Fehlerquellen für Staubsaugerroboter

Staubsaugerroboter & Fehlerquellen

Mit Einführung eines Serviceroboters stehen im eigenen Haushalt mitunter verschiedenste Änderungen an. Auf welche potentiellen Fehlerquellen sollte geachtet werden? Welche Stolpersteine können im Vorfeld bereits ausgeräumt werden?

Ist der Staubsaugerroboter erst einmal online bestellt, folgt das bange Warten auf die Lieferung. Auch im Falle eines Kaufs in einem der größeren Elektrofachgeschäfte obliegt dem künftigen Besitzer bzw. der Besitzerin die Pflicht, den heimischen Haushalt in angemessenem Umfang auf den späteren problemfreien Betrieb vorzubereiten. Bereits im Vorfeld der Aufstellung können mögliche Fehlerquellen gefunden und beseitigt werden, um bei Inbetriebnahme des Roboters nicht alsbald die Freude an selbigem zu verlieren. Anderthalb Jahrzehnte der Entwicklung immer intelligenterer Serviceroboter sowie deren Nutzung im privaten und gewerblichen Umfeld einschließlich der hieraus resultierenden Erfahrungswerte legten zahlreiche prägnante Fehlerschwerpunkte offen, welche in nahezu jedem Haushalt existieren. Diese aus der Welt zu schaffen ist kein Hexenwerk.

Potentielle Fehlerquellen

Die folgende Liste legt lediglich die wichtigsten, möglichen Problembereiche im alltäglichen Betrieb eines Staubsaugerroboters offen. Bei sachgemäßer Verwendung und Vermeidung derartiger Stolpersteine werden Sie dank des gewählten, intelligenten Haushaltshelfers zeitnah einen echten Mehrwert in Ihrem Alltag wahrnehmen.

Gegenstände

Schmale, längere Objekte wie Schnürsenkel, Elektro- oder Lautsprecherkabel, Palmblätter usw. werden beim Überfahren in die Hauptbürste eingesogen und umwickeln diese. Sie führen möglicherweise bereits nach wenigen Sekunden zur Blockade des Bürstenmotors und könnten im ungünstigen Falle erheblichen Schaden anrichten, auch durch Herunterfallen hieran angeschlossener Gegenstände! Auch Kleidungsstücke können ein Blockieren der Hauptbürste zur Folge haben, diese sollten vor dem Start der Reinigung stets aus Bodenhöhe beseitigt werden.

Möbelhöhe

Möbel mit zu geringer Unterfahrhöhe beschädigen bei Modellen mit Lasermessung möglicherweise die extern auf der Geräteoberseite angebrachte LiDAR-Einheit zur Raumvermessung. Die Gerätemindesthöhe, abhängig vom gewählten jeweiligen Modell und Hersteller, sollte keinesfalls unterschritten werden, falls ein Absperren des Bereichs nicht vorgesehen ist. Wiederholtes Festfahren beansprucht die Radantriebe immens. Viele Hersteller setzen auf kunststoffbasierte Getriebeübersetzungen. Diese nehmen über die Zeit hinweg erheblichen Schaden, wird das Problem des Steckenbleibens bei Unterfahren nicht minimiert.

Feuchtigkeit

Das Reinigen von Nass- und Feuchtbereichen wie Dusch- und Wannenbädern führt unter Umständen dazu, dass der Roboter durch den Saugvorgang Wasser aufnimmt. Hierdurch kann es zur Schimmelbildung im Bereich des Filters als auch des Schmutzbehälters kommen, bei größeren Mengen zudem zum Defekt elektronischer Bauteile des Roboters. Offene Türen zu ebenerdigen, barrierefreien Duschbereichen sollten während der Reinigungsphase geschlossen bleiben.

Engstellen

Engstellen, welche des Weiteren durch Möbelfüße, Gegenstände oder anderweitige Barrieren das Navigieren erschweren, führen insbesondere bei Staubsaugerrobotern in D-Form zum rückwärtigen Aufbocken. Problematisch ist hier vor allem die Tatsache, dass neben einem Verkratzen sensibler Möbeloberflächen kein am Markt befindliches Gerät bislang über Magnetsensoren auf der Rückseite verfügt. Der Roboter könnte aufgrund der navigatorischen Engstelle durch seine Steuerungsalgorithmen Gefahr laufen, rückwärtig in mittels Magnetband abgesperrte Bereiche vorzudringen und hierdurch bspw. eine Treppe hinab zu stürzen.

