei Flächen zuverlässig reinigt, dabei möbelschonend und sorgsam mit der eigenen Einrichtung umgeht, hoch. Ob der Neue jedoch den Aufpreis von immerhin über 200 Euro wert ist, muss jede bzw. jeder Interessierte selbst entscheiden. Die Wischfunktion dürfte dabei nur eine untergeordnete Rolle spielen. Im Vergleich zu einem reinrassigen Wischroboter wie beispielsweise dem iRobot Braava 390t schlägt sich der Sweep One insbesondere in Ecken und im Bereich von Raumkanten schlecht, da sein Microfaser-Wischaufsatz nicht einmal ansatzweise diese exponierten Stellen erreicht. Für einen Wischvorgang zwischendurch, welcher weder besonders gründlich, noch mit größerem Aufwand (Tuch- und Akkuwechsel) verbunden ist, reicht die arretierbare Wischeinheit des Roboters jedoch allemal. Wäre demnach die Hürde hinsichtlich der Bestellung und Schadensabwicklung nicht, würde ich auch diesem Xiaomi ohne jeden Zweifel eine klare und ehrliche Empfehlung aussprechen, im Bereich der Staubsauger- bzw. Kombi-Modelle bis 700 Euro.

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