Basisstation

Achten Sie beim Aufstellen der Basisstation auf einen Ort, an dem der Roboter sowohl nach rechts als auch nach links mindestens 30 cm Platz hat. Gleiches gilt für die Distanz zu Objekten nach vorne. Sollte der Roboter die Station nach erfolgreichem Reinigungsvorgang anfahren und störende Objekte in unmittelbarer Umgebung der Basis durch seine vielfältige Sensorik wahrnehmen, wird er das Anfahren dieser eventuell unterbinden, kann im Falle eines schwächelnden Akkus bei Reinigung größerer Flächen nicht entsprechend nachladen und unterbricht den Vorgang mit einer Fehlermeldung.

Abgründe

Treppenabsätze, Geländerabschnitte – soweit erforderlich – und sonstige Abgründe sollten mindestens durch Magnetband (NEATO, Vorwerk, Xiaomi) oder eine Virtual Wall (iRobot) abgesichert werden. Ansonsten droht dem Roboter bei Ausfall der Absturzsensorik und/oder Navigationsfehler durch rückwärts gewandtes Anfahren einer Gefahrenstelle der Absturz und somit Totalausfall.

Teppiche

Hochfloorige, langfaserige Teppiche als auch leichte, kleinere Vorleger werden möglicherweise eingesaugt und verklemmen die Hauptbürste, welche Schaden nehmen könnte. Insbesondere handgeknüpfte Teppiche mit seitlich abstehenden, längeren Fransen sollten für den Roboter nicht zugänglich sein, da ansonsten durch Einziehen selbiger ein Schaden an Teppich und Roboter droht. Zum Absperren solcher Bereiche kann Magnetband auch unter Teppichen bis zu einer Stärke von max. 1,8 bis 2 cm Verwendung finden, je nach Beschaffenheit der Auslegware. Entsprechende Bänder sind im Handel als Zubehör verschiedener Anbieter von Staubsaugerrobotern erhältlich.

Haustiere und Kleinkinder

Haustiere und insbesondere Kleinkinder sollten keinen unmittelbaren Zugang zum Roboter haben, da die Basistation unter Strom steht und auch der Roboter ein gewisses Gefährdungspotential durch seine elektrisch leitenden Teile mit sich bringt. Der Aufstellungsort sollte insofern klug gewählt und für den Staubsauger auch bei Befahren größerer Flächen leicht zu erreichen sein.

Dunkelheit

Roboter wie der iRobot Roomba 980 erfassen ihre Umgebung mittels bildgebender Verfahren (Kamera). Insbesondere bei Dunkelheit wirkt sich dies jedoch möglicherweise negativ auf das Navigationsverhalten des Staubsaugers aus. Während eine lasergestützte Raumerfassung auch bei 0 Lux die problemlose Orientierung sicherstellt, benötigen kameragesteuerte Endgeräte eine gewisse Resthelligkeit oder aber Infrarotlicht, um die räumlichen Gegebenheiten hinreichend aufnehmen und berechnen zu können. Entsprechen die Lichtverhältnisse nicht den Mindestanforderungen (Einsatz bei völliger Dunkelheit) und/oder wechseln diese während des Betriebs bspw. durch Einschalten einer Lichtquelle, führt dies zu einer rein sensorbasierten Fahrt, bei welcher sich der Roboter ausschließlich mittels der Bumper-, Seiten- und Absturzsensoren orientiert. Navigationsfehler sind unter solchen Bedingungen nicht auszuschließen.

Haare

Speziell lange Haare stellen für viele Staubsaugerroboter ein erhebliches Problem bei alltäglichen Reinigungsfahrten dar, vorausgesetzt, sie werden nicht regelmäßig aus bzw. von Haupt- und Seitenbürste entfernt. Diese neigen dazu, sich bis in die Kugellager der Bürsten vorzuarbeiten, dort den reibungsarmen Lauf zunehmend zu beeinträchtigen, hierdurch den Motor immer stärker zu belasten und entsprechende Lagerbestandteile zu verschleißen. Werden derartige Haarbündel aus sensiblen, beweglichen Bestandteilen des Roboters nicht zyklisch beseitigt, kann dieser Mangel an Pflege zu kostenintensiven Reparaturen führen.

Oberflächenreflexion

Spiegelnde Oberflächen stellen Roboter mit LiDAR-gestützter Navigation vor größere Herausforderungen. Glänzend weiße Schranktüren in Bodenhöhe, durchgehende Glasscheiben oder auch Spiegelflächen reflektieren das vom Laser ausgehende Licht in verschiedenste Richtungen und erschweren der Software somit die Raumerkennung. Gleiches gilt für lange, bodennahe Vorhänge, welche sich bei Anfahrt zudem leicht in Bewegung setzten lassen. Derartige Objekte sorgen unter Umständen für die ein oder andere Irrfahrt. Ein Beobachten des Staubsaugers insbesondere während der ersten Fahrten durch den heimischen Haushalt kann solche Problemstellen offen legen. Geeignete Maßnahmen insbesondere bei Spiegeln und Glastüren sind Aufklebefolien in unterschiedlichster Machart, bspw. in Milchglasoptik, welche sich mittels Schere, Schablone und/oder Lineal ohne größeren Aufwand auf das passende Maß zurechtschneiden, anwenderfreundlich aufkleben und bei Bedarf jederzeit rückstandsfrei wieder entfernen lassen. Die matte Struktur bietet dem LiDAR-System des Roboters in Folge genügend Fläche, um die Räumlichkeiten wieder fehlerfrei erfassen und diese vollständig reinigen zu können.

Sitzmöbel

Sofas, Sessel oder Schaukelstühle sind je nach Geschmack den Wohnraum bereichernde, bequeme Sitzmöbel, welche zum Verweilen einladen, aufgrund ihrer mitunter sehr geringen Bodenfreiheit beim Reinigen für einige Robotermodelle ein reines Hindernis darstellen, welches nicht unterfahren werden kann. Dieser Umstand führt viele Besitzer eines Staubsaugers schlussendlich zu der maßgeblichen Frage, ob ein solches Möbelstück ohne größere optische Einschränkungen gegebenenfalls erhöht und hierdurch für den Roboter zugänglich gemacht werden kann. Durch dessen je nach Modell unterschiedliche Mindesthöhe von ca. 9 bis 10,1 cm (bspw. Vorwerk Kobold VR200 mit 9 cm, iRobot Roomba 960/966 oder 980 mit 9,1 cm, Xiaomi Mi Vacuum Robot mit 9,6 cm, NEATO Botvac D3 oder D5 Connected mit 10 cm, NEATO Botvac Connected mit 10.1 cm) gestaltet sich die Umrüstung im Einzelfall als wahre Herausforderung. Dennoch scheint eine derartige Anpassung des Sitzmöbels auf lange Sicht die probateste Lösung, da so für eine vollständige Reinigung der Gesamtfläche gesorgt und hierdurch die Staubbelastung so gering als möglich gehalten werden kann. Hinsichtlich der Unterfahrhöhe gilt folgende Regel:

Messen Sie Ihr Möbelstück an der tiefsten Stelle, bei Sofas und Sesseln befindet sich diese häufig im Bereich der Sitzfläche, welche bei vielen Modellen bauartbedingt weiter nach unten reicht als umlaufende Kanten. Sollte die Unterseite zudem mit einem Stoff bespannt sein, kann dieser des Weiteren die Gesamthöhe verringern und so ein Unterahren LiDAR-navigierender Modelle verhindern. Sorgen Sie in diesem Fall bei Bedarf durch Hochstecken, Fixieren, erneutes Bespannen oder eine Erhöhung des gesamten Sitzmöbels dafür, dass Ihr Roboter Zugang zum verschmutzten Bereich darunter erhält. Das Festfahren unter Möbeln stellt eine für die verschleißanfällige Getriebemechanik sowie für die Elektromotoren in den Radantrieben erhebliche Belastung dar und sollte, soweit irgend möglich, verhindert werden.

Freischwinger-Stühle sollten während des Saugvorgangs gegen die Wand oder Tischkante gelehnt, Tischbeine mit Sockel gesichert und Schaukelstühle entsprechend weggeräumt oder hochgestellt werden, damit einerseits empfindliche Möbeloberflächen keine Schäden durch Befahren des Roboters erlangen, der Roboter sowie dessen mechanische wie elektronische Bestandteile geschont werden.

Fazit

Werden diese Punkte beachtet, so steht einem erfolgreichen Betrieb eines hochwertigen Staubsaugerroboters über Jahre nichts im Wege. Um derartige Fehlerquellen zu minimieren, sollten Sie Ihren Staubsauger bei seinen ersten Reinigungsfahrten visuell begleiten und beobachten, an welchen Stellen mögliche Fehlerschwerpunkte einen künftigen, problemfreien Betrieb erschweren könnten. Diese zeitnah nachzubessern sollte im Regelfall keinen größeren Aufwand bedeuten und Ihre Investition in ein qualitativ hochwertiges Endgerät sicherstellen.

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